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Markkleeberg Heftige Kritik an geplantem Hotelbau am Zöbigker Hafen
Region Markkleeberg Heftige Kritik an geplantem Hotelbau am Zöbigker Hafen
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00:36 24.09.2015
Am Touristentreff Zöbigker will die Huimin Invest ein Hotel bauen. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Unruhe im Zöbigker Winkel: Markus Stratmann von der Bürgerinitiative „Sanfter Tourismus“ hat sich mit einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) gewandt. Grund ist das von der Huimin Invest geplante Hotel. Wie berichtet, hatte die Stadt das Grundstück, das im Flächennutzungsplan immer als Vorbehaltsfläche Hotellerie ausgewiesen war, im Juli an den chinesischen Investor verkauft.

„Ein Hotel, zwei Gebäude, drei Geschosse, 150 Zimmer, Tiefgarage, überbaute Wege. Hier wird in Beton gegossen, was dann nicht mehr zu ändern ist“, warnt Stratmann. Die Anwohner seien aufgeschreckt und stellten Fragen. So habe die Huimin 170 Euro pro Quadratmeter gezahlt, der aktuelle Richtwert liege aber bei 250 Euro. „Warum dieser Vorzugspreis?“ Außerdem zweifelt er, dass die Bürgschaften chinesischer Banken geprüft wurden. Das Gleiche gelte für Referenzen und Wirtschaftlichkeit.

„Wie gewährleisten Sie, dass sich der Investor an Auflagen hält?“, fragt Stratmann. Es gebe bereits Schwarzbauten. Außerdem habe die Stadt immer erklärt, dass zweigeschossig gebaut werde. Nun heiße es dreigeschossig. „Wir sehen uns getäuscht. Der ´Koloss vom Cossi´ wird den Charakter des Stadtteils zerstören.“ Lärmschutzwände, Carports und Sichtblenden seien Kosmetik statt Ästhetik.

Zudem fürchteten die Anwohner einen Verkehrskollaps. „Soll die vor zwei Jahren vorgestellte Parkplatzerweiterung überhaupt noch umgesetzt werden?“, will Stratmann wissen. Er schlägt einen Ortstermin vor und betont: „Wir sind keine Blockierer oder Egoisten, aber wir erinnern Sie an Ihr Versprechen einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung.“

Schützes Antwort kam prompt: „Der Preis entspricht dem besten Angebot der letzten Ausschreibung, wobei nur eines abgegeben wurde.“ Stratmanns Frage enthalte eine Behauptung, die so nicht richtig sei. „Es gelten unterschiedliche Richtwerte für reine Wohnbebauung und gewerbliche Nutzung. Und die Stadt darf nur mit Zustimmung der Rechtsaufsichtsbehörde Grundstücke unter dem Bodenrichtwert veräußern.“

An der Echtheit der Bankbürgschaft bestehe kein Grund zum Zweifeln. Die Investoren seien zweimal in Markkleeberg gewesen, die Einreise über die chinesische Botschaft in Berlin geregelt worden. „Eine hundertprozentige Garantie wird jedoch kein Prüfinstitut geben“, so Schütze. Ob die Huimin Erfahrungen im Hotelgewerbe habe, sei nicht relevant. Die Landwirtschafts-AG Wachau-Störmthal habe mit dem Seepark Auenhain bewiesen, dass Einsteiger erfolgreich sein können. „Und selbstverständlich hat die Huimin einen Businessplan vorgelegt.“

Zum Vorwurf Schwarzbau meint Schütze: „Die Planungen wurden vom Technischen Ausschuss einstimmig bestätigt und sind Bestandteil des Kaufvertrages, der auch eine Sicherungsklausel enthält und die Baugenehmigung erteilt das Kreis-Bauaufsichtsamt.“ Der Investor erfülle im übrigen alle Vorgaben des mit Bürgerbeteiligung erarbeiteten B-Planes, versichert der OBM.

Hinsichtlich eines Verkehrskollaps sagt er: „Das Verfahren zur Aufstellung des B-Planes Hafenstraße läuft planmäßig weiter. Aktuell wird dazu eine Verkehrsstudie erarbeitet.“ Auf den zeitlichen Ablauf des aufwendigen Genehmigungsverfahrens habe die Stadt allerdings keinen Einfluss, betont Schütze und bietet seinerseits einen Vor-Ort-Termin an.

Von Ulrike Witt

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