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Markkleeberg „Goldener Ton“ geht von Störmthal aus in die große weite Welt
Region Markkleeberg „Goldener Ton“ geht von Störmthal aus in die große weite Welt
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08:00 04.06.2016
Firmenbesuch beim „Goldenen Ton“: Landrat Henry Graichen (links) und Klavierbaumeister Knut Blüthner-Haessler am Rohbaurahmen eines Flügels. Quelle: Kempner
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Grosspösna

Von Beverly Hills über Sankt Petersburg bis nach China und Australien: Blüthner-Flügel und Klaviere gehen vom kleinen Störmthal aus in alle Welt. Landrat Henry Graichen (CDU) schaute sich am Freitag um und fragte, ob es Probleme gibt.

Klavierbaumeister und Technischer Geschäftsführer Knut Blüthner-Haessler erzählte von immer neuen Auflagen, die das Produzieren in Deutschland immer schwieriger machten. Mitunter habe er das Gefühl, er müsse immer neue amtliche Formulare etwa zu verwendeten Farben nur ausfüllen, damit diese dann auf dem Amt gelocht und abgeheftet werden können. Und zugleich hätten Schulen und öffentliche Einrichtungen kaum die Mittel, um die teure Handarbeit aus Deutschland dann beschaffen zu können. Dafür würden dann billige „Geräte“ aus China gekauft.

„Instrumente“ nennt Blüthner-Haessler denn auch das, was insgesamt 90 Mitarbeiter in Störmthal erschaffen. Zwischen 350 und 400 Blüthner-Flügel und -Klaviere sind das pro Jahr, dazu 500 bis 600 Klaviere der preiswerteren Marken Rönisch und Haessler sowie bis zu 2000 Klaviere der Einsteigermarke Irmler, die etwa zu 40 Prozent in Störmthal entstehen. Die Preise liegen je nach Marke und Ausführung zwischen 3000 und 120 000 Euro. In einem Flügel steckten rund 450 Stunden Arbeit, erläuterte er. Rund ein halbes Jahr dauere der Zusammenbau. Noch intensiver dürften die Spezialisten aus Störmthal an Sonderausführungen wie dem Rokoko-Flügel für Sankt Petersburg gearbeitet haben, oder an dem Acryl-Instrument, das derzeit für ein Haus in Beverly Hills entsteht.

„Unser Urur-Großvater hat nach der Firmengründung 1853 sehr früh mit dem Export angefangen. Davon profitieren wir heute noch“, erzählte der Klavierbaumeister. Berühmt wurden Blüthner-Instrumente mit ihrem „goldenen Ton“ durch weltbekannte Pianisten, aber auch die Beatles, Musical-Komponist Andrew Lloyd-Webber – oder als Spezialleichtbau auf dem Luftschiff Hindenburg. 1997 baute die Firma im Gewerbegebiet Störmthal neu, denkt derzeit über eine Erweiterung nach.

Von Jörg ter Vehn

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