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Für Erhalt der Kirchenruine Wachau wird halbe Million gebraucht

Für Erhalt der Kirchenruine Wachau wird halbe Million gebraucht

Der Förderverein Kirchenruine Wachau sammelt seit anderthalb Jahren für die Sicherung des wild-romantischen Gemäuers. Wie der Vorsitzende Eberhard Eichhorn erzählt, sind bislang 7000 Euro zusammengekommen.

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Die Kirchenruine Wachau: Für den Erhalt des Kleinodes werden in den nächsten Jahren fast 500 000 Euro benötigt.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Viel zu wenig, denn statt der ursprünglich veranschlagten 50 000 Euro werden nun fast 500 000 Euro gebraucht.

"Das sind wahnsinnige Summen, mal sehen, was davon überhaupt realisierbar ist", sagt Eichhorn beim Blick in die Unterlagen des Ingenieurbüros Ritter-Müller. Vorgesehen sind drei Bauabschnitte. Als Erstes soll der Turm saniert werden, weil dessen Zustand am bedenklichsten ist. Bei der Weihe 1867 maß der stolze 65 Meter und war der höchste in der Region. Überhaupt wollte die im neogotischen Stil vom Leipziger Architekten Konstantin Lipsius errichtete und später durch Bomben und Blitzschlag schwer geschädigte Kirche so gar nicht ins kleine Wachau passen. Größenwahn, der den heute Lebenden teuer zu stehen kommt.

"Allein um den Turm zu erhalten, benötigen wir rund 200 000 Euro", erklärt Eichhorn. 28 000 Euro seien davon für den oberen Abschluss mit Glockenstuhl vorgesehen. Im zweiten Bauabschnitt sollen die Außenwände des Kirchenschiffs bearbeitet werden - Kostenpunkt 190 000 Euro - , im dritten die Innenwände, die noch mal mit zirka 78 000 Euro zu Buche schlagen.

"Die 50 000 Euro waren völlig aus der Luft gegriffen. Damals dachte der Verein, es würde reichen, die Ruine von Efeu zu befreien und hier und dort auszubessern. Das geht natürlich nicht. Was wir machen, soll für 30 Jahre und mehr halten", so Planer Jochen Ritter.

Für den Förderverein und das zuständige Kirchenquartett Probstheida-Störmthal-Wachau-Güldengossa ist das eine riesige Herausforderung. "Wir sammeln schon eifrig. 7000 Euro sind zwar nicht viel, aber ein Anfang", findet Eichhorn. Der 64-jährige Pfarrer im Ruhestand, der seit 2009 die neben der Kirchenruine stehende alte Schule bewohnt, hofft, dass die Spendenbereitschaft steigt. "Es kommen so viele Menschen hierher, die sich das Kleinod anschauen, die Konzerte und Theateraufführungen unter freiem Himmel lieben. Vielleicht engagieren sich einige", so Eichhorn. Mit drei Euro Mitgliedsbeitrag könne Mann und Frau schon dabei sein.

Helfen können auch Kunstfreunde: Im Sommer will Eichhorn sein neu eingerichtetes Atelier unterm Dach regelmäßig für Besucher öffnen und seine abstrakten Landschaften und Plastiken für den guten Zweck anbieten. Unter seinen Motiven ist natürlich auch die Kirchenruine. "Malen ist für mich mehr als ein Hobby. Das ist wie eine zweite Berufung: erst das Pfarramt, jetzt die Kunst. Und wenn ich was verkaufen kann, fließt das natürlich in die Kirchenruine", sagt Eichhorn.

@www.kirchenruinewachau.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.01.2014

Ulrike Witt

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