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Friedhof Gaschwitz: Stadt und Kirche einigen sich auf Teilschließung

Friedhof Gaschwitz: Stadt und Kirche einigen sich auf Teilschließung

Die Stadt Markkleeberg und die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Großstädteln-Großdeuben haben sich diese Woche auf den Erhalt des Gaschwitzer Friedhofs geeinigt.

Markkleeberg. Der vom Kirchenvorstand im Sommer gefasste Beschluss zur kompletten Schließung werde in eine Teilschließung umgewandelt. Die Stadtverwaltung wolle zudem prüfen, ob eine Übernahme des Friedhofs als Eigentümer und Träger möglich ist. Das teilten beide Seiten in einer gemeinsamen Erklärung mit.

"Das ist keine Entscheidung zugunsten der Stadt oder der Kirche, sondern eine Entscheidung, die sich in erster Linie an den Bedürfnissen und Wünschen unserer Bürger orientiert", erklärt Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Wie berichtet, hatte der Kirchenvorstand im August für viele überraschend aus wirtschaftlichen Gründen die Schließung zum 1. September angekündigt. Daraufhin hatten sich viele Angehörige verärgert gezeigt. Pfarrerin Kathrin Bickhardt-Schulz betont: "Wir hatten ein sehr offenes Gespräch im Rathaus. Die Zusammenarbeit mit Herrn Schütze ist sehr gut, die Stadt hat sich wirklich intensiv bemüht. Das war vor seiner Amtszeit nicht immer so." Mit dem Ergebnis sei sie zufrieden. "Allerdings hätte ich auf die teilweise sehr heftigen Reaktionen der Markkleeberger in den vergangenen Wochen gern verzichtet. Für uns ist das doch auch alles Neuland", sagt Bickhardt-Schulz.

Gemäß der Vereinbarung zwischen Stadt und Kirchgemeinde sind Bestattungen künftig nur noch auf dem aktiven, südwestlich gelegenen Teil des Gaschwitzer Friedhofs möglich. Auf den geschlossenen Flächen liegende Grabstätten bleiben bis zum Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeit bestehen. Bei Wahlgrabstätten mit noch nicht wahrgenommenem Zweitbestattungsrecht werde dieses gewährt, weitere Bestattungen und Verlängerungen von Nutzungsrechten über den Ablauf der gesetzlich vorgegebenen Ruhezeiten seien indes nicht möglich, heißt es. Zusätzlich soll Hinterbliebenen das Recht eingeräumt werden, Wahlgrabstätten mit Zweitbestattungsrecht auf den aktiven Teil des Friedhofs umzulegen.

Im ersten Quartal 2015 will Schütze dem Stadtrat einen Beschluss zur Übernahme der Anlage an der Hauptstraße vorlegen. Dabei gehe es auch um die Sanierung der ohnehin unter Bestandsschutz stehenden kulturhistorisch wertvollen Kriegsgräber. Ein Antrag auf Fördermittel solle 2015 gestellt werden, so der Rathauschef.

"Unsererseits wird die sächsische Landeskirche prüfen, ob eine Übertragung der Friedhofsfläche möglich ist. Bedenken sehen die Fachleute nach ersten Gesprächen nicht", sagt Pfarrerin Bickhardt-Schulz. Sie hält die Übernahme des Friedhofs durch die Stadt wirtschaftlich für den einzig gangbaren Weg. "Aus meiner Sicht ist nur so eine Angleichung der Friedhofskultur und der Preise auf kirchlichem und kommunalem Friedhof und damit die dauerhafte Erhaltung möglich."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.11.2014
Ulrike Witt

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