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Markkleeberg Geheimtipp für Genießer
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22:34 05.01.2012
Gemütliche Atmosphäre: Anja Rösler (rechts) reicht ihren Gästen im ausgebauten Stall selbst gebackenen Kuchen und frisch gebrühten Kaffee. Quelle: André Kempner
Zwenkau

Auf dem Berg sehr versteckt gelegen und von außen beinah unscheinbar, erwartet Besucher in diesen Tagen knisterndes Kaminfeuer und ein Duft aus Zeiten, als Kaffeemaschinen noch unbekannt waren.

Die Besitzerin heißt Anja Rösler. Die 40-Jährige ist gebürtige Zwenkauerin und in dem kleinen Dreiseithof groß geworden. Lange Zeit schmiss die Mutter von vier Kindern das Firmenbüro ihres Ehemannes. Als die jüngste Tochter aus dem Gröbsten raus war, wollte sie wieder auf eigenen beruflichen Beinen stehen. Doch eine Arbeitsstelle fand sich nicht. Aufgeben kam für Rösler indes nicht in Frage. Stattdessen besann sie sich ihrer Fähigkeiten und Leidenschaften. „Backen und Gestalten, das habe ich schon immer gerne gemacht. Früher wurde nur alles verschenkt“, erzählt Rösler.

Die Idee von der Selbstständigkeit als Café-Besitzerin wurde geboren. Doch bis zur Eröffnung ihres „Wildwuchs“ sollte es noch ganze zwei Jahre dauern. „Es gab viele Stolpersteine. Darüber könnte ich inzwischen ein ganzes Buch schreiben“, sagt die junge Frau schmunzelnd. Im Frühjahr 2011 konnte es dann endlich richtig losgehen. Der alte Kaninchenstall wurde ausgemistet und mit Fördermitteln aus dem Europäischen Sozialfonds um- und ausgebaut. Mitte Mai wurde schließlich die Eröffnung gefeiert. Seither stehen drinnen 25 Plätze und in der warmen Jahreszeit weitere zehn im Innenhof zur Verfügung.

„Der Start war ganz gut, aber seit November läuft es so richtig“, sagt Rösler mit einem Strahlen im Gesicht. Wobei ihr ein Phänomen aufgefallen ist: „Die Leipziger haben mich viel eher entdeckt als die Zwenkauer.“ Mittlerweile hat Rösler schon viele Stammgäste. Das freut sie ganz besonders. „Mir haben so viele abgeraten in die Gastronomie einzusteigen, nun kann ich zeigen, dass es klappt.“

Dass die Entwicklung stetig weitergeht, dafür will Rösler einiges tun. Zum Beispiel wird es eine Zusammenarbeit mit der Lehmhaus Galerie und dem Sattelhof geben. „Es ist schade, dass in Zwenkau bislang so viele ihr eigenes Süppchen kochen. Wenn wir uns gegenseitig unterstützen, das heißt unseren Kunden und Gästen andere Gewerbetreibende empfehlen, werden letztlich alle profitieren“, findet die „Wildwuchs“-Wirtin. Dass es seit geraumer Zeit regelmäßig Führungen durch den neuen Stadtteil am Kap gibt, das alte Zwenkau darüber aber scheinbar vergessen wird, ärgert Rösler.

In ihrem Café bietet sie im neuen Jahr nun auch eine Teestunde nach englischer Art an. Zum Scheelchen Heeßen reicht sie ab 16 Uhr nicht mehr nur Kuchen und die ganz besonders beliebte Holundertorte, sondern auch pikante Kleinigkeiten. Zudem will sie im Mai oder Juni einen Tag des offenen Gartens veranstalten: „Ich bin im letzten Sommer von Gästen immer wieder gefragt worden, ob sie sich denn nicht mal in meinem Garten mit den vielen alten Obstbäumen umschauen können. Da der eigentlich privat ist, werde ich das Interesse nun einfach bündeln“, sagt Rösler. Und dann möchte sie langfristig noch einen Frau-Holle-Backofen auf ihrem Grundstück haben.

Das LandcaféWildwuchs“ ist in Zwenkau, Berg 12, zu finden. Geöffnet ist donnerstags, freitags und samstags von 10 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Telefon 0178 5576312.

Ulrike Witt

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