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Markkleeberg Großpösnaer plant Bismut-Abbau im großen Stil im Erzgebirge
Region Markkleeberg Großpösnaer plant Bismut-Abbau im großen Stil im Erzgebirge
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00:31 24.08.2015
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Interessanter scheint ihm inzwischen jedoch, seltenes Bismut, Kobalt und Nickel aus der Lagerstätte zu holen, wie er Dienstagabend fast 50 Vortragsgästen in seinem Schloss Güldengossa erzählte.

Nur sehr langsam gehe das Abbauvorhaben im Erzgebirge voran, gestand er. Von den ebenfalls beantragten Feldern in Marienberg und Brand-Erbisdorf habe er inzwischen auch wieder Abstand genommen, "Zschorlau ist interessanter", berichtete er. Im dortigen Türkschacht war vor gut vier Jahren der Beginn der Erkundung, inzwischen werde jedoch von der anderen Seite des Berges in der ehemaligen Wolframitgrube vorgegangen. Quer durch den Berg ziehe sich horizontal mit leichtem Gefälle zu den Seiten die zentrale Fördersohle, die somit zugleich für die Entwässerung sorge, erklärte der Unternehmer den Glücksfall. Das spare Kosten.

Um die geht es im Wesentlichen. Angesichts der starken Konkurrenz auf dem Weltmarkt, den geringen Rohstoffpreisen und den hohen Kosten in Deutschland sei an Bergbau im Erzgebirge eigentlich kaum zu denken, erläuterte Geiger. Zumal er auch keinerlei Förderung dafür erhalte. Aber die Rohstoffpreise würden langfristig steigen, ist er sich sicher. Der Weltmarkt werde immer hungriger auf Stoffe, die es jedoch oft in Deutschland gar nicht gebe. Bislang.

Denn nachdem sie einen fast fünf Meter dicken Betonstopfen entfernt und Meter um Meter des teilweise eingebrochenen Stollens wieder geöffnet und gesichert hätten, seien sie in der Mitte des Bergs auf eine so genannte BiCoNi-Formation gestoßen, erzählte Geiger

Die darin enthaltenen Stoffe Bismut, Cobalt und Nickel seien selten, würden in den verschiedensten Bereichen von der Kern- und Reaktortechnik über die Batterietechnik, als Katalysator, in der Kosmetik und bei Datenträgern benötigt, erklärte Geologe Dr. Jens Kirste. Der hohe Bismutanteil der Formation erlaube es, sie als Primärlagerstätte zu bezeichnen. Wenn alles gut gehe, könne Zschorlau damit auf Platz vier der weltweiten Förderstätten für Bismut aufsteigen.

Vor ziemlich genau einem Jahr sei die wissenschaftlich präzise Probenentnahme gewesen, seitdem sei auch mit den Fachleuten der Bergakademie Freiberg an einen Konzept zur Aufbereitung der Stoffe erarbeitet worden. Laugung, Bioleaching, Biomining - Kirste stellte den Gästen in Güldengossa ausführlich verschiedene Ansätze vor, die Stoffe kostengünstig voneinander zu trennen, auch mit Hilfe von Bakterien. "Eine Lösung ist möglich. Wir müssen im nächsten Schritt die Prozesse optimieren", so Kirste. Unter anderem dafür soll im nächsten Monat in der Betriebsstätte in Espenhain ein Labor aufgebaut werden, in dem die Schritte getestet werden.

Erst wenn die Fragen der Aufbereitung geklärt seien, könne an einen Erzabbau im größeren Stil in Zschorlau gedacht werden, erläuterte Geiger. Den Glauben an ein Silbervorkommen in der Region hat er auch noch nicht aufgegeben. Tatsächlich würden ja auch Mengen dort vorkommen - allerdings geringer als erhofft. Eventuell werde Geiger Edelmetall damit eine Münze mit erzgebirgischem Silber herausbringen. "Wenn sich die Grube nicht mit Silber trägt, dann eben mit Bismut", sagt Geiger.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2015
Jörg ter Vehn

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