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Markkleeberg Großpösna schafft Platz für Flüchtlingsunterkunft
Region Markkleeberg Großpösna schafft Platz für Flüchtlingsunterkunft
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00:29 15.01.2016
Am Ortszentrum Großpösna wurde der geplante Abriss des alten Pflanzenschutzamtes vorgezogen, um Platz für die Containerunterkunft zu schaffen. Quelle: Foto: André Kempner
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GroSSpösna/Markranstädt

Derweil in Markranstädt Bürgermeister Jens Spiske (FWM) auch am Dienstag noch den Kreis für die Umnutzung des Hotels Gutenberg als Flüchtlingsheim verantwortlich machte, ihm etwa mangelnde Dialogbereitschaft vorwirft und Fragen zum Brandschutz aufmacht, wird in Großpösna ganz ruhig Platz für Flüchtlinge geschaffen: Am Dienstag ging der Abriss des ehemaligen Pflanzenschutzamtes am Ortszentrum weiter, wo eine Containerunterkunft für rund 100 Flüchtlinge geplant ist. Und am Mittwoch soll es von 18.30 bis 20 Uhr eine weitere Fragestunde im Kreuzgewölbe des Bürger- und Vereinshauses zur geplanten Unterbringung geben.

Zwei Fragerunden dazu hätten bereits stattgefunden, so Hauptamtsleiter Daniel Strobel, der auch Mitglied im „Großpösnaer Bürgerbündnis für Toleranz“ ist. Ziel sei es weniger, sofort Antworten zu haben, sondern zunächst einmal die Fragen zu kennen, um sich auch als Bürgerbündnis und Verwaltung damit auseinandersetzen und um Antworten bemühen zu können.

Um Aufklärung in alle Richtungen ist das Bündnis bemüht. Es hat eine Themenreihe zu Flüchtlingen und Migration ins Leben gerufen, um die Einwohner zu informieren. Da geht es am 19. Januar im Kirchgemeindehaus ab 19 Uhr um eine „Willkommensinitiative“ und die Frage, wie man ab März den Geflüchteten begegnet. Am 2. Februar ist ab 18 Uhr eine Führung durch die Ausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig zum „Einwanderungsland Deutschland“ vorgesehen. Und am 4. Februar erzählt ab 18.30 Uhr im Bürger- und Vereinshaus der Leiter einer Gemeinschaftsunterkunft, wie ein solches Heim funktioniert, wie die Asylverfahren laufen, welche Leistungen Asylbewerber erhalten.

Weitere Veranstaltungen zum Islam selber, zu den Gründen für den Flüchtlingsstrom und zu kulturellen Unterschieden sind in Vorbereitung. Dabei sollen auch schon länger in Deutschland lebende Migranten zu Wort kommen. „Wir versuchen, so transparent wie möglich mit allen Fragen umzugehen“, erklärt Strobel den Großpösnaer Weg durch die Asylproblematik.

Dazu gehört am 11. Februar ab 18.30 Uhr auch eine Infoveranstaltung im Bürger- und Vereinshaus zur Unterbringung der Flüchtlinge. An der würden auch Landrat Henry Graichen, der Landtagsabgeordnete Svend Gunnar Kirmes und Polizeipräsident Bernd Merbitz teilnehmen, verspricht das Bürgerbündnis.

Der Abriss des alten Pflanzenschutzamtes jetzt hätte sowieso irgendwann stattgefunden, stellte am Dienstag Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) klar. Denn die Gemeinde wolle das Gelände gegenüber vom Pösna Park mit Investoren beplanen, unter anderem sei ein Mehrgenerationenprojekt mit altergerechten, barrierefreien Wohnungen vorgesehen. Das benötige aber noch einge Zeit, unter anderem müsse der Flächennutzungsplan überarbeitet werden. Vorgezogen worden sei der Abriss, um schnell Platz für die Flüchtlinge zu schaffen. Der Mietvertrag für das Gelände laufe vorerst über fünf Jahre, „unsere Planungen für das Areal gehen derweil ganz normal weiter“, sagte sie.

Von Jörg ter Vehn

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