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Markkleeberg Großpösna sucht nach Platz für Flüchtlinge
Region Markkleeberg Großpösna sucht nach Platz für Flüchtlinge
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00:37 25.09.2015
Auf das ehemalige Pflanzenschutzamt nahe der Feuerwehr und das Gelände rundherum als Sammelunterkunft konzentriert Großpösna aktuell seine Bemühungen Quelle: Kempner
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Großpösna

Fieberhaft wird auch in Großpösna nach Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge gesucht. Im Gemeinderat am Montagabend bekräftigte Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos), neben einigen kleinerer Umbauten die Bemühungen vor allem auf die Nutzung des ehemaligen Pflanzenschutzamtes konzentrieren zu wollen.

Bei 3399 Flüchtlingen im Kreis müssten nach einer Empfehlung des Landratsamtes rechnerisch 72 auch in Großpösna unterkommen. Derzeit sind es – wie berichtet – null. Das sei der guten Entwicklung der Gemeinde geschuldet, gab Lantzsch zu bedenken. Es gebe kaum freie Wohnungen, kaum noch Häuser zu sanieren – damit aber auch kaum Platz.

Kurzfristig entschieden sei bereits, Büros im Rittergutshof 3 in Dreiskau-Muckern bis zum Jahresende zu zwei Wohnungen für bis zu zehn Personen auszubauen, erläuterte Hauptamtsleiter Daniel Strobel. Schnell könne auch das Dachgeschoss im Kirchgemeindehaus zu Wohnraum für etwa sechs Personen ausgebaut werden, sagte er. Details zum Bau und zur Finanzierung müssten aber noch geklärt werden.

Gemeinderätin Kathrin Hartmann (CDU), selbst eine Religions-Lehrerin, bat darum, dort möglichst Christen unterzubringen. Pfarrer Albrecht Häußler erklärte, im Kirchenvorstand sei das auch schon Thema gewesen. Man könne das aber wohl nicht steuern. Die Aufnahme sei ein humanitärer Akt, der nicht nach solchen Merkmalen frage. Außerdem gebe es im Christentum genug gute Beispiele dafür.

Rund 30 Flüchtlinge könnten auch in einer Sammelunterkunft temporär im ehemaligen Pflanzenschutzamt an der Feuerwehr unterkommen, so Strobel. Weil das für einen wirtschaftlichen Betrieb zu wenig seien, werde geprüft, ob neben noch nötigen Einrichtungen wie Sanitär und Küche auf dem Gelände nicht noch weitere Container zum Wohnen aufgestellt werden könnten.

Mittelfristig möglich sei auch eine Unterbringung von etwa 50 Flüchtlingen in einer vorhandenen Containeranlage im Gewerbegebiet Störmthal. Der Reparaturaufwand der sanierungsbedürftigen Anlage werde gerade geprüft. Nicht zuletzt gebe es im Obergeschoss des Pösna Parks ungenutzte Büros, die zu Wohnungen umgebaut werden könnten. Baurechtliche Fragen wie, ob im Park überhaupt gewohnt werden dürfe, seien noch zu klären. Möglich sei schließlich auch, die ungenutzte Hauptstraße 42 im Ortskern zu sanieren. Aktuell sei dazu aber keine Förderung möglich, so Strobel.

Paul-Friedrich Loose aus Störmthal setzte sich dafür ein, dass die Container in Störmthal nicht genutzt werden. Diese würden vom Zustand her der Gemeinde nicht gerecht, fand er. Eine Unterbringung vieler Menschen dort, fernab vom Dorf, abseits auch jeglicher Einkaufsmöglichkeiten und mitten im Gewerbegebiet, berge ein großes Konfliktpotenzial. Flüchtlinge sollten auch in Störmthal dezentral untergebracht werden, bat er.

Lantzsch fand, die Gemeinde solle sich bei ihren Bemühungen als nächstes konzentrieren auf das alte Pflanzenschutzamt. Gleichwohl müssten schnell mehr Flüchtlinge untergebracht werden, gab sie zu bedenken. Immerhin frage der Katastrophenschutz des Kreises im Moment schon alle Turnhallen ab. Das sei nur Routine, versuchte der Kreis am Dienstag zu beruhigen. Das Amt habe fürs „Alltagsgeschäft“ wie etwa Hochwasser oder Ähnliches die Daten aktualisiert, mit der Flüchtlingsfrage habe das nichts zu tun, hieß es.

Von Jörg ter Vehn

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