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Für Sekunden fliegen - Größere Weiten beim dritten Skispringen am Markkleeberger See

Für Sekunden fliegen - Größere Weiten beim dritten Skispringen am Markkleeberger See

Markkleeberg. Weiter, höher schneller. Unter diesem Motto stand das dritte Skispringen am Markkleeberger See an diesem Wochenende.

Denn die Sprungschanze war diesmal nicht nur an den Hang umgezogen, sondern auch insgesamt länger. So waren auch größere Weiten möglich.

Und das bekamen auch die 48 Teilnehmer zu spüren, darunter Favorit Martin Stuhr, der letztes Jahr, obwohl das erste Mal mit dabei, gewonnen hatte. Damals schaffte er 8,30 Meter. Dieses Mal waren es sogar 12,40 Meter – der Rekord und damit wieder der erste Platz für Stuhr. „Man fliegt einfach länger, ist auch höher in der Luft. Zumindest fühlt es sich so an“, verglich er. Obwohl er nicht trainieren konnte, war er mit dem erklärten Ziel angetreten, den Pokal zu holen.

Zum ersten Mal auf der Schanze war Marian Nitschke, der die Veranstaltung bisher nur als Zuschauer kannte und sich am Sonntag ganz spontan kurz vor dem Beginn anmeldete. „Ich bin ein begeisterter Ski-Fahrer, aber gesprungen bin ich bisher noch nie“, sagte er. Angst beim Abheben kenne er jedenfalls nicht, berichtete er nach seinem ersten Versuch. „Der Ausblick über den Markkleeberger See von da oben auf der Schanze ist einfach schön“, verriet er seine Gedanken kurz vor dem Sprung. Und die Kälte machte ihm ebenfalls nichts aus. „Hier gibt es ja keinen Lift. Wenn man einmal mit den Skiern hochgelaufen ist, ist einem sofort warm“, erzählte er.

Warm war es offensichtlich auch Mima Matschke. Als er vom Kommentator als He-Man angekündigt wurde und oben auf der Schanze erschient, ging ein Raunen durch die Zuschauerreihen. Mit nacktem Oberkörper und nur mit einer Wikingerperücke verkleidet, wagte er den Sprung, wo andere dick eingepackt am Rande standen. Und als Matschke nach seinem gelungenen Flug die Landung versemmelte und mit freier Brust über das eisige Weiß rutschte, wurde er von einem langen Aufheulen des Publikums begleitet. Das eine oder andere schadenfreudige Lachen steckte der 28-Jährige aber humorvoll weg. „Mit meiner Weite konnte ich ja nicht erwarten, hier etwas zu holen, also musste ich das mit der Optik ausgleichen. Und das Kostüm hatte ich noch von der Karnevalsfeier da“, verriet der Sportstudent, der am Sonntag das erste Mal den Hang hinuntergerast ist.

Den ersten Preis für das Kostüm gab es dann aber doch für einen anderen Teilnehmer: Jürgen Vollrath sprang unter dem Pseudonym Atze – und in Frauenkleidern. In der Mannschaftswertung überzeugte das Team „Weinbergschnecken“. Zu viert schafften sie insgesamt 45,30 Meter.

Hochzufrieden mit der Resonanz zeigte sich Henrik Wahlstadt von den Sportfreunden Neuseenland. „Wenn wir auch nächstes Jahr Unterstützung finden, kommen wir wieder.“ Dann will der Organisator – eigentlich eingefleischter Snowboarder – auch selbst den ersten Sprung wagen. „Vorher muss ich aber einen Skikurs belegen.“

Kerstin Leppich

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