Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Generationenwechsel: Mehr junge Familien bestellen Kleingärten
Region Markkleeberg Generationenwechsel: Mehr junge Familien bestellen Kleingärten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 10.02.2018
Die Vereine Südstern und Hartwald in Markkleeberg führen Wartelisten mit Naturfreunden, die gerne Gemüse in einem der Gärten anbauen möchten. Heiko Kilian, Vereinsvorsitzender des Kleingartenvereins Südstern, freut sich schon auf die Gartensaison. Quelle: André Kempner
Markkleeberg/Markranstädt

Das durchschnittliche Mitglied der Vereine des Kreisverbandes Leipzig der Kleingärtner Westsachsen war 2012 noch 66 Jahre alt, fünf Jahre später nur 57 Jahre. „Viele junge Familien lösen Parzellen von alten, gebrechlichen Gartennutzern ab“, weiß Ralf-Dirk Eckardt, Vorsitzender des Kreisverbandes. Er geht davon aus, dass der Altersschnitt noch weiter sinken wird.

Während vor fünf Jahren noch viele Gärten ohne Pächter waren, seien die Vereine nun „voll ausgebucht“. Gerade die 18 Gartenvereine in Markkleeberg seien wegen ihrer Stadtanbindung und der Nähe zu den Seen sehr beliebt, sagt der 55-Jährige. Auch in den je drei Kleingartensiedlungen in Zwenkau und Großpösna verwirklichen sich zunehmend junge Naturfreunde. In Markranstädt stehen Parzellen des Vereins „Feierstunde“ regelmäßig unter Wasser, einige Gärten im Verein sind daher nicht vergeben. Ein Entwässerungskanal soll im kommenden Jahr das Überschwemmungs-Problem lösen. In den übrigen elf Kleingärten in Markranstädt ist der Generationenwechsel in vollem Gange. „Schön ist, dass wir auch Pächter mit geringerem Einkommen haben“, sagt Eckardt. Etwa 150 Euro koste die Grünfläche im Jahr.

Junge Gärtner legen Wert auf Naturverbundenheit

„Projektgärten, die von Kitas oder Schulen bestückt werden, haben Kinder auf die Grünflächen gelockt“, beobachtet Eckardt. Einige Familien seien danach einem Verein beigetreten und pflanzten nun ihr eigenes Gemüse an. Vielen sei es wichtig, dass sie den Garten zu Fuß oder mit dem Rad erreichen können. Die jüngeren Gärtner zögen etwa Knoblauch, Kamille oder Sanddorn in ihren Schrebergärten. „Ihnen ist die Naturverbundenheit wichtiger als die große Ertragsaussicht“, berichtet Eckardt. Bei älteren Gärtnern habe eine reiche Ernte im Vordergrund gestanden. Probleme gebe es kaum zwischen den Generationen.

Kreisverband empfiehlt Bio- und Komposttoiletten für Kleingärten

Trotz des Wechsels werden die Gärten doch meist mit Bäumen, Beeten, Laube und mit Toilette weitergegeben. Seit der Wende sind allerdings die sogenannten abflusslosen Gruben bei Neubauten nicht mehr erlaubt. Bei etwa jedem dritten Kleingarten rund um Leipzig führt der Abfluss der Gartentoilette allerdings noch in eine solche mit Beton verkleidete Grube. „Wenn sie voll ist, wird sie abgepumpt“, weiß Eckardt. Lediglich die Gruben der Vereinsheime mussten bis 2015 auf ihre Undurchlässigkeit geprüft werden. Eckardt geht davon aus, dass auch die Auffangbecken der einzelnen Gärten dicht sind. Der Kreisverband empfiehlt Gärtnern, die neue Lauben bauen, Kompost- und Biotoiletten: Komposttoiletten verwandeln Ausscheidungen in Erde, in Biotoiletten werden sie zunächst verdünnt und dann kompostiert. Chemietoiletten sind im Schrebergarten verboten.

Zum Frühjahrsauftakt stutzen die Gartenfreunde um Leipzig ihre Obstbäume und schützen sie etwa mit Weißöl gegen Ungeziefer. Voller Vorfreude ziehen einige Gärtner bereits Pflanzen im Gewächshaus vor. „Mit den ersten wärmeren Tagen im März geht es in den Kleingärten dann rund“, sagt Eckardt. Derzeit, kurz vor der Saison, würden noch viele Parzellen von älteren, gebrechlichen Gärtnern an jüngere weitergegeben. Im Onlineportal Ebay-Kleinanzeigen und auf der Internetseite des Kreisverbandes können Interessierte nach freien Gärten suchen.

Von Theresa Held

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zum mittlerweile zehnten Mal werden im Landkreis Leipzig die „Sportler des Jahres“ gesucht - in einer großen Gemeinschaftsaktion von Kreissportbund (KSB) und Leipziger Volkszeitung. Die Abstimmung ist beendet!

13.03.2018

Auf den Finderlohn für ein gestohlenes Fahrrad aus war ein 46-Jähriger, den die Polizei am Mittwochabend am Forsthaus Raschwitz fasste.

09.02.2018

In Markkleeberg versorgt eine neue Ladesäule Elektroautos mit Strom. Bislang müssen die Nutzer dafür nichts zahlen.

08.02.2018