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Markkleeberg Großpösnaer Grundschüler rocken die Knolle im Kochbus
Region Markkleeberg Großpösnaer Grundschüler rocken die Knolle im Kochbus
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00:32 05.11.2015
Lernen kann auch mal lecker sein: Das Tablett mit den gesunden Pommes ist schon verputzt, etwas selbstgemachter Ketchup steht noch auf dem Tisch des Kochbusses, in dem Event-Koch Martin Schneider die Pfanne mit den angeschmorten Soßen-Zutaten vor die Kamera hält. Quelle: Andre Kempner
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Großpösna

Unterricht der anderen Art genossen am Montag die Dritt- und Viertklässler der Löwenzahn-Grundschule von Großpösna: In einem ehemaligen Berliner Doppelstockbus auf ihrem Schulhof kamen sie dem Geheimnis der hiesigen Erdäpfel auf die Spur. Ein vom Sächsischen Qualitätskartoffelverband gesponserter Unterricht, den die meisten aber als schmackhaft empfanden. Es gab Pommes!

Und was für welche. Event-Koch Martin Schneider ließ die Grundschüler die Kartoffelstäbchen natürlich selber schneiden, bei dem einen oder anderen dürfte auch schnitzen das treffendere Wort gewesen sein. Dicke, dünne, lange, kurze – alle kamen in den Ofen des umgebauten Kochbusses.

Derweil machten sich die Kinder etwa der 3b an den nötigen Ketchup. Zwiebeln, Möhren, Sellerie und weil Schneider ein richtiger Koch ist sogar Birnen kamen in eine Pfanne, wurden als Basis für die Soße angeschmort. Mit Tomatenmark, etwas Öl, Salz und etwas Roter Beete wurde daraus der selbstgemachte Kinderliebling. „Schmeckt toll“ riefen sie beim Probieren unisono. Das Rezept würden sie jetzt auch ihren Eltern erzählen wollen.

Koch Schneider, Jahrgang 1970, hatte keine Berührungsängste mit der bei Männern seines Fachs sonst so ungeliebten roten Sauce. „Auch Zucker gehört in den Ketchup“, erklärte er. Der sei beim industriell hergestellten Ketchup auch nicht so sehr das Problem. Es seien die vielen chemischen Zusätze, meinte er.

Die Kinder aßen jedenfalls ohne. „Wir haben auch kein Mehl zum Andicken genommen, sondern Gemüse“, erzählte Schneider. Und Ehrensache: Die Pommes wurden ohne Öl im Ofen geröstet.

Insgesamt vier Durchgänge mit jeweils einer Stunde hatte der Kartoffelverband für den Kochbus in Großpösna vorgesehen. Alle Dritt- und Viertklässler sollten die Gelegenheit zum Mitmachen haben, hieß es. Und so wurde geschrubbt, geschnippelt, gegart und schließlich auch gegessen. Und am Ende bekam jedes Kind noch einen Beutel voller Infos mit auf den Weg.

Seit 2008 ist der Kochbus in ganz Deutschland unterwegs. Mal sind es Kita-Träger, mal Krankenkassen, mal Vereine, die den grünen MAN-Büssing durch die Lande schicken, immer im Auftrag gesunder Ernährung. Die Kinder könnten im Bus Interessantes über die Bestandsteile gesunder Ernährung erfahren, auch wie einfach der Umgang mit den Rohzutaten eigentlich ist und dass jeder kochen kann, wirbt die Berliner Firma Menüpartner für ihre rollende Küche.

„Rock die Knolle“ heißt es derzeit für den Buskoch. An 20 Grundschulen im Freistaat macht der Doppelstockbus mit integrierter Kochstelle, Spüle und im Obergeschoss mit Arbeits- und Essbereich für jeweils rund 15 Teilnehmer in diesen Tagen Station. Für Martin Schneider auch eine pädagogisch-kulinarische Herausforderung. Denn in einer Stunde müsse ein Durchgang jeweils beendet sein. Was lässt sich da herrichten, was Kinderherzen höher schlagen lässt?

Die Frage hatte Schneider schon im Vorfeld geklärt. Neben Pommes mit selbstgemachtem Ketchup werde er mit den Kindern eine frische Kartoffelsuppe kochen, Und als drittes Menu hatte er Quark mit Kartoffeln vorbereitet. Ist eben doch ein abwechslungsreiches Lebensmittel, so ein Erdapfel.

Von Jörg ter Vehn

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