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Gemeinde-Hochzeit droht zu platzen

Gemeinde-Hochzeit droht zu platzen

Großpösna. Aus der Gemeinde-Hochzeit von Großpösna und Belgershain wird wohl nichts. Das Landratsamt hat signalisiert, die Verwaltungsgemeinschaft von Belgershain mit Naunhof und Parthenstein für wichtiger zu halten, als den Wunsch der Belgershainer Bürger.

Angesichts der bisher positiven Begleitung durch das Landratsamt sei sie "irritiert", meint Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch.

In diesem Jahr seien es zehn Jahre, dass Belgershain nach Großpösna wolle, erklärt der Belgershainer Bürgermeister Thomas Hagenow. Und natürlich werde er immer wieder auf der Straße angesprochen, wann es denn nun soweit sei.

Mit Großpösna sei sein Ort vielfältig verbunden. Vereine, Kultur, das gemeinsame Oberholz, die Bahnlinie - es gebe eine enge Verflechtung. Enger jedenfalls als mit Naunhof, meint er. Von dort werde der Ort lediglich über die nach der Kreisreform zwangsweise gegründete Gemeinschaft mit Naunhof und Parthenstein verwaltet. Das finden wohl auch die Belgershainer, die 2012 mit 57 Prozent mehrheitlich einer Eingliederung nach Großpösna zustimmten. "Und unser Gemeinderat steht auch nach zehn Jahren Bemühungen und Problemen noch immer einstimmig zu den Plänen", sagt Hagenow.

Landrat Gerhard Gey und seine Kommunalaufsicht hatten jedoch - wie berichtet - immer wieder klar gemacht, dass zu einer Ausgliederung von Belgershain aus der Gemeinschaft die Zustimmung der anderen Mitglieder nötig sei. Die hatten das jedoch - erwartungsgemäß - abgelehnt. Weil Belgershain und Großpösna aber an ihren Plänen festhalten, muss nun der Kreis entscheiden, was wichtiger ist für die Region.

In einem langen Brief teilte Gey Hagenow seine geplante abschlägige Entscheidung bereits mit. Endgültig sei das aber nicht, beteuerte Sprecherin Brigitte Laux. Die Anhörung sei noch nicht abgeschlossen. "Alle Argumente müssen sorgfältig abgewogen werden, daher ist zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage möglich", erklärte sie.

Eine Ausgliederung Belgershains bringe "ungesunde Turbulenzen" in die Verwaltungsgemeinschaft, meint nämlich der Naunhofer Stadtchef Volker Zocher. Das Rathauspersonal sei auf diese Einwohnerzahl ausgelegt, ohne Belgershain (3400 Einwohner) seien kleinere Strukturen vonnöten. Eine Eingemeindung Belgershains nach Großpösna bringe nur "eine Allianz der Zwerge". Dabei müsse angesichts der demographischen Entwicklung eher in größeren Einheiten gedacht werden, warnt er.

Das sieht Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch ähnlich. Unabhängig vom Ausgang der Eingemeindung kündigt sie den Wunsch nach einer engeren Zusammenarbeit mit Naunhof an. Es gebe viele Fragen, die besser gemeinsam anzugehen seien, sagt sie. Von Landrat Geys angekündigter Entscheidung sei sie "irritiert". Viele Jahre habe der Kreis die Frage der Eingemeindung begleitet. "Wir hatten immer den Eindruck, dass er dieser Entwicklung durchaus positiv gegenüber eingestellt ist."

Immerhin habe Gey in einem Gespräch kurz vor Weihnachten eine erneute Prüfung zugesagt, so Lantzsch. Grund: Nach der Gebietsreform 1998 habe Belgershain den Weg in die Verwaltungsgemeinschaft gehen müssen, weil über die Kreisgrenze hinweg ein Zusammenschluss mit Großpösna nicht möglich war. Diese Grenze gebe es aber nicht mehr. Für Großpösna (5400 Einwohner) wäre die Eingemeindung gut, so Lantzsch. Es entstehe eine starke, dauerhaft selbstständige Gemeinde im ländlichen Raum.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.01.2014
Jörg ter Vehn

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