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Großdalzig: "Hier sind ein paar Mädels, die können sich wehren"

Großdalzig: "Hier sind ein paar Mädels, die können sich wehren"

Freitagabend im Gemeindezentrum Großdalzig: 20 Sportler zwischen elf und 74 Jahren, alle weiß gekleidet und barfuß gehen auf die Knie, schließen die Augen. Wo eben noch gelacht und geschwatzt wurde, herrscht plötzlich Stille.

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Und Action: Vorsitzender Ralf Grune (vorn in dunkler Hose) und ein Teil der Shogun-Aktiven beim Training im Gemeindezentrum Großdalzig.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. "Das ist unser Begrüßungsritual. Wichtig, um gedanklich herunterzukommen, den Alltag auszublenden und sich voll auf das Training konzentrieren zu können", sagt Ralf Grune.

Vor fast 20 Jahren hat der 54-Jährige den Karate-Verein Shogun gegründet. Zum Kampfsport sei er selbst erst mit 30 gekommen. "Ich habe ein bisschen Fußball gespielt und mit Karate aus der Ferne geliebäugelt", erzählt der Großdalziger. Bis 1990. "Damals habe ich eine Anzeige in der LVZ entdeckt. Im Klingerweg in Leipzig wurde ein Karate-Kurs angeboten." Grune ging hin und war begeistert. Fünf Jahre später riet ihm Jiu-Jitsu-Trainer Armin Lemmel, einen eigenen Verein ins Leben zu rufen. Lemmel ist heute auch dabei. Einmal im Monat fährt er nach Großdalzig, zeigt den insgesamt 40 Aktiven, darunter 20 Kinder und Jugendliche, Hebel und Würfe.

Inzwischen läuft die Erwärmung. 20 bis 30 Minuten sind dafür vorgesehen. Grunes Cousin René Naumann gibt den Takt vor. "Das Training ist hart, Karate eine Mischung aus Körperbeherrschung und Schnellkraft. Ohne gute Kondition, Konzentration und bewusste Atmung geht das nicht", sagt Grune. Die Basis wird montags bei der ersten wöchentlichen Trainingseinheit gelegt: Im Winter heißt das Ackern in der Halle, im Sommer wird eine Stunde draußen gejoggt.

Nach der Erwärmung atmen die Sportler, die aus dem Südraum, aber auch aus Leipzig stammen, kurz durch. Der 15-jährige Fabian ist sechs Jahre dabei. "Mir gefällt die Gemeinschaft, ich sitze nicht zu Hause rum und tue was für meinen Körper", sagt der Teenager. Früher sei er schüchtern gewesen, hätte oft Angst gehabt. "Heute bin ich selbstbewusst, weiß, was ich kann." Grune schmunzelt: "Das geht den meisten so." Wobei die Stärke nicht darauf beruhe, die erlernten Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken anzuwenden, es sei vielmehr eine mentale Stärke.

"Karate heißt leere, waffenlose Hand. Wir schöpfen die Kraft aus uns, schlagen niemanden", betont Grune. Allein beim Zuschauen, Lemmel erklärt gerade die Abwehr von Würgegriffen, wird klar, die Shogun-Mitglieder könnten, wenn sie denn wollten. "Hier sind ein paar Mädels, die würde ich in der Disco nicht blöd anmachen, die können sich wehren", sagt der Vereinschef schmunzelnd und zeigt auf Nadja Grießbach. Die junge Frau aus Werben trägt den schwarzen Gürtel. Grune hat den rot-weißen Großmeistergürtel, den sechsten Dan. Am 20. Dezember steht, wie jedes Jahr vor Weihnachten, noch eine Gürtel-Prüfung an. Die Vorbereitungen laufen seit Wochen. "Wer es schafft, macht sich selbst das schönste Weihnachtsgeschenk", weiß Grune. Danach wird er wie immer zum Pizza-Essen einladen.

Für nächstes Jahr hat Grune große Pläne. "Im Februar richten wir das 16. Hallenfußballturnier der sächsischen Karate-Vereine in der Stadthalle Zwenkau aus. Im Juli machen wir beim Peter-und-Paul-Fest in Delitzsch und Anfang September beim Tag der Sachsen in Wurzen Action." Höhepunkt werde aber Ende Mai der Karate-Lehrgang mit dem ehemaligen Bundestrainer Bernhard Götz in Zwenkau sein. Und dann soll auch der 20. Vereinsgeburtstag, der eigentlich am 4. Februar ist, mit einem Spanferkelessen in Großdalzig gefeiert werden. "Wir haben schon so viele Pokale und Medaillen geholt, dass wir uns als kleiner Dorfverein vor den Großen nicht verstecken brauchen", sagt Grune stolz.

Wer Lust hat mitzumachen, neugierige Erwachsene jeden Alters - auch Anfänger - sind montags ab 18.30 Uhr und freitags ab 19 Uhr, Kinder ab sieben Jahren samstags ab 9 Uhr im Gemeindezentrum Großdalzig willkommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.12.2014
Ulrike Witt

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