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Großer Wirbel um JBZ Gaschwitz

Großer Wirbel um JBZ Gaschwitz

Das Jugend- und Begegnungszentrum Gaschwitz (JBZ) soll einen neuen Träger bekommen. Der bisherige will nicht mehr, fühlt sich überfordert. Eigentlich kein Problem: Doch schon die Ausschreibung stiftete Verwirrung im Stadtrat.

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Das Jugendbegegnungszentrum Gaschwitz gibt es seit 20 Jahren. Trotz kleinerer Sanierungsmaßnahmen wird das Gebäude dauerhaft nicht zu halten sein.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. "Warum soll Frau Schmidt denn gekündigt werden? Ich verstehe das nicht", meinte Rosemarie Jahn von den Linken. Dass Margitta Schmidt, seit fast zwölf Jahren Leiterin des JBZ, im Publikum verzweifelt den Kopf schüttelte, registrierte Jahn nicht.

"Die Stadträte waren überhaupt nicht vorbereitet", sagte Schmidt später enttäuscht. Sonst hätte Jahn gewusst, dass der Verein JBZ Gaschwitz die Trägerschaft zum 31. Dezember abgeben will und Margitta Schmidt im Mai 2014 nach 20 Jahren engagierter Arbeit als Sozialpädagogin in den Ruhestand gehen möchte. Von Kündigung könne daher keine Rede sein.

Dennoch ist in Gaschwitz einiges anders. Der JBZ e.V. will Mitspracherecht bei der Auswahl des neuen Trägers. Mehr noch: Der Vorstand, bestehend aus Jörg Lange, Jennifer Dammbrück und Margitta Schmidt, will einen Kooperationsvertrag mit dem Nachfolger schließen. "Wir möchten mitreden. Wir wissen, was die Jugendlichen brauchen und wollen keine Entscheidung vom Schreibtisch aus", so Schmidt.

Vor allem wolle der Verein, dass die Jugendarbeit "im trotz Förderprogramm Soziale Stadt noch immer unterversorgten Ortsteil" erhalten bleibe. "Das JBZ soll ohne Schließung nahtlos an den neuen Träger übergeben werden. Sollte bis zum 31. Dezember keiner gefunden werden, machen wir erst einmal weiter", kündigte Schmidt an. Das JBZ und die 20 Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren, die täglich in die Cröbernsche Straße 12 kommen, lägen ihr sehr am Herzen.

"Natürlich wird es in Gaschwitz weiterhin Jugendarbeit geben. Wenn wir das JBZ nicht wollten , würden wir keinen neuen Träger suchen", betonte Bürgermeister Philipp Staude. Wo und wie der Club geführt werde, müsse in Anbetracht der schwierigen baulichen Situation später entschieden werden, fügte er hinzu und befeuerte damit eher das Gerücht, dass die Stadt das marode Objekt verkaufen wolle.

Fakt ist, die Stadt und der Ortschaftsrat waren mit dem JBZ nicht immer zufrieden, wie es aus dem Rathaus heißt. "Unser alter Vorstand war zu inaktiv, hat kaum Kontakt mit dem Sozialausschuss gesucht", bestätigte Schmidt. Deswegen sei vor Monaten auch ein neuer gewählt worden.

Misstrauen gegenüber der Stadt offenbarte FDP-Stadträtin Anja Jonas. Sie forderte, dass die Mitglieder des Sozialausschusses die Ausschreibung vor Veröffentlichung einsehen können. Außerdem müsse die Entscheidung beim Stadtrat liegen. Letzteres stand von Anfang an fest. Jonas hätte dies wissen können, wenn sie in der Ausschusssitzung gewesen wäre.

Zu diesem Zeitpunkt war die Verwirrung komplett: CDU-Mann Andreas Hesse wollte das Thema in den Ausschuss zurückverweisen, Jonas eine Auszeit. Sozialamtsleiter Wolfgang Heinze sah bereits den Zeitplan für den Trägerwechsel platzen. Doch die Pause brachte Erleuchtung. Am Ende stimmte der Stadtrat der Ausschreibung inklusive Kooperationsvertrag mit dem Passus "sofern Interesse besteht" zu. Der Text ging dem Sozialausschuss am Donnerstag schriftlich zu.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.07.2013

Ulrike Witt

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