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Grüne Keiljungfer ist gar nicht so selten im Auwald

Neue Kartierung belegt Grüne Keiljungfer ist gar nicht so selten im Auwald

Die Grüne Keiljungfer, eine geschützte Libellenart, lebt an der Pleiße! Mit dieser Nachricht hatte im Vorjahr der Ökolöwe die Arbeiten am Pleißenbett stoppen lassen. Jetzt ist klar: Die Insekten sind weit verbreitet im Auwald, gar nicht selten.

Eine Keiljungfer schlüpft. Hunderte der Larvenhüllen wurden inzwischen im Auwald entdeckt.

Quelle: Jens Kipping

Markkleeberg/Leipzig. Wegen der streng geschützten Grünen Keiljungfer ist im Vorjahr auf Drängen des Ökolöwen von der Landesdirektion die Schadstellenbeseitigung der Pleiße ausgesetzt, der Schwimmbagger wieder abgezogen worden. Der Zweckverband Kommunales Forum Südraum Leipzig als Bauherr musste danach als Auflage das Vorkommen der Libellenart komplett erfassen. Dabei kam heraus: Die angeblich so seltene Grüne Keiljungfer ist gar nicht so selten im Südlichen Auwald.

Libellen-Experte Jens Kipping ging in den drei kleinen geplanten Bauabschnitten zwischen Markkleeberg und Leipzig, sowie auf Drängen der Umweltbehörden bis zum Leipziger Ecke an der Rennbahn sowie auch an Teilen der Weißen Elster, der Kleinen Luppe, der Neuen Luppe und der Nahle auf die Suche nach dem Insekt. Sowohl die Larven im Kiesbett, deren Hüllen nach dem Schlüpfen sowie umherfliegende Tiere zählte der Fachmann an insgesamt 39 Tagen zwischen Mai und August diesen Jahres. Ein Riesenaufwand. „In der Summe musste er statt der geplanten vier nun in vierzehn Abschnitten die Vorkommen erfassen“, so Steffi Raatzsch vom Forum. Die dabei herausgekommene Übersichtskarte strotzt nur so von Ergebnissen: „In unseren Abschnitten haben wir auf einer Flussseite zwischen acht und zehn Larvenhüllen, so genannte Exuvien, je hundert Meter gefunden“, so die Geschäftsführerin. Und Kippings Karte zeigt mindestens ebensoviele lebende Insekten jeweils flussaufwärts an. Die Vorkommen der Keiljungfer erstrecken sich entlang aller untersuchten Flüsse im Auwald. „Selbst in der Betonelster wurden welche nachgewiesen“, so Raatzsch. Und in der Kleinen Luppe habe Kipping gar 300 Exuvien pro hundert Meter gefunden.

Von selten also keine Spur. Raatzsch ist aber nicht nur daher zuversichtlich, dass ihr am Freitag eingereichter Antrag auf Ausnahmegenehmigung zum Weiterbau in der Pleiße von der Landesdirektion positiv beschieden wird. Der Verband könne auch nachweisen, dass die geplanten Maßnahmen nur zeitlich befristet auf das Vorkommen der Tiere Einfluss haben. Dazu hatte ein renommiertes Landschaftsarchitektenbüro einen so genannten artenschutzrechtlichen Fachbeitrag erarbeiten und eine Flora-Fauna-Habitat-Verträglichkeitsuntersuchung vornehmen müssen – alles in allem ein dicker Stapel Papier. Ergebnis: Von der geplanten Anlage her werde es keine dauerhaften Beeinträchtigungen geben, auch nicht vom Betrieb auf dem Fluss, so die Gutachter. Und die Bauarbeiten seien ohnehin eingeschränkt auf die Zeit zwischen August und Ende Februar, so Raatzsch. Zudem werde mit dem Schwimmbagger-Einsatz das Ufer weitgehend geschont, würden auch beim ersten und zweiten Bauabschnitt nur die Flachstellen beseitigt.

Die Landesdirektion muss nun den Antrag prüfen, eventuell die Umweltverbände nochmal hören. Raatzsch hofft auf Ergebnisse zum Frühjahr.

Von Jörg ter Vehn

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