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Großpösna sorgt sich um Schiffbarkeit auf dem Störmthaler See

Großpösna sorgt sich um Schiffbarkeit auf dem Störmthaler See

Großpösna/Zwenkau. Die Bergbaufolgeseen rund um Leipzig sind wie Neuland - gerade für die Behörden. Die werkeln gerade daran, wie die Gewässer für das nächste Jahr schiffbar gemacht werden können, nachdem auf ihnen seit Ende August diesen Jahres die Sächsische Schifffahrtsverordnung gilt.

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Zur Vineta auf dem Störmthaler See wollen viele. Solche Investitionen würden aufs Spiel gesetzt, wenn die Schiffbarkeit nicht rechtzeitig geklärt wird, warnt Großpösna.

Quelle: André Kempner

Ein schwieriges Unterfangen.

Die Schifffahrtsverordnung verweist zum Beispiel auf die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung, die ähnlich der Straßenverkehrsordnung die Verkehrsregeln und die Beschilderung auf den Seen festlegt. Boote mit Motor können im nächsten Jahr auch nur noch auf den Seen zugelassen werden, die regelkonform ausgeschildert sind.

In der Gemeinde Großpösna drängte diese Woche Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) dabei zur Eile. Rund 20 Bojen waren zum Beispiel auf dem Störmthaler See im Vorjahr schon verankert worden, nur um den Gemeingebrauch des Sees herzustellen. Für die Schiffbarkeit rechnet die Gemeinde mit bis zu 50 weiteren Bojen - oder gar noch mehr, wenn die Bestimmungen pingelig ausgelegt werden und etwa der für den Gemeingebrauch vorgeschriebene Abstand der Boote zum Ufer von 50 Metern auch gekennzeichnet werden müsste.

Aber: Wer zahlt die Bojen, die nach Erfahrungen der Gemeinde samt Verankerung und Montage rund tausend Euro pro Stück kosten? Zwar gibt es seit dem Januar 2008 eine Rahmenvereinbarung zwischen den Tagebausanierern der LMBV und dem Freistaat, dass Sachsen die Seen nach der Flutung übernimmt. Passiert ist das aber bis heute nicht. Inzwischen ist nun wieder dieselbe Koalition am Ruder, die die Vereinbarung schloss, so dass die Kommunen auf eine Umsetzung hoffen. Aber ob die noch zur nächsten Saison kommt?

Immerhin soll die Frage der Haftung für die touristische Nutzung der Seen bis dahin geklärt sein. Wie berichtet, war dabei die Gemeinde Großpösna im Vorjahr in Vorleistung gegangen, sonst wäre trotz Seeeröffnung kein Boot auf dem See erlaubt gewesen. "Das Wirtschaftsministerium des Freistaates Sachsen und die LMBV verständigen sich gegenwärtig über eine Vereinbarung, die ab der Saison 2015 eine Schiffbarkeit auf den relevanten sächsischen Seen ermöglicht", teilt dazu LMBV-Sprecherin Claudia Gründig mit. Dabei würden auch Fragen zur Finanzierung, Betonnung und die Verantwortlichkeiten geklärt. Die Vereinbarung sei auf einem "guten Weg", erklärt sie. Nächsten Dienstag soll es bei der Landesdirektion Leipzig rund um die Schiffbarkeit der Seen eine Erörterung geben.

Zwenkaus Bürgermeister Holger Schulz (CDU) macht sich wenig Sorgen, dass der Zwenkauer See nicht wie versprochen zum 10. Mai eröffnet wird. Durch die Hochwasserfunktion sei der See ein Gewässer Erster Ordnung, damit der Freistaat in der Pflicht, meint er. Dass die nötige Beschilderung zeitig genug fertig wird, kann er nur hoffen. Großpösnas Ortschefin Gabriela Lantzsch hat im Vorjahr damit schon Erfahrung gesammelt. "Rund drei Monate braucht es von der Bestellung bis zur Montage der Bojen", so Lantzsch. Saisonstart am Störmthaler See sei im April. "Wir müssen also im Januar die Bojen bestellen." Wenn das nicht geschehe, würden auf dem See alle bereits getätigten Investitionen in die Schifffahrt aufs Spiel gesetzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.11.2014
Jörg ter Vehn

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