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Markkleeberg Frühlingsfest in Zöbigker: Hafengastronomen sind sauer
Region Markkleeberg Frühlingsfest in Zöbigker: Hafengastronomen sind sauer
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00:18 02.06.2017
Das erste Frühlingsfest auf dem Festplatz war auch das letzte: Gerechnet hat es sich weder für die Hafengastronomen noch für Veranstalter Carsten Rehhahn. Quelle: Ulrike Witt
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Markkleeberg

Wieder mal Ärger am Cospudener See: Das von der Leipziger Concept Veranstaltungsagentur erstmals am vergangenen Wochenende auf dem Zöbigker Festplatz ausgerichtete Frühlingsfest hat bei Pier 1 und den Hafengastronomen für Unmut gesorgt.

„Eine Fressmeile mit acht qualitativ mäßigen Imbissbuden, einem Trampolin und Ballermann-Musik bringt Null kulturellen Benefit für die Hafenbesucher. Hier werden nur die Radfahrer am See-Rundweg abgegriffen“, schimpfte Pier 1-Geschäftsführer Christian Conrad. Bereits am Freitag, dem behördlichen Brückentag, hatte er seinen Frust über „das unangekündigte Fest“ in einer E-Mail an den Vermieter des Platzes, die kommunale Entwicklungsgesellschaft für Gewerbe und Wohnen Wachau (EGW), und die Stadt Markkleeberg rausgelassen.

„Wir haben Umsatzeinbußen von 60 Prozent in der Freisitzgastronomie. Das Fest bedient exakt dieselben Angebote und nimmt durch die Lage am Fahrradweg den Hafenbetrieben, die Sommer wie Winter in ordentlichen Gebäuden mit ordentlichen Toiletten versuchen über die Runden zu kommen, den umsatzstärksten Feiertag des Jahres, Himmelfahrt, weg“, schrieb Conrad. Als wirtschaftsfeindlich bezeichnete er gar die Absperrung der Hafenstraße. „Wir haben wahnsinnige Probleme durch unzufriedene Gäste, die ihr Gepäck von den Parkplätzen oben zu den Ferienwohnungen tragen müssen“, berichtete er. Aber auch Segler und Mitarbeiter seien irritiert. „An den jährlichen Rummel zum See- und Hafenfest am Pfingstwochenende haben wir uns irgendwie gewöhnt, auch wenn es nicht schön ist, aber diese Trittbrettfahrerei zehn Tage vorher geht nun wirklich zu weit“, sagte Conrad.

Die Kritik geht direkt an die kommunale Tochter EGW, die das Konzept nicht mit Pier 1 abgesprochen hat. EGW-Geschäftsführer Claus Mann meinte gestern Morgen gegenüber der LVZ: „Bei mir ist nichts von Herrn Conrad im E-Mail-Fach angekommen. Daher kann ich dazu auch kein Statement abgeben.“ Nichtsdestotrotz erhielt Conrad am Montagmittag von der EGW eine Antwort. Demnach sollte das Frühlingsfest zur Belebung des Zöbigker Hafens beitragen. Die Concept Veranstaltungsagentur, in Person Inhaber Carsten Rehhahn, hätte sich per Auflage mit Pier 1 abstimmen sollen. Was aber offensichtlich nicht passiert ist.

Biergarten-Betreiber Peter Körtge ist richtig sauer: Er hatte Himmelfahrt gut ein Drittel weniger Gäste. „Ich mache Herrn Rehhahn persönlich keinen Vorwurf, er will Geld verdienen wie wir alle. Aber was die Stadt tut, ist nicht nachvollziehbar.“ Auf der einen Seite werde die Hafenstraße abgesperrt, damit Anwohner, die bewusst im Erholungsgebiet am Hafen gebaut haben, nicht von Verkehrslärm gestört werden, auf der anderen Seite, um Geld mit Vermietung zu machen, Ramba-Zamba auf dem Festplatz zugelassen, so Körtge.

Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) konnte den Frust in Zöbigker gestern „nicht ganz nachvollziehen“, kündigte aber eine verwaltungsinterne Auswertung an. Veranstalter Rehhahn, der schon in den Startlöchern für das See- und Hafenfest am kommenden Wochenende sitzt, hat eine Konsequenz gezogen: „Das war das erste und letzte Frühlingsfest. Ich will das ohnehin schwierige Verhältnis zu den Hafengastronomen nicht über Gebühr weiter strapazieren.“ Zumal sich die vier Tage auch für ihn nicht gerechnet hätten. „Am Himmelfahrtstag kam das Geschäft erst spät in Gang und am Wochenende war es dann zu heiß. Wer will schon in der prallen Sonne Bier trinken“, sagte er.

Von Ulrike Witt

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