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Markkleeberg Geht nicht, gibt’s nicht
Region Markkleeberg Geht nicht, gibt’s nicht
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19:00 12.04.2011
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„Selbst führende Lampenhersteller konnten mir nichts passendes anbieten“, sagt der 56-jährige Maschinenbauingenieur. Im August 2010 stand die Lösung plötzlich vor ihm: in Person von Werner Linke.

Der Großpösnaer ist Geschäftsführer der Limedia TV- und Videoproduktion und Kunde bei Holl. Als er ein Gehäuse abholen wollte, lief Keßler über den Hof und wurde auf Linkes Auto und ein elektrotechnisches Bauteil aufmerksam. Die Männer kamen ins Gespräch, fachsimpelten. Keßler erzählte von seinen Nöten und stieß auf reges Interesse.

„Wir arbeiten seit 20 Jahren im Bereich Dekolicht beim Fernsehen und haben verschiedene Projekte realisiert: 2003 das MDR-Nachrichtenstudio, später das Brisant-Studio für die ARD und zuletzt das neue Bühnenbild für die ZDF-Sendung Carmen Nebel“, erklärt Linke. Geht nicht, gibt’s für den Chef des Familienunternehmens – Ehefrau Rita und die Söhne Mathias und Thomas gehören dazu – nicht. Er ist ein Tüftler.

Für die 1200 Quadratmeter große Stahlbauhalle in der Teile für den Maschinen- und Anlagenbau zugeschnitten, abgekantet und geschweißt werden, wollte Keßler auf keinen Fall Leuchtstoffröhren: „Die sind aus meiner Sicht ein Auslaufmodell.“ Ihm schwebte was anderes vor: LED-Leuchten (elektronische Halbleiter-Bauelemente), die je nach Lichteinfall automatisch gedimmt werden. Sein Ziel: Die Energiekosten reduzieren. „Wenn das alle machen würden, könnten wir glatt ein Atomkraftwerk abschalten“, sagt Keßler in Bezug auf die aktuelle Energiediskussion.

Sein Wunsch wurde von Linkes umgesetzt. Sie entwickelten ein System aus 36 LED-Flutern, die wie alle Versorgungsmedien in der Halle an der Decke installiert werden. „Die bringen mit jeweils zweimal 70 Watt maximaler Leistung sogar mehr Licht als wir brauchen“, sagt Werner Linke. Während die Gehäuse auf dem deutschen Markt zu haben waren, stammen die LED’s von einer amerikanischen Firma.

Bevor es losgehen konnte, musste allerdings Keßlers Chefin, Geschäftsführerin Ines Rathmann, überzeugt werden. „Bei höheren Investitionskosten heißt es immer erst einmal Nein“, weiß Keßler aus Erfahrung. Letztlich gab die 43-Jährige aber grünes Licht für das Projekt. Für Rathmann zählte nicht nur die Senkung der Energiekosten. „Meine 35 Leute sollen ordentliche Arbeitsbedingungen haben“, lautete ihr zweites Argument.

Schon einen Monat nach dem ersten Gespräch lief die Testphase mit vier LED’s an. „Innerhalb kurzer Zeit haben wir etliche Lichtmessungen durchgeführt und Lichtfarben getestet“, erzählt Mathias Linke. Unterstützung fanden Linkes bei der Installation in der Firma Licht und Kraft. „Wir entscheiden uns immer für ortsansässige Partner. Damit haben wir nie falsch gelegen“, sagt Werner Linke.

Das Herzstück der Anlage ist ein auf den ersten Blick unscheinbarer Kasten. Darin befindet sich der Computer mit dem Steuerungsprogramm, das von Thomas Linke entwickelt wurde. „Die Steuerung erfolgt über drei Sensoren, die an unterschiedlichen Stellen die Tages-, die Innen- und die Außenhelligkeit messen“, erläutert sein Vater. Je nach Ergebnis werden die zu Gruppen zusammengefassten Strahler hoch- oder runtergefahren. „Schauen Sie“, sagt Werner Linke, „im Moment liegt die Leistung zwischen 0 und 62 Prozent.“ Der hohe Wert sei bei den Schweißarbeitsplätzen kaum zu vermeiden. „Die brauchen viel Licht“, so Keßler. Anderswo werde keine zusätzliche Lichtquelle benötigt.

Sollte die Anlage bei einer Havarie ausfallen, kann problemlos auf Handbetrieb umgestellt werden. Notwendig war das bislang aber nicht. „Seit 12. Januar läuft alles reibungslos“, betont Keßler. Bleibt das so, amortisiert sich die Investition schon im ersten Jahr. Das geht aus dem Journal, das den Energieverbrauch auflistet, hervor.

„Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten den richtigen Riecher“, meint Rathmann. Auch mit dem Bau der Werkhalle: „Im vergangenen Jahr waren die Baukosten krisenbedingt noch günstiger. Inzwischen haben die Preise kräftig angezogen.“ Keßler hat derweil schon neue Pläne: „Auf den Toiletten soll das Licht automatisch an- und ausgehen, dann ist es egal, ob die Kollegen das Ausschalten vergessen. Das Gleiche schwebt mir für die Schleifräume vor. Zudem soll dort die Absaugvorrichtung schon kurz vor dem Start der Maschinen anspringen.“

Ulrike Witt

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