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Markkleeberg Großstädtelner fordern schnelle Lösung
Region Markkleeberg Großstädtelner fordern schnelle Lösung
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15:45 19.05.2015
Die Angerwiese steht wie viele Grundstücke in der Kleinen Aue seit Monaten unter Wasser. Quelle: André Kempner

Am Mittwochabend informierte die Stadt im voll besetzten Kleinen Lindensaal über das Vorgehen.

Seit der Tagebau Espenhain eingestellt wurde und das Grundwasser nicht mehr abgesenkt wird, nimmt das Dilemma von Jahr zu Jahr größere Ausmaße an. "Die abgedichtete Pleiße kann oberflächennahes Grundwasser nicht aufnehmen", erklärte Volker Krobitzsch vom Bauamt. Und die einstige Vorflut, der Walgraben, existiere nur noch in Teilen, sei überbaut, verschlammt, zugewachsen oder verrohrt. Kurz: Die Kleine Pleiße ist Überschwemmungsgebiet. Das Grundwasser steht bis zu 35 Zentimeter unter dem Gelände.

2006 traten die ersten Nässeschäden zutage. Seither diskutieren die Behörden. Längst ist klar, dass nur eine Wiederherstellung des Walgrabens Abhilfe schaffen kann. Indes die Umsetzung dauert. Ein Grund sind die unterschiedlichen Zuständigkeiten: Für den Abschnitt Mönchereistraße bis südliches Ende Kleingartensparte Eintracht zeichnet die Landestalsperrenverwaltung verantwortlich, für den Abschnitt bis Am Pleißendamm die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) und für die 750 Meter bis zur nördlichen Kleinen Aue die Stadt. Ein weiterer Punkt: Der Walgraben müsste bis Großdeuben, zumindest aber bis Gaschwitz saniert werden, um seiner Funktion voll gerecht werden zu können. Zu teuer heißt es bislang.

Als Karola Jahn vom Dresdner Planungsbüro Ecosystem Saxonia erklärte, dass am Schloss Großstädteln Denkmal- und Naturschützer, Munitionsspezialisten und Archäologen beim Genehmigungsverfahren ein Wörtchen mitsprechen werden, lagen die Nerven im Publikum blank. "Wir hoffen, dass der Graben Ende 2015 funktionstüchtig ist. Wir stoßen jetzt einfach an genehmigungsrechtliche Grenzen. Vor nächstem Frühjahr werden die Bauarbeiten nicht beginnen können", räumte Bürgermeister Philipp Staude ein.

Seit dem Unwetter am 20. Juni war er -zig Mal in Großstädteln, hat mit verärgerten und enttäuschten Grundstücksbesitzern gesprochen. "Wir lassen Sie nicht allein. Im Notfall muss die Feuerwehr bei Regen eben wieder pumpen", sagte Staude und erntete entsetzte Blicke. "Wann haben Sie denn die Genehmigung beantragt?", wollte ein Großstädtelner wissen.

"Die Landesdirektion hat uns letzte Woche mitgeteilt, dass das Maß einer nachholenden Gewässerunterhaltung bei weitem überschritten wird", sagte Bauamtsleiter Klaus Hartig. Staude gestand: "Wir haben nicht gedacht, dass wir eine Genehmigung brauchen." Das Projekt sei im April 2013 angezeigt worden, die Reaktion erst jetzt und völlig überraschend gekommen.

Als LMBV-Planer Max Wille die hochkochenden Emotionen beruhigen wollte und meinte, dass kein signifikanter Grundwasseranstieg mehr zu erwarten sei, waren die Anwesenden kaum zu halten. "Ihre Prognosen können Sie in die Tonne hauen. Seit acht Jahren steigt das Grundwasser und ein Ende ist nicht abzusehen." Hans-Joachim Männig kritisierte, dass nur ein Abfluss des Walgrabens in Höhe des Agra-Wehrs vorgesehen ist. "Die Pleiße liegt im Bereich der Kleinen Aue zu hoch. Wir bräuchten ein Hebewerk und bei Hochwasser liefe die Pleiße dann in die Aue", erläuterte Krobitzsch.

Fakt ist: Die Bewohner der Kleinen Aue wollen nicht warten. Sie fühlen sich verschaukelt und fordern eine sofortige Interimslösung. "Stellen Sie eine Pumpstation auf die Angerwiese", sagte einer. Hartig bremste: "Auch dafür brauchen wir eine Baugenehmigung und für die Ableitung in die Pleiße eine wasserrechtliche dazu. Und ich prophezeie Ihnen, die bekommen wir nie." Darauf entgegnete ein anderer: "Dann stellen Sie eine mobile Pumpstation auf und ziehen einen Graben." Staude versprach, diese Variante binnen vier Wochen zu prüfen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.09.2013

Ulrike Witt

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