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Harthkanal kommt bis 2022 – und auch die Wasserschlange ist wieder da

Gewässertourismus Harthkanal kommt bis 2022 – und auch die Wasserschlange ist wieder da

Mit dem angekündigten neuen Verwaltungsabkommen zwischen Bund und Ländern zur Braunkohlesanierung sieht Andreas Berkner von der Regionalen Planungsstelle Westsachsen nicht nur den Bau des Harthkanals zwischen Cospudener und Zwenkauer See bis 2021/2022 für gesichert an. Auch die Wasserschlange von der Pleiße zum Markkleeberger See habe eine Chance, sagte Berkner.

Eine so genannte Auflastschüttung verdichtet den Boden zwischen Cospudener (oben) und Zwenkauer See. Bis 2022 soll der Harthkanal gebaut sein.

Quelle: Peter Radke

Markkleeberg/Zwenkau. Mit dem angekündigten neuen Verwaltungsabkommen zwischen Bund und Ländern zur Braunkohlesanierung sieht Andreas Berkner von der Regionalen Planungsstelle Westsachsen nicht nur den Bau des Harthkanals zwischen Cospudener und Zwenkauer See bis 2021/2022 für gesichert an. Auch die Wasserschlange von der Pleiße zum Markkleeberger See habe eine Chance, sagte Berkner.

Wie berichtet, war es etwa vor einem Jahr plötzlich ruhig geworden um die lange geplante gewundene Verbindung von der Pleiße zum Markkleeberger See. Zum Anschluss der Seen an die Leipziger Gewässer und als Abfluss für Hochwässer dringend gewünscht, sahen die Bergbausanierer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft angesichts knapper Kassen kaum noch Chancen für die Wasserschlange, ließen bereits eine kürzere Verbindung vom See direkt unter der B 2 hindurch an die Pleiße oberhalb des Wehres prüfen.

Das Ergebnis muss nach LVZ-Informationen so deutlich ausgefallen sein, dass davon inzwischen keine Rede mehr ist. Weil der See höher liegt als die Pleiße, hätte selbst für eine mittlere Wasserführung des Flusses dessen Sohle auf hunderten von Metern tiefer gelegt werden müssen. Dazu kämen immense Kosten, weil gleich mehrere wichtige Hauptversorgungstrassen, die entlang der B 2/95 gen Süden führen, gequert werden. Nicht ohne Grund, hieß es von Beteiligten, sei der Verlauf der Wasserschlange daher auch teilweise auf einem vorhandenen Mühlgraben geplant worden - somit entfielen diese Querungsprobleme.

Berkner sah für die auch schiffbare Verbindung angesichts des neuen Verwaltungsabkommens eine realistische Chance für die Umsetzung. Für die Region sei es nun wichtig, die planerischen Voraussetzungen für die Umsetzung zu schaffen. Steffi Raatzsch vom Kommunalen Forum kündigte als Bauherrin an, voraussichtlich im Mai den Planfeststellungsantrag vorzulegen. Ein bis anderthalb Jahre dauert üblicherweise solch ein aufwändiges Verfahren bei der Landesdirektion.

An der Schiffbarmachung der Tagebauseen rund um Leipzig feilt die Behörde angesichts der komplexen Materie und naturschutzfachlicher Bedenken innerhalb der Abteilungen allerdings schon länger – und ein Ende der Provisorien, über die dennoch auf den Gewässern Boote erlaubt werden, ist noch immer nicht abzusehen. So teilte die Behörde am Freitag mit, dass die für das Hafenfest im Mai geplante Erklärung zum Zwenkauer See erst später kommt. Bis Ende Juni würden die Naturschutzbehörden noch Unterlagen prüfen, danach erst könne die Allgemeinverfügung erstellt werden. Für Markkleeberger und Störmthaler See seien diese Prüfungen erst im September abgeschlossen, für den Cospudener See würden die nötigen Gutachten erst im April beauftragt.

Von Jörg ter Vehn

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