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Markkleeberg Freizeitpark fährt 2017 Rekordumsatz ein
Region Markkleeberg Freizeitpark fährt 2017 Rekordumsatz ein
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07:00 02.11.2017
Belantis-Chef Erwin Linnenbach freut sich über eine erfolgreiche Saison. 2017 wurde unter anderem das neue Kinder-Fahrgeschäft Anca angeschafft. Außerdem hat der Freizeitpark jetzt einen eigenen Sandstrand. Quelle: Armin Kühne
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Zwenkau/Leipzig

Wenn am Samstagabend die Tore bei Belantis für 2017 geschlossen werden, liegt hinter dem Freizeitpark die längste Saison seit der Eröffnung 2003. Ganze 196 Tage luden die 60 Attraktionen zum Entdecken ein. Der angepeilte Besucherrekord blieb allerdings aus. Das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung.

„Das war die blanke Katastrophe. Im Juli gab es jeden gottverdammten Tag Regen. Das hat viele Tagestouristen abgehalten“, sagt Geschäftsführer Erwin Linnenbach, „und trotzdem war es das beste Jahr der Unternehmensgeschichte.“ 15 Prozent mehr Umsatz hat er eingefahren. Das ist Rekord. Seit der 56-Jährige vor vier Jahren den Chefsessel übernommen hat, konnte beim Umsatz mit Tickets, Gastro, Shop und Großevents sogar ein Plus von 60 Prozent verbucht werden.

Die 2016 eingeführte neue Ticketstruktur mit Tages-, Jahres- und Zweijahrestickets hat sich ausgezahlt. „Ein Zweijahresticket kostet weniger als ein zweites Tagesticket“, rechnet der Chef vor. 35 Prozent der Tickets würden inzwischen online gebucht. Zum Renner hätte sich in den Ferien das All-Inclusive-Ticket mit Essen und Gutschein entwickelt. Gut angenommen werde auch das Upgrading. Besucher, die zum ersten Mal da und begeistert sind, können ihr Tagesticket am Ausgang kostengünstig in ein Saisonticket umwandeln.

„Bis zum 4. November werden wir den Vorjahresrekord von 600 000 Besuchern erreichen“, sagt Linnenbach. Die Besucherzahl sei eine wichtige Größe, habe wegen der vielen Stammgäste, die mehrmals pro Saison mit einem Jahres- oder Zweijahresticket kommen, indes nur bedingt Aussagekraft. Aber auch daran will Linnenbach weiter schrauben, 35 Prozent mehr Besucher seit 2013 heißt für ihn „noch viel Luft nach oben“.

Linnenbach wirbt offensiv um neue Zielgruppen: vor allem in Tschechien, Brandenburg und Berlin. In der Hauptstadt hatte er im Sommer mit der Plakataktion „Belantis – Berlins neuer Freizeitpark“ für Furore gesorgt. Jetzt hat er mit „Gruseliger als Marzahn – Halloween im Freizeitpark“ noch einen drauf gesetzt. „Frech“, „beleidigend“, „unverschämt“ lauten die Kommentare im Netz. Auf jeden Fall ist Belantis in aller Munde. Und es gibt längst neue Pläne.

„Mit der Kulturinsel Einsiedel, dem Saurierpark Kleinwelka, dem Sonnenlandpark Lichtenau und dem Freizeitpark Plohn haben wir 2017 die IG Sächsische Freizeitparks gegründet. Gemeinsam wollen wir mehr Touristen nach Sachsen holen und uns gegenüber der Politik stärker positionieren“, erklärt er. Zusammen hatten die fünf Betriebe 2017 rund 1,4 Millionen Besucher. Linnenbach gehört dem Vorstand des Landestourismusverbandes an und ärgert sich, wie viele seiner Kollegen, über bürokratische Zwänge beim Personal, aber auch, dass alle nur auf Übernachtungszahlen schauen: „Warum der Tagestourismus unter Wert verkauft wird, ist mir unverständlich. Das Potenzial ist doch riesig.“

Damit Belantis auch für Stammgäste attraktiv bleibt, wurde 2017 wieder einiges investiert. „Den Mini-Top-Spin Anca anzuschaffen, war die beste Entscheidung“, freut sich Linnenbach. Noch immer heiße es, Belantis sei nichts für kleine Kinder. „Das war vielleicht 2003 so, inzwischen stimmt das nicht mehr. Neben Anca haben wir die Mini-Achterbahn Huracanito, die Cobra des Amun Ra und weitere Fahrgeschäfte die ab drei, vier Jahren zugelassen sind“, erzählt er.

Hinzugekommen sind auch die Brücke über den „Atlantik“, ein eigener Strandbereich namens „Playa del Maya“ und eine Eventfläche. „Wir sind durch unsere Großkunden Porsche, DHL und Netto ein Stück weit getrieben worden“, gesteht Linnenbach. So habe sich DHL für sein Mitarbeiterevent eine Beach-Party gewünscht, Porsche noch eine Park-App. Letztlich profitierten alle Besucher davon. Für 2018 hat er schon konkrete Ideen: „Momentan beschäftigen wir uns mit drei verschiedenen Attraktionen, eine wird mindestens umgesetzt.“ Mehr will er noch nicht verraten. Nur den Saisonstart – „so früh wie nie zuvor“ – am 24. März.

Wer glaubt, dass ab Sonntag Winterruhe bei Belantis herrscht, der irrt. „Es geht sofort mit dem Weihnachtsgeschäft weiter. Tickets sind doch ein tolles Geschenk“, so Linnenbach schmunzelnd.

Von Ulrike Witt

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