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Harthkanal: Bauherr rechnet noch dieses Jahr mit Genehmigung

Leipziger Südraum Harthkanal: Bauherr rechnet noch dieses Jahr mit Genehmigung

Während der Ökolöwe den Bau des Harthkanals wegen der Glyphosatbelastung des Zwenkauer Sees auf unbestimmte Zeit verschieben will, läuft in der Landesdirektion bereits das Plangenehmigungsverfahren. Anfang Juni hatte der Tagebausanierer LMBV den Antrag eingereicht.

Blick von der Autobahnbrücke zum Zwenkauer See: Unter der A 38 soll der Harthkanal entlangführen, ab 2022 die Verbindung zum Cospudener See schaffen.
 

Quelle: André Kempner

Zwnekau.  Während der Ökolöwe den Bau des Harthkanals wegen der Glyphosatbelastung des Zwenkauer Sees auf unbestimmte Zeit verschieben will, läuft in der Landesdirektion bereits das Plangenehmigungsverfahren. Anfang Juni hatte der Tagebausanierer LMBV den Antrag eingereicht.

„Das sind zehn dicke Ordner, die im wesentlichen Ausführungen zum Kanal mit seinen verschiedenen Bauwerken, naturschutzfachliche Gutachten sowie Baugrund- und limnologische Untersuchungen umfassen“, erklärt Jörg Rittmann vom Planungsbereich Westsachen/Thüringen bei der LMBV. Gegenüber den Vorplanungen habe sich nichts Wesentliches geändert, betont er.

Die wichtigsten Fakten: Der Harthkanal soll rund 790 Meter lang, bei Mittelwasser zweieinhalb Meter tief sein und eine Sohlbreite zwischen acht und 11,5 Meter haben. Bauwerke sind das Hochwasserschutztor auf Zwenkauer Seite mit einer Brücke im Zuge des See-Rundweges, der Trog als Unterführung der A 38-Brücke mit einer Durchfahrtshöhe von mindestens 8,32 Meter, die 60 Meter lange Cospudener Schleuse mit zwei Vorhäfen und einer Klappbrücke für den dortigen Uferrundweg. Hinzu kommen zwei Molen am Zwenkauer und eine Mole am Cospudener See, die das Versanden des Harthkanals verhindern sollen.

Für nicht ausreichend hält der Ökolöwe den Artenschutzfachbeitrag und die landschaftspflegerische Begleitplanung. Sprecherin Anja Werner fordert vielmehr eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). „Für das Vorhaben war gemäß Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung eine allgemeine Vorprüfung erforderlich. Erstmals 2009, nach Planänderungen noch einmal 2011: Jedes Mal wurde festgestellt, dass keine UVP-Pflicht besteht. Damit kann statt eines Planfeststellungs- ein Plangenehmigungsverfahren eingeleitet werden“, erläutert Jana Klein, Sprecherin der Landesdirektion.

So sei anhand der Planungsunterlagen, Untersuchungsergebnisse und Gutachten, insbesondere zu Wassermenge und Wasserbeschaffenheit, eingeschätzt worden, dass „keine erheblichen Auswirkungen für die relevanten Schutzgüter Wasser, Boden, Natur und Landschaft, Luft/Klima und Mensch zu erwarten sind“. Ganz konkret, dass keine relevante Verschlechterung der Wasserqualität des Cospudener Sees durch die Ableitung von Überschusswasser aus dem Hochwasserspeicher Zwenkauer See zu befürchten ist.

Rittmann räumt allerdings ein, dass Glyphosat bei den limnologischen Untersuchungen kein Thema war. „Geprüft wurden der Eisengehalt und der ph-Wert, der seit Mai 2015 mit 6,9 stabil im neutralen Bereich liegt“, sagt der Fachmann. Für Glyphosat gebe es auch nur einen Grenzwert für Trinkwasser, insofern seien die Angaben des Ökolöwen nicht korrekt. Die Umweltschützer hatten sich auf eine vom Umweltinstitut Leipzig im Auftrag der Grünen-Landtagsfraktion erstellte Studie bezogen.

Die LMBV hofft, dass das Plangenehmigungsverfahren noch dieses Jahr abgeschlossen werden kann. Laut Klein liegen die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange, darunter acht Naturschutzverbände, „überwiegend“ vor. Der Bauherr LMBV könne sich nun bis Mitte Oktober dazu äußern.

Parallel beginnt die LMBV im Oktober mit den Auflastschüttungen im Bereich der Schleuse und des Hochwasserschutztores. Das Material stamme von der im Februar abgeschlossenen Baugrundvergütung, so Rittmann. Auf 70 000 Quadratmetern waren 13 400 Rüttelstopfsäulen in den Boden gebracht worden, um die Tragfähigkeit der Kippe zu verbessern.

„Der eigentliche Bau des Harthkanals kann erst Anfang/Mitte 2018 losgehen. Die Auflastschüttungen müssen ein Jahr liegen, sonst würden wir Setzungen an den Bauwerken riskieren“, begründet Rittmann. In Betrieb genommen werden soll der Kanal mit Saisonstart 2022.

Von Ulrike Witt

Zwenkauer See 51.245368 12.34116
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