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Markkleeberg Gisela und Manfred Keßner: Helfen ist ihr Leben
Region Markkleeberg Gisela und Manfred Keßner: Helfen ist ihr Leben
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07:00 15.11.2017
Gisela und Manfred Keßner helfen selbst heute noch anderen. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Gisela und Manfred Keßner sind in Markkleeberg weithin bekannt. Allein im Stadtrat war das Ehepaar zwischen 1982 und 2009 für die CDU zusammen 32 Jahre aktiv. Dort aber auch im Seniorenbeirat und im Partnerstädtekomitee haben sie die Entwicklung Markkleebergs mit vorangetrieben. Jahrzehntelang gab es im Grunde keine Sitzung, keinen Arbeitseinsatz, keine Veranstaltung, bei der Keßners nicht dabei gewesen wären. Jetzt müssen sie es mit 80 und 81 Jahren alters- und krankheitsbedingt deutlich langsamer angehen lassen. Wenn Hilfe gebraucht wird, sind sie aber noch immer da.

Was viele nicht wissen: Familie Keßner spendet seit Mitte der Neunzigerjahre regelmäßig für verschiedenste Projekte. Zuletzt erst wieder 600 Euro für die 1995 vom damaligen Bürgermeister Bernd Klose ins Leben gerufene und heute fast in Vergessenheit geratene Aktion Bürgersinn sowie das Partnerstädtekomitee. Wenn Spenden laut Sächsischer Gemeindeordnung seit 2014 nicht in öffentlicher Sitzung vom Stadtrat angenommen werden müssten, wäre dies gar nicht publik geworden. „Wo Not ist, haben wir immer geholfen. Aber das braucht doch keiner mitzukriegen“, ist den bescheidenen Eheleuten das Ganze fast peinlich.

Wichtig ist Keßners hingegen, dass das Geld, bei den Bedürftigen, darunter ein schwer krankes Mädchen in Rumänien, auch ankommt. „Das sind wir denen, die uns statt Blumen und Geschenken zu Geburtstagen Geld für soziale Projekte schenken, schuldig“, betont er. Die Idee, bei runden und halbrunden Geburtstagen um Spenden zu bitten, sei ihm nach seinem 60. Geburtstag gekommen. „So viel brauchen wir doch gar nicht“, sagt Manfred Keßner. Der ehemalige Maurer und die Krankenschwester geben aber auch von ihrer eigenen Rente ab: „Immer, wenn was übrig ist, wird gespendet“, erzählt er. Inzwischen dürften nach eigener Schätzung 25 000 Euro zusammengekommen sein. In einer Zeit, wo viele meinen, wenn jeder an sich denkt, ist auch an alle gedacht, außergewöhnlich.

Und das ist noch nicht alles: Manfred Keßner war einige Jahre ehrenamtlich als Hausmeister im Westphalschen Haus tätig, hat mit seiner heute kranken Frau etliche Markkleeberger betreut. Jetzt freuen sie sich, dass ihnen Nachbarn und Freunde unter die Arne greifen. „Das ist schön“, strahlen beide.

Von Ulrike Witt

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