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Größte Silbermünze der Welt auf Schloss Güldengossa ausgestellt

54,45 Kilogramm schwer, 65 Zentimeter Durchmesser: Größte Silbermünze der Welt auf Schloss Güldengossa ausgestellt

Zur Eröffnung des neuen Münzkabinetts im Schloss Güldengossa kamen zwei Größen: Sachsens Finanzminister Georg Unland und die mit 54,45 Kilogramm und 65 Zentimetern Durchmesser größte Silbermünze der Welt.

Sachsens Finanzminister Georg Unland und Landrat Henry Graichen (v.l.) bestaunen die größte Silbermünze der Welt, die bei der Firma Geiger Edelmetalle in Espenhain hergestellt und von Rolf Müller-Syring (Mitte) am Dienstag im Schloss Güldengossa vorgestellt wurde.

Quelle: Kempner

GroSSPösna. Zur Eröffnung des neuen Münzkabinetts im Schloss Güldengossa hatte sich am Dienstagnachmittag die Firma Geiger Edelmetalle zwei passende Größen ins Haus geholt: Sachsens Finanzminister Georg Unland kam. Und die mit 54,45 Kilogramm und 65 Zentimetern Durchmesser größte Silbermünze der Welt wurde erstmals in Sachsen ausgestellt.

Derweil Unland eine launige Geschichte über Georg den Bärtigen und den Streit um den Silbergehalt in Münzen anno 1530 zum Besten gab, in dessen Folge erstmals der Spruch „nach altem Schrot und Korn“ für reines Edelmetall auf eine Münze geprägt worden sei, war um ihn herum garantiert alles echt: 109 historische Gold- und Silbermünzen mit dem Schwerpunkt auf Sachsen sowie dem Bergbau zeigt das neue Münzkabinett. Es war in Zusammenarbeit mit dem Auktionshaus Künker erstellt worden.

Gleich gegenüber im Foyer befinden sich dann die käuflichen Muster des Edelmetallhändlers Geiger: Goldmünzen aus Australien, Kanada, verschiedene Krügerrands aus Südafrika sowie allerlei Edelmetallmedaillen und Barren aus der eigenen Schmelze des Hauses in der früheren Schallwarte in Espenhain.

Dort war auch „Elefant in Gefahr“, die größte Silbermünze der Welt, hergestellt worden. Prägen sei bei der Größe nicht mehr möglich, erläuterte Geschäftsführer Rolf Müller-Syring. Gefräst wurde der Riese. Rund zwei Monate habe die Handarbeit in edlem antique-finish gedauert.

Die Münze mit einem Gewicht von 1750 Unzen war Anfang November vorigen Jahres erstmals in München auf der Edelmetall- und Rohstoffmesse vorgestellt worden. Das Besondere: Sie kann gekauft werden. Kaufpreis: Je nach Silberpreis rund 105 000 Euro. 15 Stück davon dürfen hergestellt werden, es gebe bereits Interessenten, hieß es.

Herausgeber ist die Elfenbeinküste. Gezeigt wird auf der einen Seite ein eindrucksvoller afrikanischer Elefant in einer Naturlandschaft, zudem die Nummer der Münze, ihr Gewicht, das Herstellungsjahr und die Prägeanstalt LEV für Leipziger Edelmetallverarbeitung. Auf der Rückseite findet sich das Wappen der Elfenbeinküste („Republique de Côte d’Ivoire“), in dem ebenfalls ein Elefant zwischen zwei Palmen gezeigt wird. Wem die große Münze vielleicht doch etwas zu schwer wiegt - es gibt sie auch in Klein. Da hat sie eine Unze (31,1 Gramm), wird in einer Auflage von tausend Stück geprägt und kostet aktuell 86,28 Euro. Eine Euro je Münze fließe in ein Rettungsprogramm für die Tiere, versprach Müller-Syring.

Die Firma Geiger Edelmetalle glaubt zudem an den Bergbau, treibt über ihre Tochterfirma Sachsenerz Bergbau Erkundung und Abbauvorbereitung in einer ehemaligen Wolframitgrube bei Zschorlau voran. Firmen-Geologe Dr. Jens Kirste und Dr. Simone Schopf von der Bergakademie Freiberg berichteten den Gästen - auch Finanzminister Unland hörte aufmerksam zu – von den Plänen und dem aktuellen Stand.

So war zwar ursprünglich nach Silber gesucht, aber ein erfolgversprechendes BiCoNi-Vorkommen entdeckt worden (die LVZ berichtete) . Bismut, Nickel und Cobalt sind insgesamt seltene und kostbare Metalle, die in vielen Techniken von der Metallverarbeitung bis zur Raumfahrt, von der Elektrotechnik bis zur Medizin verwendet würden, erläuterten die beiden. Über eine mikrobielle Laugung, wie es sie bereits beim Kupferbergbau in Chile seit Jahrzehnten gibt, könnten die Metalle aufbereitet werden. Noch sei bei Versuchen die Ausbeute zu gering, die richtige Bakterienart wohl noch nicht gefunden. Geprüft werde aber auch der Einsatz chemischer Verfahren.

Von Jörg ter Vehn

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