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Großpösna und Seifertshain gegen Vergrößerung des Kiesabbaus Kleinpösna

Sorge um Ortsentwässerung Großpösna und Seifertshain gegen Vergrößerung des Kiesabbaus Kleinpösna

Engelsdorf hat kürzlich zwar zugestimmt, aber die Gemeinde Großpösna und ihre Ortschaft Seifertshain haben eine Reihe von Bedenken gegen die geplante Erweiterung des Kiestagebaus im benachbarten Kleinpösna.

Der Kiesabbau in Kleinpösna soll sich bis in die unmittelbare Nähe von Seifertshain, im Hintergrund ist der Kirchturm zu sehen, ausdehnen dürfen. Die Gemeinde Großpösna und der Ortschaftsrat Seifertshain sind dagegen.

Quelle: Kempner

GroSSpösna/Leipzig. Engelsdorf hat zwar zugestimmt, aber die Gemeinde Großpösna und ihre Ortschaft Seifertshain haben eine Reihe von Bedenken gegen die geplante Erweiterung des Kiestagebaus im benachbarten Kleinpösna.

Die Seifertshainer Ortsvorsteherin Rita Ackermann kennt sich gut aus auf ihrer Scholle, weiß daher auch um die Probleme ihres Dorfes. Bei Starkregenfällen gebe es zum Beispiel immer wieder Überschwemmungen, sagt sie. Seifertshain liege eben auf einer Ebene, da sei das Thema Wasser sehr sensibel zu behandeln.

Wenig gefühlvoll ist jedoch das, was die Macher des benachbarten Kiesabbaus in Kleinpösna vorhaben. Sie wollen ihre Abbaufelder erweitern, ein weiteres von 39 Hektar Größe bis südlich an den Schmiedeweg vorantreiben. Der dort fließende Langgraben soll den Plänen nach kurzerhand nördlich umverlegt werden.

Ackermann und auch Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) haben dagegen schwerste Bedenken. Über diesen Graben laufe die gesamte Oberflächenentwässerung der Ortschaft Seifertshain und der angrenzenden Feldfluren, mahnt Lantzsch. Jetzt schon sei das Gefälle des Grabens nur schwach. „Die geplante Verlegung wird dies nicht verbessern“, so Lantzsch. Ackermann, Kämmerin bei der Gemeinde, sieht durch die neue Lage des Grabens auch erhöhte Unterhaltskosten auf Großpösna zukommen. Auch das dürfe eigentlich nicht sein. „Schließlich gibt es ein Verschlechterungsverbot.“

Ohnehin sorgt sie sich, dass durch das neue Abbaufeld Seifertshain noch mehr abgeschlossen wird. Schon jetzt sei der Ort durch die Autobahn im Süden und Osten, den Kiesabbau im Norden und die frühere Tongrube im Westen nahezu eingekesselt. „Das neue Abbaufeld würde ein ganz schöner Einschnitt in die Lebensqualität“, fürchtet sie.

Die Gemeinde selbst macht eine Reihe von weiteren Gründen geltend. Das neue Baufeld werde zum Beispiel mitten in einem Landschaftsschutzgebiet sowie einem regionalen Grünzug liegen, mahnt Lantzsch. Zudem werde es das geschützte Biotop der Gabelwiesen stark beeinflussen. Unklar sei zudem, wie die neuen Wasserflächen den ohnehin schon hohen Grundwasserstand beeinflussen. Schon jetzt ergäben die Wasserflächen rund um das Kieswerk etwa 160 Hektar Fläche. Rechne man die geplanten neuen Abbaufelder hinzu, würden es einmal 230 bis 240 Hektar sein. Lantzsch: „Verbindliche Aussagen zu den Auswirkungen auf die Hydrogeologie liegen bisher nicht vor.“

Aus Sorgen vor den Plänen hatte es in Seifertshain eine Unterschriftensammlung gegeben. Wie Ackermann erklärte, hätten 150 Seifertshainer mitgemacht. Bei 370 Einwohnern sei das damit wohl der überwiegende Teil der Erwachsenen gewesen. Über die Pläne entscheidet letztlich das Oberbergamt in Freiberg – eine Behörde, die in der Vergangenheit schon oft abbaufreundlich entschied.

Von Jörg ter Vehn

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