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Großpösna setzt regulär auf Elektro-Sportboote

Großpösna setzt regulär auf Elektro-Sportboote

Großpösna. Wenn es nach dem Willen Großpösnas ginge, würden auf dem Störmthaler See Sportboote mit Verbrennungsmotoren die Ausnahme, aber nicht grundsätzlich verboten sein.

Das ergab eine Umfrage von Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) beim Gemeinderat am Montagabend.

Im Rahmen der Fertigstellung des Störmthaler Sees für die Schifffahrt befragt derzeit die Landesdirektion die umliegenden Orte, wie sie dazu stehen. Dies sei noch nicht das förmliche Anhörungsverfahren, erklärte Lantzsch den Ortsvertretern. Gleichwohl wolle sie das Thema mit den Räten erörtern, die Antwort diskutieren.

Wie berichtet, hatte der Freistaat im Vorjahr sein Wassergesetz geändert, darin grundsätzlich die Schiffbarkeit der Tagebauseen vorgesehen. Damit sind nach dem Gesetz dort Motorantriebe aller Art möglich. Die im Gesetz eingebaute Hürde verbirgt sich hinter dem Begriff "Fertigstellung der Seen". Denn noch sind etwa der Störmthaler und der Zwenkauer See nicht übergeben. Vereinbart ist, dass die Landesdirektion im Zuge der Freigabe die Nutzung reguliert und an die lokalen Gegebenheiten anpasst.

So bekräftigt auch die Gemeinde Großpösna, dass die vom Kreis vorgesehenen fünf Verbotsgebiete um die Göhrener Insel herum, unterhalb der Ortslage Güldengossa und entlang der Ostseite des südlichen Gewässerschlauches bestehen bleiben müssten. Und natürlich könne der See erst als fertiggestellt gelten, wenn es dort auch eine Möglichkeit gäbe, Boote zu Wasser zu lassen. Wie berichtet, ist eine solche öffentliche Slipanlage im Ferienressort Lagovida vorgesehen. Voraussichtlich Anfang Juni werde die Anlage eröffnen, so die Gemeinde.

Stärker diskutiert wurde unter den Gemeindevertretern erwartungsgemäß der Sportbootbetrieb. Die Gemeinde will den nur für elektromotorangetriebene Boote erlauben, verweist auf das noch junge Gewässer, in dem ein funktionierendes Biosystem erst noch entstehen muss. Bei einer Nutzung mit Verbrennungsmotoren würden Schadstoffe ins Wasser gelangen, noch sei aber unklar, wie viele davon der See "verarbeiten" kann. Lantzsch verwies dabei auf eine seit 2010 laufende Untersuchung zur Gewässergüte des Grünen Ringes Leipzig.

Ein prinzipielles Verbot für Verbrennungsmotoren bedeute die vorgeschlagene Regelung nicht, so Lantzsch. Wie bislang auch könnten diese Boote mit Ausnahmegenehmigungen über den Kreis erlaubt werden. Dadurch bleibe auch die von Großpösna geplante Wasserskischule am See möglich. "Nur wenn wir die Verbrennungsmotoren grundsätzlich erlauben, können wir nicht mehr zurück", warnte sie und warb für vorsorgliches Handeln.

Gemeinderat Heinz Schreiber (FDP) sah in der Diskussion die klassischen Motorboote zu sehr verteufelt. Diese seien längst schadstoffarm, leise und schon über die Slipanlage sei sichergestellt, dass nicht jeder irgendein Boot ins Wasser lassen könne. Er fand es auch ungerecht, am See Gastliegeplätze für Externe vorzusehen, aber den Einheimischen nur die teuren und auf dem riesigen See auch leistungsmäßig problematischen Elektroboote erlauben zu wollen. Auf anderen Bergbauseen seien inzwischen auch viele Verbrennungsmotoren zugelassen, ohne dass diese Boote alle zur selben Zeit auf dem Wasser seien.

Thomas Fröhlich (SPD) mahnte zur Vorsicht: "Wir sollten lieber kleine Schritte gehen. Wir sind damit bislang ganz gut gefahren."

 

 

Landkreis genehmigt neues Fahrgastschiff

Es ist knapp 42 Meter lang, 8,6 Meter breit und hat einen Tiefgang von 1,1 Meter: Der Kreis hat jetzt das von Reeder Wilfried Meyer beantragte weitere Fahrgastschiff auf dem Markkleeberger See für bis zu 400 Personen erlaubt. Wie das Landratsamt mitteilte, solle es auf den Störmthaler See umgesetzt werden, wenn dort "die technischen/infrastrukturellen Möglichkeiten (Einsetzmöglichkeit, Liegeplatz am Hafen, Parkplatz für Busse usw.) gegeben sind". Das Fahrgastschiff passe nicht durch die Schleuse, könne daher nicht zwischen den Seen hin und her pendeln, wie die bereits verkehrende MS Wachau.

Die Nutzung sei mit Auflagen versehen worden, erklärte der Kreis. So sei etwa der reguläre Betrieb auf die Zeit von 6 bis 22 Uhr zu beschränken, zu den Uferbereichen ein Abstand von 50 Metern einzuhalten. "Bei Badebereichen sowie Röhricht- und Schilfbeständen erhöht sich der Mindestabstand auf 100 Meter", heißt es. Als Regelgeschwindigkeit seien 15 Stundenkilometer nicht zu überschreiten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.03.2014
Jörg ter Vehn

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