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Markkleeberg Großpösna favorisiert Schul- und Hortausbau als Campuslösung
Region Markkleeberg Großpösna favorisiert Schul- und Hortausbau als Campuslösung
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14:16 22.02.2018
Könnten zum neuen Campus in Großpösna ausgebaut werden: Löwenzahn-Grundschule (r.) und Kita Wirbelwind als künftiger Hort.
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Grosspösna

Schule, Kita, Hort – alles platzt in Großpösna aus den Nähten. In welcher Reihenfolge was davon aus-, um- oder neu gebaut werden sollte, berieten die Gemeinderäte Montagabend. Ein Campus-Modell erhielt den Vorzug.

Hinter dem Stichwort „Konzeption zur Sozialen Infrastruktur 2030“ verbirgt sich das wohl größte kommunale Bauprogramm der nächsten Jahre in Großpösna. Denn weil Hort und Grundschule übervoll sind und etwa der Hort nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung betrieben werden darf, muss Großpösna in den nächsten Jahren investieren. In der Sitzungen der Ausschüsse berieten die Mitglieder schon mal alle möglichen fast ein Dutzend Varianten vor, von denen am Montagabend in großer Runde die drei wichtigsten besprochen wurden.

Die Verwaltung favorisiere das Modell „Campus II“ erklärte Hauptamtsleiter Daniel Strobel. Es sieht den Neubau einer Kita mit hundert Plätzen an der Sepp-Verscht-Straße neben der Feuerwehr vor, das jetzige Kita-Gebäude „Wirbelwind“ könnte als Basishort für erste und zweite Klassen umgebaut und in der Schule die bisherige Doppelnutzung der Räume weitgehend reduziert werden. Die Synergieeffekte Hort/Schule etwa beim Personal blieben erhalten, die Freiflächen könnten gemeinsam genutzt werden, die kurzen Wege blieben, die Parkplatznutzung von Kita und Schule werde entzerrt, ein teilweise dreizügiger Ausbau der Schule sei möglich, listete Strobel die Vorteile auf. Die geschätzten Kosten seien mit rund 5,8 Millionen Euro auch günstiger als bei der Variante „Campus I“.

In der soll das Wirbelwindgebäude alle Hortzimmer aufnehmen. Das Haus müsste dafür aber aufwendig ausgebaut werden, ein Stockwerk und einen Anbau mehr erhalten. Kosten: rund sieben Millionen Euro. Der Hort sei dann dauerhaft auf 250 Kinder ausgebaut, erklärte Strobel einen Fakt, den er auch als Nachteil bewertete. Denn beim Modell „Campus II“ könne mit der Verschiebung von Räumen flexibler auf Schwankungen bei der Schülerentwicklung eingegangen werden. Aktuell zum Beispiel gibt es Klassenstufen von 40 bis 54 Kinder, damit Klassenstärken von 20 bis 27.

Als dritte Variante ließ die Gemeinde die Kosten und Folgen eines Hortneubaus auf dem Gelände Sepp-Verscht-Straße untersuchen. Mit 5,6 Millionen Euro wäre es die preiswerteste Variante, allerdings gingen die Synergien Hort/Schule verloren, so Strobel. Die Kinder müssten zusätzliche Wege auf sich nehmen, was früh und spät auch im Dunkeln sein könne. Und: Die Parkplatznutzung bleibe angespannt.

In allen Varianten enthalten ist der Ersatzneubau einer Kita mit 50 Plätzen in Störmthal, der künftig ins Ortszentrum anstelle der altersschwachen Kindereinrichtung treten soll. Kosten: rund 1,75 Millionen Euro. Auf die Frage der Reihenfolge der Bauten erwiderte Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos): „Die Schule steht im Mittelpunkt.“ Daher müsse erst die Kita in Großpösna neugebaut werden, um Platz für den Hortumzug ins Wirbelwind-Gebäude zu bekommen. Die neue Störmthaler Kita sah sie zeitlich danach eingeordnet. Im April sollen alle Fakten und Fragen bei einer Bürgerinformationsveranstaltung ausgebreitet und diskutiert werden. Danach wolle sie sich ans Geld beschaffen machen, kündigte Lantzsch an.

Ab März soll der Ausbau der Ortsdurchfahrt Störmthal fortgesetzt werden. Der nächste Abschnitt könnte schon bis Mai fertiggestellt sein, hieß es im Gemeinderat. Quelle: Kempner

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Der grundhafte Ausbau der Dorfstraße Störmthal wurde an die Baufirma GP Verkehrsbau aus Halle vergeben, die auch schon an der Ortsdurchfahrt Güldengossa baut. Anders als dort sehe sie diesmal keine Probleme, da keine anderen Gewerke zeitgleich tätig seien, so Lantzsch. Der erste Abschnitt bis zur Konsumgasse könne voraussichtlich von März bis Mai gebaut werden, der Abschnitt bis zur Rödgener Straße bis September folgen. Der Rest werde Anfang nächsten Jahres begonnen, kündigte sie an. Kosten: 1,7 Millionen Euro, Eigenmittel der Gemeinde: 164 000 Euro.

„Nicht glücklich“ sei sie mit dem neuen Nutzungsvertrag der LMBV über den Störmthaler See, sagte Lantzsch. Es fehlten wieder die Flächen für die geplanten neuen Anleger am Vineta-Bistro und in Lagovida (die LVZ berichtete). Sie habe sich nun an die nächsthöhere Dienststelle der LMBV gewandt, so Lantzsch.

Von Jörg ter Vehn

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