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Kanalverbindung von Markkleeberger See zur Pleiße auf der Kippe

Nach zehn Jahren Kanalverbindung von Markkleeberger See zur Pleiße auf der Kippe

Der Bau der geplanten Wasserschlange als Anbindung von Markkleeberger und Störmthaler See an die Pleiße steht vor großen Problemen. Um überhaupt die benötigten Planungsunterlagen vollständig bei der Landesdirektion einreichen zu können, will jetzt der Zweckverband Kommunales Forum Südraum Leipzig einspringen.

 2018 soll es weitergehen: Ein Bagger beseitigt Untiefen in der Pleiße.
 

Quelle: André Kempner

Markkleeberg/Borna.  Der Bau der geplanten Wasserschlange als Anbindung von Markkleeberger und Störmthaler See an die Pleiße steht vor großen Problemen. Um überhaupt die benötigten Planungsunterlagen vollständig bei der Landesdirektion einreichen zu können, will jetzt der Zweckverband Kommunales Forum Südraum Leipzig einspringen und die Finanzierung der restlichen Papiere übernehmen.

Seit etwa zehn Jahren wird an den Plänen gearbeitet, wie der Markkleeberger See auch für den Tourismus günstig über die Pleiße mit Leipzig verbunden werden kann. Weil die dort verlaufende Kleine Pleiße ihrem Namen alle Ehre macht und als nicht weiter ausbaubar gilt, kamen die Pläne für einen schiffbaren Kanal, die so genannte Wasserschlange, auf. Schon 2013 hatte die LMBV der Landesdirektion die Unterlagen für das benötigte Planfeststellungsverfahren vorgelegt. Die Landesbehörde prüfte, und wies daraufhin, auch die Ableitung von Überschusswasser des Markkleeberger Sees in die Pläne einzubeziehen. Wie berichtet, war beim Hochwasser 2013 der See stark angeschwollen, schwere Schäden am Kanupark drohten. Seitdem ist der Wasserstand im See zu hoch, weil für die Ableitung die Kleine Pleiße zu klein ist.

Inzwischen sei klar, welche weiteren Papiere die Landesdirektion für ein Planfeststellungsverfahren gerne hätte. Und die LMBV wolle diese auch erstellen lassen, so Steffi Raatzsch vom Kommunalen Forum. Rund 70 000 Euro würden dafür benötigt. Doch nun habe der Freistaat gesagt, es gebe dafür kein Geld mehr. Hintergrund könnten auch die gestiegenen Kosten für den Harthkanal, die geplante Verbindung von Zwenkauer zu Cospudener See, sein. Dabei steckten schon rund 2,6 Millionen Euro Planungskosten in den Unterlagen, so Markkleeberger Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD).

Ein Gutachter habe zwei andere Wege vorgeschlagen, das überschüssige Wasser des Markkleeberger Sees in die Pleiße zu leiten, erläuterte Raatzsch den Verbandsräten am Montagnachmittag. Diese Pläne sähen entweder vom nordwestlichen oder vom südwestliche Zipfel des Sees kurze Durchstiche unter der B 2 hindurch zur Pleiße vor.

Solche Pläne waren im Vorfeld auch von anderen untersucht worden. Wegen der Kosten der B2-Unterquerung und nötigen teuren Umbauten des Pleißewehrs für eine Schiffbarkeit waren sie wieder verworfen worden. Tatsächlich seien die Kosten und die Terminschiene für die beiden Vorschläge auch noch gar nicht ermittelt, sagte Raatzsch.

Auch die Finanzierung der rund 20 Millionen teuren Wasserschlange, bislang ein Vorhaben der erweiterten Tagebausanierung, scheint angesichts fehlender Freistaatmittel gekippt. Um sich aber nach anderen Quellen umsehen zu können, würden fertige Planunterlagen benötigt, so Schütze. Er bat die Räte um Zustimmung, dass dies der Verband übernehme. Alle weiteren Kosten müssten sowieso die Anliegergemeinden, also Markkleeberg und Leipzig tragen. Die Räte betonten die Bedeutung der Wasserschlange als Kurs fünf des Gewässerverbundes, hielten daran fest und stimmten einhellig zu.

Ein anderes dafür wichtiges Vorhaben soll nun wieder starten. Für die Störstellenbeseitigung in der Pleiße liege seit Mai eine Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde vor, sagte Raatzsch. Wegen Verfahrens- und Ausschreibungsfragen könne erst im August nächsten Jahres begonnen werden. Bis März des Folgejahres werde dann der Flusslauf von Untiefen befreit und damit besser schiffbar. Die Baggerarbeiten waren im Dezember 2014 gestoppt worden, weil Naturschützer die geschützte Libellenart „Grüne Keiljungfer“ gefunden hatten, die Landesdirektion umfangreiche Untersuchungen verlangte.

 

Von Jörg ter Vehn

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