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Markkleeberg Gemeinschaftsgarten in Großstädteln blüht langsam auf
Region Markkleeberg Gemeinschaftsgarten in Großstädteln blüht langsam auf
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08:01 03.05.2018
Im Gemeinschaftsgarten können sich auch Gärtner auch ohne eigenes Land versuchen. Quelle: Kempner
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Markkleeberg

Es blüht langsam in Großstädteln. Seit vergangenem Sommer wächst und gedeiht der Gemeinschaftsgarten am Kleingartenverein „An der Pleiße“. Die Vorständin Beate Duemke hat aus einem leerstehenden 600 Quadratmeter fassenden Grundstück einen Fleck der Verwirklichung gezaubert: Gärtner, die gerne Gemüse oder Blumen anbauen würden, aber keinen Garten haben, können sich hier ausleben. Von den insgesamt acht schmalen Beeten, die alle acht Quadratmeter messen, sind bisher sechs vergeben.

Zwei Familien mit kleinen Kindern haben Kohlrabi und Radieschen gepflanzt, daneben versucht sich ein Gärtner in der Sukkulenten-Zucht. Eine Kräuter-Liebhaberin hat ein Beet mit Wildkräutern gestaltet. Bald will ein Imker Bienenstöcke auf das Gelände stellen. Ein Stück des Gartens bewirtschaften Bewohner mit geistiger Behinderung der Diakonie-Wohngruppe mit Möhren, Salat und Erdbeeren. Die Integration sei ein wichtiger Bestandteil des Projekts, erklärt Duemke. Regelmäßig trifft sie sich mit Vertretern der Diakonie und Susann Eube, der Gleichstellungsbeauftragen von Markkleeberg. Mittwochs und sonntags ist der Garten nachmittags für Interessierte und Menschen, die Lust haben, die Schaufel zu schwingen, geöffnet.

Mietet fällt bislang nicht an

Die ambitionierten Gärtner, die ein Stück Land bestellen, bekommen einen Schlüssel, können also rund um die Uhr zu ihrem Garten gelangen. In der Laube finden sie Fachliteratur über den Gemüseanbau, in einem Schuppen stehen Gartengeräte bereit. Miete fällt für die Teilnahme nicht an, der Projektgarten wird von „Wir in Sachsen“ gefördert. „Wenn wir nächstes Jahr keine Gelder bekommen, müssen wir eventuell einen kleinen Obolus verlangen“, sagt Duemke. Die 62-Jährige hätte sich mehr Resonanz auf das Garten-Angebot gewünscht. „Aber da muss man wahrscheinlich Geduld haben“, fügt sie hinzu. Um das Projekt in die Öffentlichkeit zu tragen und Markkleeberger einzuladen, gibt es monatlich Veranstaltungen wie Lesungen, Vernissagen und einen Flohmarkt.

Kontakt zu anderen Urban-Gardening-Projekten

„Das ist alles so in meinem Kopf entstanden“, erwähnt Duemke und lässt ihren Blick über die Fläche schweifen. „Ich möchte das einmal übergeben und wissen, dass es weitergeht.“ Erstmal wird die Gartenverein-Vorständin sich aber noch selbst um das Projekt Gemeinschaftsgarten kümmern. Sie steht in Kontakt mit vergleichbaren Urban-Gardening-Projekten in Leipzig, holt sich Tipps von den Vorreitern.

Im Herbst soll die Feuerwehr den großen Walnussbaum auf dem Grundstück fällen. Dort will Duemke Hochbeete anlegen. Im kommenden Jahr steht Hobbygärtnern an der Pleiße also noch mehr Platz zur Verfügung. Bis es so weit ist, genießt Marcel Kühn, der das Beet der Diakonie mit bestellt, die Arbeit im Garten. „Wenn ich etwas ernten kann, freue ich mich“, sagt der 32-Jährige.

Von Theresa Held

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