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Harthkanal verzögert sich -nicht vor 2020 fertig

Harthkanal verzögert sich -nicht vor 2020 fertig

Der Harthkanal, die schiffbare Verbindung zwischen Cospudener und Zwenkauer See, wird voraussichtlich erst 2020 fertig. Als Grund nannte Jörg Schöne, Fachreferent der Abteilung Planung Westsachsen/Thüringen beim Tagebausanierer LMBV, jetzt Probleme bei der laufenden Baugrundvergütung.

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Die Harthkanal-Baustelle zwischen Zwenkauer (links) und Cospudener See aus der Vogelperspektive, hier ein Luftbild von Ende April.

Quelle: Jörg ter Vehn

Zwenkau/Markkleeberg. Wie mehrfach berichtet, kam es in den vergangenen Wochen im Zuge des Rüttelstopfverfahrens auf der Cospudener See-Seite zu Rutschungen. Um Gefahr für Leib und Leben abzuwenden, wurde der Seerundweg - vorerst bis Herbst - gesperrt. "Wir haben es mit geotechnischen Ereignissen zu tun, deren zeitlicher Eintritt und Ausmaß konkret so nicht abschätzbar sind", erklärt Schöne und fügt hinzu: "Oberste Priorität hat für uns die Sicherheit der Menschen." In der Folge hätten die Großgeräte aufgrund der Erdbewegungen zeitweilig angehalten werden müssen.

Inzwischen wird bei der LMBV über eine Anpassung der Technologie nachgedacht. "Wir verdichten ja nicht nur einen Teil des bis zu 60 Meter tiefen Kippenbodens, wir verdrängen auch Wasser. Derzeit wird die Notwendigkeit von technologischen Ruhephasen geprüft", so der Fachmann. Trotzdem werde noch am Termin 1. Quartal 2016 für den Abschluss der Bodenvergütung festgehalten. "Angesichts der Ereignisse ist es aber durchaus realistisch, dass es länger dauern kann", räumt Schöne ein. Die bislang angekündigte Eröffnung des Harthkanals im Jahr 2018 hält er für unwahrscheinlich - auch aus genehmigungsrechtlicher Sicht.

"Für die Baugrundvergütung haben wir das Okay des Oberbergamtes, für den eigentlichen Kanalbau brauchen wir eine wasserrechtliche Genehmigung", sagt Schöne. Der Antrag für das Plangenehmigungsverfahren solle bis Ende 2015 bei der Landesdirektion eingereicht werden. "Ich gehe davon aus, dass das Verfahren im Wesentlichen 2016 läuft", meint er. Erst danach könne die LMBV die Ausführungsplanung abschließen, auf deren Basis später die europaweite Ausschreibung vornehmen.

Bei dem ohnehin langen Verfahren gibt es auch noch "einige Unwägbarkeiten", wie Schöne sagt. Neben den betroffenen Kommunen Zwenkau, Markkleeberg und Leipzig würden sich mit Sicherheit auch wieder die Umweltverbände zu Wort melden. "Das wasserrechtliche Verfahren wird eine ganz spannende Geschichte", ist er sicher.

Diskussionen gibt es jetzt schon bei den künftigen Nutzern. Segler stören sich an der avisierten Durchfahrthöhe von 8,32 Meter für die A 38-Brücke. "Warum wird die Schleuse auf Cospudener und nicht auf Zwenkauer Seite gebaut? Dann kämen auch Kajütboote durch, ohne den Mast umlegen zu müssen", hakt ein Wassersportler nach.

"Das ist eine Frage der Kosten", stellt Schöne klar. Im Zuge der Vorplanung seien bereits 2006 beide Varianten beleuchtet worden. "Bei dem vom Cospudener zum Zwenkauer See um sieben Meter ansteigenden Gelände wären für den Schleusenbau auf Zwenkauer Seite umfangreichere Baugrundvergütungen, ein tieferer Einschnitt mit Bodenabtragungen und/oder Stützwänden und eine noch aufwändigere Unterquerung der A 38 notwendig", erläutert Schöne. Nicht zuletzt das Autobahnamt schaue dem Projektträger LMBV sehr genau auf die Finger, habe Sorge um die Unversehrtheit seiner Anlagen. Nach umfassender Abwägung seien die Fachleute deshalb zu dem Ergebnis gekommen, dass 8,32 Meter vertretbar sind.

Neue Ideen gibt es derweil für die Gestaltung des künftigen Schleusenareals, wie Schöne verrät. "Um den Erlebnischarakter und damit die Attraktivität zu erhöhen, sollen Treppen angelegt werden, die zum Hinsetzen einladen, und eine Vorbehaltsfläche zum Beispiel für Gastronomie reserviert werden." Außerdem möchte die LMBV Touristen an das Dorf Prödel erinnern, dass dem Tagebau an dieser Stelle geopfert wurde. "Die Schleuse soll nicht nur eine technische, sondern auch eine touristische Anlage werden", sagt Schöne. Betreiber werde wahrscheinlich der Zweckverband Neue Harth sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.08.2015
Ulrike Witt

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