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Garagenmieter aus Markkleeberg ärgern sich über Preiserhöhung

Kommunalfinanzen Garagenmieter aus Markkleeberg ärgern sich über Preiserhöhung

Mehr als 500 Mieter städtischer Garagen in Markkleeberg müssen ab 1. September tiefer in die Tasche greifen. Statt 35,79 Euro werden dann monatlich 55 Euro fällig. Grundlage ist das Haushaltstrukturkonzept, das der Stadtrat im November 2015 beschlossen hatte.

Marode und demnächst teurer: Die Stadt Markkleeberg erhöht die Miete für ihre mehr als 500 Garagen.

Quelle: Ulrike Witt

Markkleeberg. Mehr als 500 Mieter städtischer Garagen in Markkleeberg müssen ab 1. September tiefer in die Tasche greifen. Statt 35,79 Euro werden dann monatlich 55 Euro fällig. Grundlage ist das Haushaltstrukturkonzept, das der Stadtrat im November 2015 beschlossen hatte. Unter den 65 Einsparpositionen zur Konsolidierung des Haushaltes war auch die Anhebung der Garagenmieten aufgeführt.

„Der Preis entspricht in keinster Weise der baulichen Qualität der Garagen. Hier wurde einfach vom Schreibtisch aus entschieden. Vor Ort war jedenfalls keiner“, machte Arndt Riedel in der jüngsten Bürgersprechstunde im Stadtrat seinem Ärger Luft. Der 71-Jährige hat 1972 beim Bau des Garagenhofs am Wasserturm im Rahmen der damals üblichen Aufbaustunden selbst Hand angelegt.

„Seit Jahren sind die Wände feucht, der Putz bröckelt. Bei Regen können wir nur barfuß aus dem Auto aussteigen, weil die Kanalisation und die Fallrohre defekt sind. Und überall wuchert Unkraut“, berichtete er. Hinzu komme, dass die 150 Garagen am Wasserturm mit 2,13 Meter Breite und fünf Meter Länge im Grunde auf Trabant und Wartburg ausgelegt seien und nicht einmal über einen Stromanschluss verfügen. „Bis auf einige wenige Mieter, die sich Strom auf eigene Kosten haben legen lassen“, so Riedel.

Die Stadt komme ihrer Pflicht als Eigentümer nicht nach, meint der Rentner. „Bis auf die sporadische Reinigung der Dachrinnen und die notdürftige Ausbesserung eines Daches ist nichts passiert. Dabei zahlen wir seit acht Jahren auch Betriebskosten. Bloß wofür?“, fragte Riedel die Verwaltungsspitze in der Stadtratssitzung.

„Die Erhöhung der Garagenmieten ist Bestandteil des vom Stadtrat beschlossenen Haushaltsstrukturkonzeptes. Beschlüsse dieser Art fallen uns nicht leicht. Um den doppischen Haushalt abzusichern, sind wir aber leider gezwungen, jeden einzelnen Posten auf Einsparmöglichkeiten abzuklopfen“, erklärte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Außerdem würden neue Mietverträge für die städtischen Garagen – und die Warteliste sei sehr lang – seit Jahren über 55 Euro monatlich geschlossen. „Was jetzt passiert, ist eigentlich nur eine Anpassung für die Altmieter. Mehr nicht“, betonte Schütze.

Allerdings räumte er ein, „der bauliche Zustand der Garagen ist schlecht“. Deswegen würden jährlich zwischen 10 000 und 20 000 Euro für Reparaturen in den kommunalen Haushalt eingestellt. „Die Summe lässt natürlich keine Komplettsanierung zu. Das ist mir auch klar. Aber kleinere Reparaturen sind durchaus drin“, so der Rathauschef.

Riedel hält die Reparatursumme für einen „schlechten Witz“. „Allein dieses Jahr wird die Stadt durch die Anhebung der Mieten für über 500 Garagen 38 000 Euro mehr einnehmen, 2017 sogar 117 000 Euro“, rechnete er vor. Dass die Mieter, darunter viele Rentner, zur Aufbesserung des Stadtsäckels herangezogen werden, sieht er nicht ein. „Ich weiß, dass einige Nachbarn kündigen wollen und in diesem Zustand findet die Stadt auf Dauer keine Mieter“, ist er überzeugt.

Von Ulrike Witt

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