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"Gewässerverbund mit Elektromotoren nicht nutzbar"

"Gewässerverbund mit Elektromotoren nicht nutzbar"

Markkleeberg/Großpösna. In die Diskussion um die künftige Motorbootnutzung des Markkleeberger und Störmthaler Sees haben jetzt die Angler eingegriffen. Sie machen sich für schadstoffarme Verbrennungsmotoren stark.

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Benzin- (l.) oder Elektromotor fürs Angelboot - was ist vernünftiger? Die Störmthaler Seehechte sprechen sich wie auch der Anglerverband Leipzig für schadstoffarme Verbrennungsmotoren auf den Gewässern des Seenverbundes aus.

Quelle: Jörg ter Vehn

Die Störmthaler Seehechte als einer der Mitgliedsvereine bringen zum Beispiel ganz praktische Argumente ins Spiel.

Benzin- oder Elektromotor - in dem rund 80 Mitglieder starken Verein gibt es Boote mit Antrieben dieser und jener Art. Und daher auch eine Menge Erfahrung und Vergleichsmöglichkeiten. Schriftführer Torsten Engnath, als Vermessungsingenieur ein Mann fürs Präzise, hat Vor- und Nachteile beider Antriebe säuberlich herausgearbeitet:

Kosten: "Benziner" mit drei bis fünf PS kosten zwischen 700 und 1000 Euro neu, vergleichbare Elektromotoren zwischen 2000 und 4000 Euro. Hinzu kommen zwei Akkus, Stückpreis rund 450 Euro. Beide Motoren benötigen nur eine geringe Wartung, Akkus sind aber nur begrenzt haltbar.

Gewicht: Der Außenborder wiegt mit Treibstoff 20 bis 35 Kilogramm. Der E-Motor bringt es auf 20 Kilogramm, jeder der zwei benötigten Akkus wiegt rund 60 Kilogramm. Wenn nur der kleinere Markkleeberger See befahren werden soll, genügen zwei Akkus von je 40 Kilogramm.

Sein Verein habe die Fischereirechte beider Seen gepachtet, erzählt Engnath. "Wir haben den Seenverbund mit der teuren Schleuse, sollten das auch nutzen können", meint er. Kleine, preiswerte E-Antriebe seien wegen ihrer geringen Leistung aber problematisch, bei etwas Wind sogar gefährlich. Unter Volllast könne damit maximal anderthalb Stunden gefahren werden. "Der Gewässerverbund ist mit ihnen nicht nutzbar", resümiert er. Es müssten also die größeren Antriebe mit den schweren Batterien sein - die dann bei offenen Angelbooten jedes Mal vor und nach der Fahrt ins Boot geschleppt werden müssten - eine Plackerei. Und die größere Boote müssten an Stegen mit Ladestationen festmachen können - noch weitgehend Zukunftsmusik an den neuen Seen.

Ohnehin seien die Angler keine Gefahr mit ihren Booten. "Unsere Leute fahren bis zu ihrer Angelstelle und stellen da den Antrieb ab", erklärt er. Später werde einfach nur zurückgefahren. Nur wenige Boote seien gleichzeitig unter Motor in Betrieb. Die Angler machten sich außerdem für schadstoffarme Motoren und für eine Geschwindigkeitsbeschränkung von zehn Stundenkilometern auf den Seen stark. "Und wir respektieren Schutzzonen und Abstände vom Ufer", sagt er. "Nicht ohne Grund ist der Anglerverband Leipzig ein anerkannter Naturschutzverband."

Die Störmthaler Seehechte seien ein bunt gemischter Verein mit rund 80 Mitgliedern vom Arbeiter bis zum Arzt. "Für die wenigen Fahrten, die unsere Angler machen, aber bis zu 5000 Euro für einen Antrieb ausgeben zu müssen, empfinde ich als sozial ungerecht", sagt Engnath. Schließlich sollten doch so viele wie möglich die Seen nutzen können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.09.2014
Jörg ter Vehn

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