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Happy End am Tagebau

Happy End am Tagebau

Im Streit zwischen der Unteren Naturschutzbehörde und Naturschützer Harald Krug um das geschützte Singschwanweibchen Svenja hat die Natur selbst Fakten geschaffen.

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Svenja ist weggeflogen: Harald Krug hält am früheren Teich der Singschwan-Dame im Tagebau Peres Ausschau nach weiteren seltenen Tieren.

Quelle: Jörg ter Vehn

Zwenkau. Svenja ist davongeflogen, schloss sich mit ihrem neuen Partner einer größeren Gruppe Artgenossen an.

Damit dürfte sich der Haupteinwand des Amtes - dass Krug einen nicht flugfähigen, geschützten Vogel im Tagebau ansiedelte - erledigt haben. "Svenja kann ja fliegen", hatte Krug immer behauptet. Inzwischen seien die Schwungfedern, die Svenja schon in der Aufzuchtstation in Halle vor etwa zwei Jahren vorab entfernt worden waren, auch vollständig nachgewachsen, meinte Krug.

Ende Januar sei es gewesen, dass eine Gruppe Singschwäne im Tagebau Peres Halt machte. Dort hatten Svenja und Partner Nils ihr Revier, Krug hatte sie auch schon beim Nestbau beobachtet. Doch als die Schwäne Richtung Südwesten abzogen, flogen Svenja und Nils mit. Hans Hartung, der die Ascheverkippung in dem Bereich betreut, bestätigte das Verschwinden der beiden Tiere gestern.

In der Feldflur bei Audigast wurden seitdem die seltenen Tiere gesehen. "Es dürfte sich dabei um die Singschwäne handeln, die ich zusammen mit Hans Hartung aus der Liegendwasserhaltung abfliegend gesehen habe", so Krug. Er ist froh und traurig zugleich über die "Auswilderung" - schließlich hatte er sich schon Hoffnung auf den seltenen Singschwan-Nachwuchs im Tagebau gemacht und bereits Kontakt mit dem einzigen Beringer dieser Tiere in Deutschland aufgenommen.

Ganz aufgegeben hat er die Hoffnung allerdings noch nicht. "Schließlich haben Svenja und Nils die Gewässer in Peres als ihr Revier entdeckt", meinte er. Da sei es durchaus möglich, dass die beiden zurückkommen, wenn die anderen Tiere in ihre Heimat gen Norden zurückflögen. Spätestes April/Mai, wenn die Tiere brüten, werde er es genau wissen, sagte Krug.

Mit Interesse beobachtete er gestern einen neuen einsamen Singschwan, der sich seit Anfang der Woche im Tagebau aufhält. Das sei keines der ihm bekannten Tiere, schloss Krug nach genauem Studium auch neuer Fotos aus. Wie berichtet, hatte Krug vor Jahren für einen ähnlichen Einzelgänger Svenja an den Tagebau gebracht - mit Happy End seit Ende Januar. Ob er Ähnliches wieder vorhabe, beantwortete er nicht.

Eingetrudelt waren gestern auch die ersten Kraniche. "Ein Pärchen, das hier brüten wird", freute sich Krug über den Erfolg für die besondere Natur im Tagebau.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.02.2014
Jörg ter Vehn

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