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Gedränge im Bus - PVM verspricht Abhilfe bis Ende des Jahres

Gedränge im Bus - PVM verspricht Abhilfe bis Ende des Jahres

Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember hatte die Personenverkehrsgesellschaft Muldental (PVM) 15 Linien von der LVB-Tochter Leobus übernommen, zum 1. Januar den Betriebshof Zwenkau.

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Andrang: Täglich fahren 302 Zwenkauer Kinder und Jugendliche mit Linienbussen zum Unterricht nach Pegau und Groitzsch.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. PVM-Geschäftsführer Andreas Kultscher versprach einen reibungslosen Übergang. Die Realität sieht anders aus.

"Wir brauchen unbedingt größere Busse für den Schülerverkehr nach Pegau und Groitzsch. Wir stehen teilweise schon ab der zweiten Haltestelle. In Pegau hält der Bus oft gar nicht mehr, weil einfach keiner rein passt. Besonders für die Kleineren ist das unzumutbar", erklärte Kathleen Kluge vergangene Woche im Stadtrat. Früher habe es solche Probleme nicht gegeben, betonte die 17-Jährige, die die Oberschule Pegau besucht. Selbst der Schülerrat befasse sich schon mit dem Thema und habe Kinder und Jugendliche aufgefordert, "Beweisfotos" zu schießen und bei Facebook einzustellen.

Zu Wort meldete sich in der Bürgerfragestunde auch die Vorsitzende des Gewerbevereins Zwenkau, Simone Sauder: "Wo sind eigentlich unsere modernen Busse geblieben?" Alte und behinderte Zwenkauer kämen in die seit Dezember verkehrenden Fahrzeuge mit Rollatoren nicht mehr hinein, sie würden damit vom im ländlichen Raum so wichtigen öffentlichen Personennahverkehr ausgeschlossen. "Das ist eindeutig eine Verschlechterung", schimpfte Sauder. Bürgermeister Holger Schulz (CDU) versprach, der Sache nachzugehen, stellte aber auch klar: "Die Busse sind nicht Eigentum der Stadt, sondern gehören Leobus und die Firma hat die modernen Busse natürlich mit nach Leipzig genommen."

Die PVM hat inzwischen reagiert. "Seit Montagfrüh setzen wir auf der Linie 123 einen großen Bus mit 65 Sitzplätzen ein, damit sollte sich die Situation entschärfen", sagte gestern André Bliemel, Betriebsleiter für den Bereich Zwenkau. Er räumte aber auch mit einem Irrtum auf: "Schülerverkehr gibt es im Grunde nicht mehr. Die Schüler nutzen den ganz normalen Linienverkehr und haben daher keinen Anspruch auf einen Sitzplatz." Eine Garantie gebe es nur im freigestellten Schülerverkehr, den könne oder wolle sich aber niemand mehr leisten.

Wie Brigitte Laux, Sprecherin des Landkreises Leipzig, der Träger des ÖPNV ist, bestätigte, sei Schülerverkehr nur noch in speziellen Fällen, aus gesundheitlichen Gründen oder wenn sonst keine Verbindung existiert, vorgesehen.

Da morgens zwischen 6.50 und 7.10Uhr insgesamt vier Busse der Linien 123, 124 und 100 Zwenkauer Schüler nach Pegau und Groitzsch bringen, drei aber nur 45 Sitzplätze bieten, bittet Bliemel ältere Schüler nicht auf halber Länge im Gang stehen zu bleiben und den Kleineren den Weg zu versperren. Aber er macht auch Hoffnung. "Die PVM beschafft noch dieses Jahr mehrere neue Busse, ob Gelenk- oder 15-Meter-Fahrzeuge ist noch nicht entschieden", so Bliemel. Denn Fakt sei, zumindest einer der vier großen Citaros von Leobus fehle im täglichen Betrieb. Dabei habe die PVM acht neue Solobusse und einen fast neuen Gelenkbus nach Zwenkau mitgebracht. In einem Punkt widerspricht Bliemel aber Simone Sauder: "Wir haben genug Niederflurbusse, Ältere und Behinderte können diese problemlos nutzen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.02.2014
Ulrike Witt

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