Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Großpösna will Belgershain eingliedern
Region Markkleeberg Großpösna will Belgershain eingliedern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:10 19.05.2015

Nun liegt der Ball beim Landratsamt, das die "Hochzeit" prüfen und genehmigen muss - keine einfache Abwägung.

Am Ende war die Abstimmung im Gemeinderat eine Formsache. Wie in Belgershain in der Vorwoche gab es ein einstimmiges Votum für die Eingliederung. Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) war gestern froh, nun so weit gekommen zu sein, sieht aber noch einige Probleme beim weiteren Verfahren auf die künftige Großgemeinde zukommen. "Wir können die Eingliederung nur auf den Weg bringen, jetzt sind andere am Zuge", sagte sie und meinte damit die bisherigen Partner von Belgershain, das noch in einer Verwaltungsgemeinschaft mit Naunhof und Parthenstein steckt.

Die hatten in ihren bisherigen Äußerungen keinen Hehl daraus gemacht, dass sie ihre Gemeinschaft bei einem Austritt Belgershains für geschwächt halten und den Ort nicht so ohne Weiteres ziehen lassen wollen. Hintergrund: Die Verwaltungsgemeinschaft verlöre mit Belgershain rund 3400 ihrer etwa 15500 Einwohner.

Der neue Naunhofer Bürgermeister Volker Zocher (parteilos), den viele noch aus seiner Amtszeit in Engelsdorf kennen dürften, bekräftigte gestern, Belgershain nicht ziehen lassen zu wollen. Grund: "Die werden nicht stärker durch den Zusammenschluss, aber wir schwächer", fasste er seine Meinung kurz zusammen. Er habe daher die Beteiligten schon im Vorfeld gebeten, beim Verfahren inne zu halten.

Denn Zocher schwebt etwas anderes vor: Er könne sich auf Dauer gut einen Zusammenschluss mit Großpösna vorstellen, "und zwar auf Augenhöhe", sagte er gestern. Jetzt seien aber Fakten geschaffen worden, da müsse er handeln. Als nächstes wolle er im Mai einen Beschluss des Stadtrates Naunhof erwirken, der sich gegen den Austritt ausspricht, einen Monat später dann im gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft gleiches versuchen, so Zocher.

Großpösnas Bürgermeisterin ist sauer. Seit zehn Jahren arbeite Großpösna mit Belgershain an vielen Stellen zusammen. Bei einer Befragung im Vorjahr habe sich eine Mehrheit in Belgershain für die Eingliederung ausgesprochen, der Gemeinderat jetzt einstimmig der Eingliederung zugestimmt, "man sollte das Votum der Bürger berücksichtigen", sagte sie. Zocher erwiderte, die Befragung sei keine gewesen: "Den Bürgern wurden keine Alternativen gezeigt", sagte er.

Der Kreis muss nun entscheiden. Es gehe dabei um das "öffentliche Wohl", so Sprechern Brigitte Laux. Die jeweiligen Verflechtungen, die Frage nach den Auswirkungen für Parthenstein und insgesamt für den ländlichen Raum müssten zum Beispiel berücksichtigt werden, ebenso raumordnerische Gesichtspunkte wie eine mögliche Schwächung des Grundzentrums Naunhof - denn im Entwurf des neuen Landesentwicklungsplanes seien für Grundzentren 15000 Einwohner vorgesehen. Bei letzterem gab Zocher selbst Entwarnung. Naunhof werde dort mit Brandis und Beucha als ein Grundzentrum geführt - da sehe er keine Gefahr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.04.2013

Jörg ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_23756]Großpösna. Für das Ferienresort mit dem schwungvollen Namen Lagovida, in dem alle Unterkünfte garantierten Seeblick haben, ist gestern mit viel Prominenz am Störmthaler See der Grundstein gelegt worden.

19.05.2015

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_23727]Zwenkau. Zweimal im Jahr nur ist das Naturschaufenster im Tagebau Peres südlich an Zwenkau angrenzend für Führungen offen. LVZ-Reporter Jörg ter Vehn begleitete die Gruppe, die diese Woche die so genannte Liegendwasserhaltung besuchen und sich nach Kranich, Singschwan, Blaukehlchen, Heidelerche und Rotbauchunke umsehen durfte.

19.05.2015

Großpösna. Ausflügler können sich freuen: Der Wegebau am Störmthaler See läuft auf Hochtouren. An drei Stellen finden derzeit Arbeiten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft (LMBV) statt, um sowohl frühere Wegebeziehungen wiederherzustellen als auch den See an das öffentliche Straßennetz anzubinden.

18.10.2016
Anzeige