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Henrik Wahlstadt: „Größer, jünger – sensationell“

Sieben-Seen-Wanderung Henrik Wahlstadt: „Größer, jünger – sensationell“

Die Sieben-Seen-Wanderung eilt von Rekord zu Rekord: immer mehr Strecken, immer mehr Wanderer. Was 2003, initiiert von Wolfgang Flohr in Markkleeberg mit einer Handvoll Leute begann, hat sich als das Wanderevent in Mitteldeutschland etabliert. Noch liegt die abschließende Teilnehmerzahl vom Wochenende nicht vor, aber 6500, vielleicht sogar mehr, scheint realistisch.

Sieben-Seen-Wanderer bei Massenstart vorm Markkleeberger Rathaus: Bis Sonntagabend haben etwa 6500 Leute das Leipziger Neuseenland auf einer der 63 Touren zu Fuß entdeckt.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Die Sieben-Seen-Wanderung eilt von Rekord zu Rekord: immer mehr Strecken, immer mehr Wanderer. Was 2003, initiiert von Wolfgang Flohr in Markkleeberg mit einer Handvoll Leute begann, hat sich als das Wanderevent in Mitteldeutschland etabliert. Noch liegt die abschließende Teilnehmerzahl vom Wochenende nicht vor, aber 6500, vielleicht sogar mehr, scheint realistisch.

„Je größer das Event, desto mehr Aufmerksamkeit für die Region“, sagt Henrik Wahlstadt, Vorsitzender der Sportfreunde Neuseenland und seit 2012 Chefveranstalter. Dennoch gebe es eine Obergrenze. „10 000 Wanderer kann ich mir gut vorstellen. Aber ich will keinen Rekord um jeden Preis. Es muss schön bleiben“, betont der 46-Jährige. Das gemeinsame Erlebnis stehe im Mittelpunkt.

Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) sieht das genauso: „Die Qualität ist entscheidend.“ Für die Stadt und das Leipziger Neuseenland sei die Entwicklung „fantastisch, hinsichtlich der deutschlandweiten Werbewirkung unbezahlbar“. Inzwischen kommen Teilnehmer aus allen Bundesländern. „Die Hotelbetten sind für dieses Wochenende seit Monaten ausgebucht“, weiß Schütze.

Gabriela Lantzsch, Bürgermeisterin von Großpösna und Vorsitzende des Tourismusvereins Leipziger Neuseenland, freut sich über die nachhaltigen wirtschaftlichen Effekte, sieht aber auch den gesundheitlichen Aspekt und einen Schub für den Gemeinsinn: „Für die Sieben-Seen-Wanderung engagiert sich die ganze Region: Kommunen, Unternehmen, Vereine und viele Bürger packen gemeinsam an.“

Offensichtlich ist: Die Sieben-Seen-Wanderung wird jünger. Dominierte früher die Gruppe 50 Plus, sind jetzt alle Generationen am Start. „Wandern liegt im Trend. Mit immer wieder neuen Strecken und neuen Kommunikationswegen erobern wir ganz neue Zielgruppen“, sagt Wahlstadt. Dazu gehörten junge Familien, Gesundheitsbewusste, aber auch Menschen mit Handicap.

„Die komplett neue Streckenführung macht Lust wieder dabei zu sein“, verrät Sandra Debus, die mit Mann und zwei Kindern an der Maikäfertour teilnimmt. Kristiane und Falko Thormeier aus Leipzig sind zum ersten Mal bei der Sieben-Seen-Wanderung. Ihre drei Jahre alten Zwillinge Phil und Kent stehen mit Laufrädern aufgeregt am Start. „Wir wollen einfach gemeinsam was Schönes erleben“, sagt Mutter Kristiane. 

Doreen Strotzer, 33 Jahre, ist mit sechs jungen Kollegen gekommen – alles Sportlehrer vom Landesgymnasium für Sport und vom Keppler-Gymnasium in Leipzig. Die Stimmung könnte vor der Nachterlebnistour nicht besser sein. „Ich bin schon die Saale-Horizontale in Jena gewandert, die 39 Kilometer hier packen wir auch“, sagt Strotzer lachend.

Von der Tochter „überredet“ wurden Gabriele und Bernd Heller. Das Ehepaar aus Zwönitz gehört mit 68 und 75 Jahren zu den älteren Semestern. Sie haben sich für die Mondscheintour mit 17 Kilometern und Bootsfahrt entschieden. „Wir laufen einfach so lange, wie wir uns gut fühlen“, sagt er schmunzelnd.

Zu den 1000 Helfern, ohne die das Event undenkbar ist, gehören Daniela Stiller, 39, und Lutz Reckling, 58. Am Markkleeberger Bahnhof koordinieren sie Teilnehmer und Busse. „Für andere etwas zu tun und zu sehen, wie sie sich freuen, dafür lohnt sich jede Stunde“, sagt Stiller. Wahlstadts 2017er Fazit am Sonntag: „Super gelaufen, sensationell.“

Von Ulrike Witt

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