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Markkleeberg Freundschaft über Grenzen
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18:30 28.02.2011
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Ein Dokumentarfilm soll einen typischen Tag im Leben der Zwölf- bis 27-Jährigen zeigen. Die Idee dazu hatte Amanda Hecktor, Geschäftsführerin des Klubs.

Viel braucht es nicht für den etwa vierminütigen Film: eine Kamera plus Kameramann, ein Drehbuch, eine Kulisse und natürlich – Hauptdarsteller. 15 Jugendliche wirken in dem Streifen mit. Am Abend sitzen sie an einer bunt geschmückten Tafel in ihrem Klubraum in der Hauptstraße 19. Girlanden wo das Auge hinblickt. Es riecht nach Bratwurst, Ketchup steht griffbereit. Haben sie Silvester verpasst? „Nein, nein“, antwortet Amanda Hecktor schmunzelnd. „Das ist die Kulisse für den letzten Teil unseres Films. Wir wollen ein typisch deutsches Fest darstellen“, erklärt die 30-jährige Chefin des Klubs.

Durch ihre Initiative ist es überhaupt zu der Freundschaft mit dem Straßenkinderheim „Refugio Heidi y Pedro“ in Guadalajara gekommen. „Im Jahr 2007 habe ich dort ein Praktikum gemacht und seitdem den Kontakt gehalten“, so Hecktor, die im vergangenen Jahr noch einmal das Heim besuchte. Vor kurzem reifte dann in ihr der Gedanke, ihren Schützlingen in Großpösna das Leben der Gleichaltrigen im 9830 Kilometer entfernten Guadalajara näher zu bringen – und umgekehrt. „Sie sollen etwas über den Rest der Welt lernen, mal über den Tellerrand hinaus blicken“, beschreibt Hecktor, was sie bei den Heranwachsenden beider Länder erreichen möchte.

Am besten klappt das nach ihrer Überzeugung mit einem Kurzfilm. Die Vorbereitungen dazu verliefen zügig. Am 10. Februar stellte Hecktor ihre Idee den Kindern und Jugendlichen vor. In der ersten Ferienwoche wurde das Drehbuch geschrieben, das nun in die Tat umgesetzt wird. Tobias Fischer und Kevin Kleist sind die beiden kreativen Köpfe, die hinter dem roten Faden des filmischen Werks stecken. „Wir wollen zeigen, dass bei uns viel los ist und wie es hier aussieht“, so der 14-jährige Kevin.

Deswegen wird auch das Oberholz mit seinem Rehgehege in dem Streifen verewigt. „So etwas kennen sie bestimmt nicht“, vermutet Kevin. Und wie stellen sich die Jugendlichen das Leben ihrer Altersgenossen in Südamerika vor? „Ich denke, sie leben ärmlicher als wir, was die Wohnqualität betrifft, und haben sicher auch nicht so viel Spielzeug“, sagt der 18 Jahre alte Tobias.

Beim Schreiben des Drehbuchs haben sie sich auch in ihre Altersgenossen aus Übersee hineinversetzt. „Typisch Deutsch ist doch die Bratwurst oder Weißwurst und Bier“, so Kevin. Letzteres steht allerdings nicht auf dem Partytisch, sondern wird durch Brause ersetzt.

Kameramann Timo Metzker hält sich im Hintergrund, möchte den Jugendlichen das kreative Feld überlassen. Metzker gehört zum Picturesound-Filmstudio des Soziokulturellen Zentrums „Kuhstall“ in Großpösna. Denn ohne professionelle Unterstützung sei so ein Film nicht zu machen, so Hecktor. Dazu kommt auch finanzielle Hilfe: Die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft Mibrag hat 2000 Euro für das Projekt gegeben. „Wir haben uns bei einem Wettbewerb beworben und einen Teil der insgesamt 12 000 Euro gewonnen“, erläutert Hecktor. Doch das Geld werde wohl nicht ganz reichen, vermutet die studierte Soziologin. Denn die Kosten für Kameraausrüstung und Filmbearbeitung seien ziemlich hoch.

Wenn der Film fertig ist, geht es nämlich in den Schnittraum. Dort werden Tobias und Kevin für den Feinschliff sorgen. Ins Spanische übersetzt wird das Werk von einem Bekannten Hecktors. Bis zum 16. April soll alles fertig sein, denn dann wird der Abschluss des mexikanischen Themenfrühjahrs des Jugendklubs mit einer Mexiko-Party gefeiert.

Reik Anton

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