Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Grabensystem in der Elsteraue wird endlich schrittweise saniert
Region Markkleeberg Grabensystem in der Elsteraue wird endlich schrittweise saniert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 07.02.2016
Der Werbener Ableiter soll ab Oktober saniert werden. Quelle: André Kempner
Anzeige
Zwenkau

Fünf Jahre nach der großen Schneeschmelze, als Tellschütz tagelang unter Wasser stand, sollen nun der Werbener Ableiter und der Mausitzer Graben saniert werden. Beide gehören zum maroden Vorflutsystem in der Elsteraue. Baustart soll im Oktober nach der Vegetationsperiode sein, Bauherr der Tagebausanierer LMBV. Finanziert werden die insgesamt rund 200 000 Euro teuren Maßnahmen unter dem Stichwort „nachholende Gewässerunterhaltung“ über Paragraf 3 des Bund-Länder-Abkommens zur Braunkohlesanierung.

„Viele Entwässerungsgräben waren bergbaubedingt weggefallen, andere durch die LPGs zugeschüttet worden. Durch die Absenkung des Grundwassers machte das über Jahrzehnte auch keine Probleme, der Boden war ja extrem aufnahmefähig“, erklärt Zwenkaus Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Nach Einstellung des Tagebaus 1999 stieg das Grundwasser an. Hinzu kamen meteorologische Ausnahmesituationen mit Starkregen und Hochwasser.

Im Januar 2011 meldete Tellschütz erstmals Land unter. Das Unterdorf rund um den Anger stand 20 Zentimeter im Wasser. Über Wochen pumpte die Feuerwehr Grundstücke und Keller leer, hob mit Anwohnern und Mitarbeitern des kommunalen Bauhofs notdürftig Gräben aus. Die Tellschützer, allen voran Andreas Zimmermann, drängten danach im Rathaus auf eine grundhafte Sanierung des kaputten Graben-Teich-Systems.

Im Sommer 2012 wurden im ersten Schritt dank Fördermitteln aus dem Ile-Dorfsanierungsprogramm der Teich in der Ortsmitte, ein Auffangbecken vor der Kirche, die Gräben am Ring, Am Anger und auf der nördlichen Seite der Carsdorfer Straße saniert. Insgesamt flossen rund 280 000 Euro, davon 150 000 Euro Ile-Fördermittel, in das Oberflächenentwässerungssystem. Komplett war das damit noch lange nicht. Es wurde lediglich der Abfluss in südliche Richtung zum Profener Mühlgraben gebahnt. Und auch das nicht zur Zufriedenheit der Tellschützer. So läuft Anwohnern der südlichen Seite der Carsdorfer Straße bis heute bei lang anhaltendem Regen Wasser auf die Grundstücke, weil der Graben vor ihren Haustüren – entgegen des Straßengefälles – nicht ertüchtigt wurde.

Gar nicht angefasst wurden bislang der Werbener Ableiter zwischen Großdalzig und Tellschütz und der Mausitzer Graben nördlich von Großdalzig. Dabei hatte das Ingenieurbüro Klemm & Hensen schon 2011 die Pläne für die Überholung des gesamten Graben-Teich-Systems in und um Tellschütz vorgelegt. Der Stadt fehle das Geld, außerdem sei es Sache der LMBV, das Vorflutsystem wiederherzustellen, hieß es aus dem Rathaus.

Vergangenes Jahr nahm das Projekt endlich Fahrt auf. „Die Finanzierung steht: Das überarbeitete Konzept für die Ertüchtigung der zwei jeweils bis zu drei Kilometer langen Grabenabschnitte wurde genehmigt, so dass die Planung jetzt konkretisiert werden kann. Gebaut wird außerhalb der Vegetationszeit zwischen Oktober 2016 und Februar 2017“, sagt LMBV-Sprecherin Claudia Gründig.

Schulz will die LMBV weiter in die Pflicht nehmen und die Landesdirektion an den Tisch holen: „Probleme gibt es nicht nur westlich der Weißen Elster, auch östlich ist das Vorflutsystem durch den Tagebau zerstört worden. Die Folgen spüren wir seit Jahren in Imnitz.“ Er fordert: „Das Elster-Vorflutsystem muss in Gänze betrachtet, die Batschke und die alte Weiße Elster wieder bespannt werden. Beide Wasserläufe haben auch eine wichtige Funktion für das Eichholz.“

Von Ulrike Witt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der Nacht zu Montag waren im Pösna Park gleich vier Geschäfte das Ziel von Einbrechern. Der Diebstahlschaden wird auf eine vierstellige Summe, der Sachschaden auf 10.000 Euro geschätzt, wie die Polizei in Leipzig mitteilte.

03.02.2016

Die drei modernen Eisenbahnbrücken in der Breitscheid-, der Rathaus- und der Zöbigkerstraße fallen neuerdings nachts durch blaue Leuchtstreifen auf. Eine Idee, die im Markkleeberger Rathaus geboren wurde. Es ist nicht die einzige.

04.02.2016

Die Kosten der Kinderbetreuung steigen Jahr für Jahr, trotzdem will die Gemeinde Großpösna weiter investieren, zum Beispiel in Grundstücke für den Sozialen Wohnungsbau. Möglich macht dies die günstige Umlage der Einkommensteuer - also die gute Bevölkerungsentwicklung.

04.02.2016
Anzeige