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Markkleeberg Historisches Kinderfest: Mit Uromas Spielen eine neue Welt entdecken
Region Markkleeberg Historisches Kinderfest: Mit Uromas Spielen eine neue Welt entdecken
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10:06 06.06.2016
Loreena (l.) und Freundin Lena beim Sticken mit Birgit Seger. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Spielen wie vor 100 Jahren konnten die Jüngsten am Sonntagnachmittag im Kees‘schen Park. Das historische Kinderfest – Teil der 8 mal 100-Jahrfeiern zur Ersterwähnung von Gautzsch – wurde von der Stadt Markkleeberg organisiert, vom Engagement vieler Vereine und Brot & Kees getragen.

Wer bislang glaubte, dass Uromas Spiele langweilig waren, der irrte. „Vorsicht beim Hitschenrennen. Das ist nicht ohne“, warnte Steven Wiener. Mit dem alten sächsischen Begriff für eine Fußbank konnten Johanna und Lena, beide sechs Jahre, nichts anfangen. Erst recht wussten sie nicht, wie sie sich ohne Rollen fortbewegen sollen. „Ihr steigt von einer Hitsche auf die andere und zieht die erste nach“, erklärte Wiener. Ein wackeliges Unterfangen, wie die Mienen zeigten.

Nebenan wurde bei der Landmanufaktur im Seifenwasser gematscht. Lilly, sechs, filzte eine Kette. Mama Katja Semmling lachte: „Das ist das Richtige für meine Tochter.“ Beim Columbus-Verein ging es auch kreativ zu, hier wurde Papier geschöpft. Nicht ganz so gefragt war bei schwülen 27 Grad das Kerzenziehen. Auf Neugierige wartete auch Mandy Gehrt vom Kulturbahnhof. Bei ihr konnten sich Kinder anmalen und kostümieren, anschließend fotografieren lassen. Dank moderner Technik gab es zum Schluss ein Bild, das an die gelbstichigen Schwarz-Weiß-Fotos im Familienalbum erinnerte.

Dass Mädchen früher ihre Aussteuer mit Monogramm besticken mussten, hatten Loreena und Lena, acht Jahre, noch nie gehört. Birgit Seger vom Kunstverein Markkleeberg zeigte den Freundinnen aus Leipzig, wie das mit Kreuzstich geht. „Loreena hat heute Geburtstag. Wir probieren alle 14 Stationen aus“, versprach Papa Falk Wiebel. Die nächste, das Spinnrad der Landfrauen, lockte schon.

Andrang herrschte an der Riesen-Murmelbahn der Firma Holl aus Zöbigker. Nicht nur Kinder wollten spielen, auch Erwachsene ihr Glück versuchen. „Die haben unsere Schweißer aus Edelstahl, Ofenrohren und Blechteilen zusammengesetzt“, erzählte Pascal Rosik. Der 19-Jährige ist bei Holl noch in der Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker.

Mit Nachthaube wanderte Ingrid Diestel durch den Kees’schen Park. Mit ihr konnten Kinder bei der Frau-Holle-Tour Märchenhaftes übers Adlertor und den Eiskeller erfahren. Gespielt wurde natürlich auch – Hase und Igel. Für alle, die Lust auf alte Spiele bekommen haben, hatte Reik Sluka noch einen Tipp: „Das Buch ‚1000 kleine Spiele‘ von Döbler ist ein wahrer Spieleschatz.“

Von Ulrike Witt

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