Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Harthkanal: Bauherr rechnet noch dieses Jahr mit Genehmigung
Region Markkleeberg Harthkanal: Bauherr rechnet noch dieses Jahr mit Genehmigung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:53 22.09.2016
So soll der 790 Meter lange Harthkanal mit der Schleuse Cospuden und dem Hochwasserschutztor Zwenkau (rechts) aus Sicht der Planer aussehen.  Quelle: Grafik LMBV
Anzeige
Zwnekau

 Während der Ökolöwe den Bau des Harthkanals wegen der Glyphosatbelastung des Zwenkauer Sees auf unbestimmte Zeit verschieben will, läuft in der Landesdirektion bereits das Plangenehmigungsverfahren. Anfang Juni hatte der Tagebausanierer LMBV den Antrag eingereicht.

„Das sind zehn dicke Ordner, die im wesentlichen Ausführungen zum Kanal mit seinen verschiedenen Bauwerken, naturschutzfachliche Gutachten sowie Baugrund- und limnologische Untersuchungen umfassen“, erklärt Jörg Rittmann vom Planungsbereich Westsachen/Thüringen bei der LMBV. Gegenüber den Vorplanungen habe sich nichts Wesentliches geändert, betont er.

Die wichtigsten Fakten: Der Harthkanal soll rund 790 Meter lang, bei Mittelwasser zweieinhalb Meter tief sein und eine Sohlbreite zwischen acht und 11,5 Meter haben. Bauwerke sind das Hochwasserschutztor auf Zwenkauer Seite mit einer Brücke im Zuge des See-Rundweges, der Trog als Unterführung der A 38-Brücke mit einer Durchfahrtshöhe von mindestens 8,32 Meter, die 60 Meter lange Cospudener Schleuse mit zwei Vorhäfen und einer Klappbrücke für den dortigen Uferrundweg. Hinzu kommen zwei Molen am Zwenkauer und eine Mole am Cospudener See, die das Versanden des Harthkanals verhindern sollen.

Für nicht ausreichend hält der Ökolöwe den Artenschutzfachbeitrag und die landschaftspflegerische Begleitplanung. Sprecherin Anja Werner fordert vielmehr eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). „Für das Vorhaben war gemäß Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung eine allgemeine Vorprüfung erforderlich. Erstmals 2009, nach Planänderungen noch einmal 2011: Jedes Mal wurde festgestellt, dass keine UVP-Pflicht besteht. Damit kann statt eines Planfeststellungs- ein Plangenehmigungsverfahren eingeleitet werden“, erläutert Jana Klein, Sprecherin der Landesdirektion.

So sei anhand der Planungsunterlagen, Untersuchungsergebnisse und Gutachten, insbesondere zu Wassermenge und Wasserbeschaffenheit, eingeschätzt worden, dass „keine erheblichen Auswirkungen für die relevanten Schutzgüter Wasser, Boden, Natur und Landschaft, Luft/Klima und Mensch zu erwarten sind“. Ganz konkret, dass keine relevante Verschlechterung der Wasserqualität des Cospudener Sees durch die Ableitung von Überschusswasser aus dem Hochwasserspeicher Zwenkauer See zu befürchten ist.

Rittmann räumt allerdings ein, dass Glyphosat bei den limnologischen Untersuchungen kein Thema war. „Geprüft wurden der Eisengehalt und der ph-Wert, der seit Mai 2015 mit 6,9 stabil im neutralen Bereich liegt“, sagt der Fachmann. Für Glyphosat gebe es auch nur einen Grenzwert für Trinkwasser, insofern seien die Angaben des Ökolöwen nicht korrekt. Die Umweltschützer hatten sich auf eine vom Umweltinstitut Leipzig im Auftrag der Grünen-Landtagsfraktion erstellte Studie bezogen.

Die LMBV hofft, dass das Plangenehmigungsverfahren noch dieses Jahr abgeschlossen werden kann. Laut Klein liegen die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange, darunter acht Naturschutzverbände, „überwiegend“ vor. Der Bauherr LMBV könne sich nun bis Mitte Oktober dazu äußern.

Parallel beginnt die LMBV im Oktober mit den Auflastschüttungen im Bereich der Schleuse und des Hochwasserschutztores. Das Material stamme von der im Februar abgeschlossenen Baugrundvergütung, so Rittmann. Auf 70 000 Quadratmetern waren 13 400 Rüttelstopfsäulen in den Boden gebracht worden, um die Tragfähigkeit der Kippe zu verbessern.

„Der eigentliche Bau des Harthkanals kann erst Anfang/Mitte 2018 losgehen. Die Auflastschüttungen müssen ein Jahr liegen, sonst würden wir Setzungen an den Bauwerken riskieren“, begründet Rittmann. In Betrieb genommen werden soll der Kanal mit Saisonstart 2022.

Von Ulrike Witt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein neues Wohngebiet, eine Reittherapie in Seifertshain, ein Spielplatz mit Riesen-Urzeithai im Bergbau-Technik-Park und eine neue Kita: Die Großpösnaer Gemeinderäte haben diese Woche für etliche Vorhaben die Weichen gestellt.

18.10.2016

Am Störmthaler See könnte ein Integrationscampingplatz mit 400 Standplätzen entstehen, der Behinderten Arbeit gibt und eine Versorgungslücke im Leipziger Neuseenland schließt. Zu diesem Schluss kommt eine Machbarkeitsstudie von Harald Köpping Athanasopoulos, die dieser unterstützt von der Heidehof Stiftung erstellt hatte.

20.09.2016

20 Jahre alt ist der Zweckverband Kommunales Forum Südraum Leipzig jetzt geworden. Vor der Festsitzung im Herrenhaus Kahnsdorf am Hainer See entschieden die Vertreter der 14 Städte und Gemeinden am Montag noch in einer regulären Sitzung Wegweisendes zum Thema W-Lan und Tourismus.

19.09.2016
Anzeige