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Geldnot: Kirchgemeinde will Gaschwitzer Friedhof schließen

Geldnot: Kirchgemeinde will Gaschwitzer Friedhof schließen

"Aus wirtschaftlichen Gründen sieht sich der Kirchenvorstand Großstädteln-Großdeuben genötigt, den Friedhof Gaschwitz ab 1. September zu schließen." Diese Notiz überraschte im August nicht nur die Gaschwitzer, sondern auch den Markkleeberger Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD).

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Auf dem Friedhof Gaschwitz finden seit Jahren immer weniger Menschen ihre letze Ruhe. Die Stadt will die Anlage erhalten, auch wegen der Kriegsgräber.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. "Ich hätte erwartet, dass die evangelische Kirchgemeinde vor so einem schwerwiegenden Schritt das Gespräch mit dem Rathaus sucht", sagt der 47-Jährige, der in diesen Tagen immer wieder Briefe und Anrufe von Bürgern erhält, die sich um Grabstätten von Familienmitgliedern sorgen. Zumal der Friedhof in der Hauptstraße 275 aufgrund mehrerer Gräber mit Opfern beider Weltkriege eine besondere Bedeutung für die Stadt habe (die LVZ berichtete). "Wir wollten eigentlich beim Volksbund Kriegsgräberfürsorge einen Antrag auf Neugestaltung der Grabflächen stellen", erzählt Schütze. Dies betreffe insbesondere den Ehrenhain für die Sowjetsoldaten, der in einem sehr schlechten Zustand sei. "Die Gräber sollen einen würdigen Rahmen bekommen", so der Rathauschef. Außerdem seien die Stadtteile Gaschwitz und Großstädteln dank der Förderprogramme Soziale Stadt und Efre wieder Zuzugsgebiet. Langfristig werde der Friedhof damit wieder stärker genutzt.

"Wir mussten einfach aus wirtschaftlichen Gründen die Notbremse ziehen. Die Gemeinde verfügt weder über die finanziellen noch die personellen Mittel, um den flächenmäßig sehr großen Friedhof, der sich über zwei Gemarkungen auf Gaschwitzer und Großstädtelner Flur erstreckt, angemessen unterhalten zu können", erklärt der stellvertretende Kirchenvorstandvorsitzende Rainer Benedix. "Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen", betont Pfarrer Arndt Haubold, der die im Urlaub weilende Pfarrerin Kathrin Bickhardt-Schulz vertritt. Aber der Friedhof sei mit maximal fünf Bestattungen pro Jahr nicht betreibbar. Viele ließen ihre Angehörigen auf dem billigeren kommunalen Friedhof in der Hauptstraße zur letzten Ruhe betten oder favorisierten andere Bestattungsformen. "Nichtsdestotrotz nehmen wir die Sorgen der Bürger sehr ernst." Auch wenn es keine Bestattungen mehr in Gaschwitz gebe, werde die Ruhefrist der vorhandenen Grabstellen eingehalten.

Im Rathaus macht sich derweil Optimismus breit. "Wir sind jetzt mit Pfarrerin Bickhardt-Schulz und dem Kirchenvorstand, aber auch Superintendent Martin Henker im Gespräch und hoffen, bis Mitte September gemeinsam eine Lösung zu finden", so Schütze. Beispielsweise in dem sich die Stadt, wie bisher auch, mit einem Zuschuss beteiligt. "Wir müssen uns nur über die Höhe verständigen", meint der Oberbürgermeister. Denkbar seien aber auch eine Verringerung der Friedhofsfläche und die Öffnung für andere Bestattungsformen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.08.2014
Ulrike Witt

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