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Markkleeberg Halali - Jagd erfolgreich wie nie
Region Markkleeberg Halali - Jagd erfolgreich wie nie
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17:50 19.05.2015
Frisch aus dem hiesigen Wald: Forstdirektor Andreas Padberg in der Kühlstrecke des Verwaltungssitzes in der Heilemannstraße. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg/Leipzig

Gerade angesichts des jüngsten Fleischskandals in Fertiggerichten rechnet Padberg wieder mit einer erhöhten Nachfrage. Auch in den Vorjahren sei nach ähnlichen Vorfällen der Wert von heimischem Wildbret in der Wahrnehmung der Verbraucher jedes Mal gestiegen, erinnert er sich. Dabei sei gerade die Verkaufsstelle Leipzig in der Heilemannstraße 1 (Tel. 0341 8608034) inzwischen an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen, erklärt er.

Rund 900 Stück Rehwild, 550 Wildschweine und 120 Stück Damwild werden im Schnitt pro Jahr im Bezirk zur Strecke gebracht. Fast 150 ständige Jäger seien auf den 13000 Hektar Fläche zwischen Schkeuditz und Nossen unterwegs, dazu kämen die Gäste der Gesellschaftsjagden, so Padberg. Diese seien nicht nur außerordentlich effektiv für die Bejagung - fast die Hälfte der Strecke falle dort an - sie seien auch besonders gefragt. "Im Grunde sind wir für die kommende Jagdsaison schon ausgebucht, für die Jagd in Colditz etwa haben wir Anfragen für drei bis vier Jahre im Voraus", erzählt er. Rund 500 zahlende Gäste kämen so pro Jahr in die Region, "für den ländlichen Raum hat das schon eine große wirtschaftliche Bedeutung", weiß er.

Unmittelbar an Leipzig grenzen mit der Nordwestaue bei Schkeuditz, dem Oberholz Großpösna, dem Eichholz Zwenkau und der Neuen Harth Markkleeberg nur wenige größere Waldstücke. Dort sei die Zahl der Jagdteilnehmer absichtlich stärker begrenzt, "um die Qualität der Bejagung besser sichern zu können", so Padberg. Schließlich stünden bei größeren Jagden wie in Colditz schon mal 150 Männer und Frauen "unter Waffen". Auch dabei geht Padberg auf Nummer sicher: Er verlange von allen Teilnehmern einen aktuellen Schießnachweis, "obwohl das nicht im Gesetz steht und bundesweit nicht üblich ist", wie er weiß.

Im Fokus steht traditionell die Jagd auf das Schalenwild wie Rot- und Damwild, das gerne Rinde und Knospen gerade junger Eichen frisst - weshalb die Waldbauern derzeit rund 4000 Euro pro aufgeforstetem Hektar Wald für den Zaun extra einplanen müssen. "Ziel der Jagd sollte daher sein, dass zumindest unsere Hauptbaumarten wie Eiche und Buche ohne Zäunung nachwachsen können", findet Padberg.

Aber auch den Schwarzkitteln geht es ans Fleisch. Sie würden sonst gerade bei den Landwirten im Sommer hohen Schaden anrichten, dürften auch das ganze Jahr gejagt werden. In der Neuen Harth bei Markkleeberg hätten unlängst 15 Jäger bei einer Jagd 25 Wildschweine erlegt. Insgesamt gebe es in den Tagebaufolgelandschaften in Stadtnähe viel Schwarzwild, so Padberg. Aber auch im Oberholz seien bei einer Rekordstrecke von 70 Tieren in diesem Winter fast die Hälfte Wildschweine gewesen. Wahrscheinlich werde durch das ansteigende Wasser der Lebensraum im früheren Tagebau Espenhain knapp, wichen die Tiere in den Wald aus, erklärt er sich das.

Gegenüber den Vorjahren sei diese Saison sowieso erfolgreich gewesen, meint der Forstdirektor. Waren im Forstbezirk im Jagdjahr 2010/11 noch 480 Wildschweine und im Jahr darauf 585 erlegt worden, so seien es in dieser Saison 632 gewesen. Ähnlich die Zahlen beim Rehwild: 767 Tiere fielen 2010/11 an, im Jahr darauf waren es schon 867, in diesem Jahr 1118.

Padberg führt den Trend auch auf das geänderte Jagdgesetz in Sachsen zurück. Dadurch seien jetzt mehr Tierarten zur gleichen Zeit jagdbar, aber zum Beispiel dürfe jetzt auch männliches Rehwild im Winter erlegt werden. Das erhöhe nicht nur die Effizienz der Jagd, es minimiere auch das Risiko für die Jäger, nicht aus Versehen einen jungen Bock im Winter geschossen zu haben - und dafür bestraft zu werden.

Nur gegen die Waschbären gibt es noch kein (Jagd-)Rezept. Gerade in Stadtnähe nehme die Population stark zu, obwohl im Bezirk auch die Zahl der erlegten Tiere in den letzten drei Jahren von 7 (2010/11) über 25 (2011/12) auf jetzt 55 stieg. Er selbst habe schon zwei im Oberholz erlegt, so Padberg. Studien hätten aber gezeigt, dass deren Population erst um 70 Prozent reduziert werden müsse, bevor der Nachwuchs spürbar geringer werde.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.02.2013

Jörg ter Vehn

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