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Fünf Minuten für den guten Zweck

Fünf Minuten für den guten Zweck

Bergfest beim achten Städtewettbewerb von Enviam und Mitgas. Bislang traten 1852 Erwachsene und Kinder aus 15 Städten unter dem Motto „voRWEg gehen und Gutes tun“ für ihren Heimatort in die Pedale.

Zwenkau. Die Teilnehmer aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen radelten nach Angaben von Enviam-Sprecherin Evelyn Zaruba 3854 Kilometer – so weit wie von Chemnitz bis Moskau und zurück.

In Zwenkau wächst derweil die Unruhe. Die Stadt beteiligt sich am 13. August im Rahmen des 20. Laurentiusfestes zum ersten Mal am Städtewettbewerb. Das Ziel hat Bürgermeister Holger Schulz (CDU) klar definiert: „Natürlich der erste Platz.“ Nun gilt es viele fürs Mitmachen zu begeistern. Schließlich zahlt sich das Strampeln in barer Münze aus. Dem Gewinner winken immerhin 12 000 Euro, dem

Zweiten 9000 Euro und dem Dritten 7000 Euro. Und selbst der Zehnte kann sich noch über 2500 Euro freuen. Alle anderen bekommen pro Kilometer vier Euro. Zudem kann Rathauschef Schulz beim Wissenstest 300 Euro holen.

Wohin die eingefahrene Summe gehen soll, darüber sind sich die Zwenkauer schon einig: Empfänger wird die Kulturinitiative und damit das Kulturkino in der Hugo-Haase-Straße sein. Offen ist indes, welches der drei vorgeschlagenen Projekte hausintern profitieren wird. Denn das entscheiden die Teilnehmer des Städtewettbewerbes erst am 13. August per Stimmzettel im Waldbad.

„Langfristig würde uns am meisten helfen, wenn wir neben dem Foyer einen Sanitärtrakt einrichten könnten“, erklärt der Vorsitzende der Kulturinitiative Steffen Wieser. Mit barrierefreiem Zugang und behindertengerechtem WC würde die baurechtliche Voraussetzung für Veranstaltungen auf dem Rang geschaffen. Die Kosten belaufen sich auf 11  600 Euro. Das weiß Wieser so genau, weil er das Vorhaben beim Bauamt in Vorbereitung des Sanierungskonzeptes für die östliche Innenstadt eingereicht hat. Gleiches trifft auch auf das zweite zur Wahl stehende Wettbewerbsprojekt zu – den Ausbau des Kellers zu einem Band-Probenraum. Inklusive Brand- und Schallschutz sowie der instrumentalen Grundausstattung müssten 15 000 Euro investiert werden. Ohne das Engagement der Zwenkauer auf lange Sicht ein Traum. Auf der Wieser’schen Prioritätenliste findet sich noch ein drittes Projekt: die Anschaffung einer flexiblen Bestuhlung für den Saal. Mit 12 600 Euro ebenfalls ein stattlicher Posten.

„Wir gehen davon aus, dass die Maßnahmen am ehesten aus dem Stadtsanierungsprogramm rausfallen. Insofern wäre es toll, wenn wir beim Städtewettbewerb gut abschneiden und zumindest ein Projekt zeitnah über diesen Weg realisieren können“, sagt Wieser.

Ein anderes ist schon im Werden: Seit Montag wird der Eingangsbereich dank einer Spende der Dow Chemical saniert. Bei der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse abgegeben wurde bereits der Antrag auf finanzielle Unterstützung für die denkmalgerechte Sanierung des Foyers. „Wenn wir im gleichen Zuge den Toilettenzugang bauen könnten, wäre das eine runde Sache“, so Wieser. Damit der Wunsch Realität werden kann, verteilen die 42 Mitglieder der Kulturinitiative derzeit 2500 Handzettel mit der Aufforderung „Zwenkau radelt für das Kulturkino. Radeln auch Sie mit!“.

Sechs Stunden haben die Zwenkauer am 13. August insgesamt Zeit. Ab 12 Uhr stehen das Erwachsenen- und das Kinderfahrrad neben dem großen Becken im Waldbad. Die Schwierigkeit: Jeder Teilnehmer darf nur einmal radeln, Erwachsene maximal zehn Minuten, Kinder bis 1,50 Meter fünf Minuten. „Bei den Erwachsenen sieht es schon ganz gut aus. Fürs Kinderrad brauchen wir aber noch dringend Verstärkung“, sagt Karina Ritter vom Hauptamt. Sie nimmt die Anmeldungen entgegen und weiß, dass „die Ferienzeit nicht gerade optimal ist“. Allerdings: Sowohl die Leiterin des DRK-Hortes im Pulvermühlenweg, Barbara Thäle, als auch die stellvertretende Chefin des Regenbogen-Hortes, Andrea Hänsel, wollen ihre Schützlinge informieren.

Übrigens: Oschatz hat als Halbzeitsieger 294,78 Kilometer vorgelegt und es gehen neben Zwenkau, bis zum 2. Oktober noch 14 weitere Städte, darunter Markkleeberg, an den Start.

Ulrike Witt

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