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Großpösna steigt für Pösna Park in den Ring

Großpösna steigt für Pösna Park in den Ring

Großpösna. 20 Jahre nach dem Bau des Pösna Parks hat der Großpösnaer Gemeinderat am Montagabend einen Weg weisenden Beschluss gefasst: Das Einkaufszentrum darf modernisiert werden, um langfristig überleben zu können.

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Umstritten: Das Einkaufszentrum passt nicht mehr zum Landesentwicklungsplan.

Quelle: André Kempner

Die kleine Gemeinde legt sich dabei mit etlichen Nachbarorten wie auch Leipzig an, die in dem Umbau einen Verstoß gegen den Landesentwicklungsplan sehen.

Was ist eine wesentliche Änderung? Genau um diese Frage dreht sich der Streit beim Pösna Park. Denn obwohl 1993 noch mit dem Segen der Landesregierung auf der grünen Wiese in Großpösna eröffnet, passt der Pösna Park inzwischen nicht mehr in den Landesentwicklungsplan (LEP). Der erlaubt derartige Einkaufstempel nur noch in Ober- und Mittelzentren, keinesfalls in einem Dorf mit knapp 5500 Einwohnern wie Großpösna. Den Bestandsschutz einer solchen Einrichtung sichere der Plan gleichwohl zu, erklärte Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch den Konflikt. Nur wesentlich geändert werden daran darf laut LEP nichts mehr.

Werde es auch nicht, erläuterte Berater und Fachanwalt Klaus Füßer den Gemeinderäten. Ein Umbau sei ja Ziel der Maßnahme, aber die Untersuchungen der Auswirkungen auf andere Zentren hätten gezeigt, dass diese als sehr gering einzuschätzen sind. Sie blieben meist unter der von Fachleuten als kritisch angesehenen Grenze von zehn Prozent Umsatzumverteilung.

Im Gegenzug habe die Gemeinde schlüssige Gründe für den Umbau, so Füßer. Denn wenn dies nicht geschehe, werde der Pösna Park mit seinen rund 500 Arbeitsplätzen und Möglichkeiten der Nahversorgung über kurz oder lang zugrunde gehen, so Füßer. Dies erläuterte ein weiterer Sachverständiger den Räten. Er erklärte, dass bei einer Reihe von Mietern Verhandlungen über neue Mietverträge anstünden, erste bereits eine Ausstiegsklausel verlangten, falls nicht umgebaut werde. Daher sei jetzt ein kritischer Zeitpunkt für die Besitzer, stelle sich die Frage, ob investiert wird oder nicht.

Insgesamt soll der Umbau den Pösna Park an heutige Einkaufsgepflogenheiten anpassen. Eine kleine Mall und ein Marktplatz sollen entstehen, ein Spielplatz und mehr Möglichkeiten um zu speisen. Innerhalb der Flächen häufiger gefragter Waren ist eine Verschiebung zu größeren Fachmärkten geplant, "um Raum für die Ansiedlung entsprechend attraktiver Angebote zu schaffen", so die Gemeinde. Dabei soll mit dem Umbau die Verkaufsfläche um 3480 auf rund 22000 Quadratmeter schrumpfen. Die Fläche für die Unterbringung so genannter zentrenrelevanter Sortimente wächst um 1480 Quadratmeter, während andere Sortimente wie etwa für einen Baumarkt um 4960 Quadratmeter kleiner werden. Dabei bleibt der Baukörper unverändert.

Die Baumaßnahmen bewegten sich insgesamt unter der Schwelle einer wesentlichen Änderung, so Bauamtschef Detlef Richter. Das sei juristisch extra geprüft worden. Richter: "Eine landesplanerische Pflicht, uns des seit 1993 existierenden Pösna-Parks zu entledigen, beziehungsweise ihn einfach im Bestand sterben zu lassen, haben wir nicht."

Leipzig ist - wie bei anderen Umlandzentren auch - gegen die Pläne und hatte in seiner Stellungnahme angeregt, den Pösna Park schrumpfen zu lassen. Grimma hatte Kaufkraftverluste befürchtet und gegen den Umbau votiert wie Naunhof. Rötha, Böhlen und Brandis hatten keine Einwände, Espenhain und Belgershain begrüßen die Pläne.

Der Gemeinderat votierte einstimmig für den Umbau. Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch: "Wir hoffen, dass der Bebauungsplan vom Landkreis als Genehmigungsbehörde nun bald genehmigt wird. Es wäre schön, wenn dann auch die Eigentümer des Pösna Parks Nägel mit Köpfen machen und die begonnenen Modernisierungsmaßnahmen für das in die Jahre gekommene Center für die Ansiedlung auch eines Elektromarktes, eines Kinderausstatters und eines Fachmarktes für Spiel, Sport und Hobby in die Tat umsetzen." Sie verweist auf den mit dem Eigentümer ausverhandelten Durchführungsvertrag.

Centermanager Holger Wandrey ist froh über die Entscheidung. Sie erlaube dem Park eine Modernisierung, wie sie andere Zentren rundherum schon hinter sich hätten. Die Planungen für den Umbau liefen. Verträge für einen neuen Elektrofachmarkt und einen großen Händler für Freizeit/Textil/Sport seien unterschrieben, ein dritter Vertrag folge nächste Woche.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.02.2013

Jörg ter Vehn

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