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Gründungsinschrift von 1693 am Schloss Störmthal freigelegt

„Kleine Sensation“ Gründungsinschrift von 1693 am Schloss Störmthal freigelegt

Für Schlossherr Manfred Kolbe ist es eine „kleine Sensation“, die Handwerker jetzt an der Rückfront seines Herrenhauses in Störmthal entdeckten: Sie legten die Gründungsinschrift von 1693 frei.

Handwerker Roland Beba legt an der Rückfront des Schlosses Störmthal die Inschrift des Erbauers Statz Friedrich von Fullen aus dem Jahr 1693 frei.

Quelle: André Kempner

Grosspösna. Für Schlossherr Manfred Kolbe ist es eine „kleine Sensation“, die Handwerker jetzt an der Rückfront seines Herrenhauses in Störmthal entdeckten: Sie legten die Gründungsinschrift von 1693 frei.

Es geht voran an dem Rittergutshaus von Kolbe. Langsam aber stetig lässt Hausherr Kolbe das barocke Gemäuer herrichten. Bei den Vorbereitungen für die Sanierung der Rückfront sei jetzt die alte Inschrift entdeckt worden, erzählte Kolbe, der früher viele Jahre für die CDU im Bundestag saß. Der alte Putz sei abgeschlagen worden, dabei über dem früheren Eingang die prächtige Widmung gefunden worden. „Das Wappen, das sich früher daneben befand, wurde leider zu DDR-Zeiten abgeschlagen, die Inschrift aber nur überputzt“, erzählte er. Im nächsten Jahr werde er einen Restaurator mit der Wiederherstellung beauftragen.

„Jetzt fehlt mir mein Vater“ seufzte Kolbe bei der Übersetzung der Buchstaben. Von ihm, einem Archäologen mit Fachgebiet alte Inschriften, hat Kolbe seine Leidenschaft für das Forschen in der Geschichte geerbt. Immerhin so gut, dass er den Wortlaut der Buchstaben entziffern konnte. Es sei eine typische Gründungsinschrift, die Schlosserbauer Statz Friedrich von Fullen 1693 über dem Eingang einmeißeln ließ. Sie unterstreiche auch die geschichtliche Bedeutung des Hauses in der Region.

Barockes Schmuckstück

Barockes Schmuckstück: Das nach der Wende fast verfallene Herrenhaus wurde inzwischen von außen weitgehend saniert.

Quelle: Kempner

Der Barockbau war zu DDR-Zeiten unter anderem als Kinderheim genutzt worden, hatte danach fast zwei Jahrzehnte leer gestanden, bevor es Kolbe erwarb – „in einem Anfall von Wahnsinn“, wie er schon mal sarkastisch feststellte.

Denn das Haus war stark beschädigt, das Dach vom Hausschwamm angegriffen. Von den zwölf Dachstuhlsäulen war nur noch eine intakt, ein Drittel der gesamten Holzkonstruktion musste er erneuern lassen. Aktuell werde gerade der zweite große Saal im Erdgeschoss wieder hergestellt, auch die Küche gemacht. Dazu habe er dort einen Teil der Kellerdecke neu betonieren, auch Stahlträger einziehen lassen müssen.

Die Maurerarbeiten seien inzwischen abgeschlossen. „Zwei Drittel des Erdgeschosses werden bis Weihnachten fertig sein“, freut er sich. Im nächsten Jahr folge noch die hintere Fassade, würden auch noch weitere Fenster erneuert. Dann sei das Haus von außen komplett fertig, das Erdgeschoss weitgehend – und er werde erst mal eine schöpferische Pause bei der Sanierung einlegen.

Wenn alles gut geht, werde dann das Café im Erdgeschoss geöffnet haben, könnten Gäste im Schloss einkehren, erklärt Kolbe. Er habe für den Betrieb der Restauration schon einen Interessenten.

Kolbe trat am Schloss in große Fußstapfen. Erbauer von Fullen, Geheimer Kriegsrat am Sächsischen Hofe, hatte das Rittergut 1675 erworben, 1693 das Schloss errichten lassen. Mit seinen weitläufigen Parkanlagen und Teichen galt es als lohnendes Ausflugsziel der Leipziger.

Von Jörg ter Vehn

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Störmthal
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