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Hitzeeinsatz an der Fahrradkirche Zöbigker

Hitzeeinsatz an der Fahrradkirche Zöbigker

Bei Temperaturen über 30 Grad und dem Cospudener See vor der Nase fällt die Entscheidung zwischen Arbeitseinsatz und einem Sprung ins kühle Nass eigentlich leicht.

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Aaron Büchel-Bernhardt (rechts) und die anderen fleißigen Helfer beseitigen im Inneren der Kirchruine Wildwuchs und Schutt.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Indes Aaron Büchel-Bernhardt, Familie Diestel, Mario Preller und die anderen Helfer von der Martin-Luther-Kirchgemeinde haben auch am Samstag zu Hacke und Schaufel gegriffen. Ihr Ziel: Baufreiheit an der Zöbigker Dorfkirche schaffen, damit im September die Sicherung der Ruine beginnen kann.

"Heute Morgen habe ich auch kurz überlegt, aber das Projekt ist eine Herzensangelegenheit", erklärte Büchel-Bernhardt. Der Vorsitzende der AG Fahrradkirche und Schatzmeister des Fördervereins der Freunde und Förderer der Fahrradkirche hätte einen guten Grund gehabt, sich auszuklinken, er feierte seinen 51. Geburtstag. "Wir müssen innen wie außen einen zwei Meter breiten Streifen freilegen, damit im August das Gerüst aufgestellt werden kann und die alten losen Ziegel im Dresdner Format abklopfen und sichern. Die werden heute nur noch auf Bestellung gefertigt und sind sehr teuer", so Büchel-Bernhardt, der auch bei den ersten beiden Einsätzen am Wochenende zuvor dabei war.

Natürlich könnte die körperlich schwere Arbeit von Firmen übernommen werden. Gerade weil die Ruine, insbesondere die Anbauten, die zum Teil noch nie betreten wurden, einsturzgefährdet sind und Arbeiten darin nicht ohne Risiko. "Das ist ein bisschen wie beim privaten Häuslebauer, der Eigenleistungen bringt, um die Kosten in Grenzen zu halten", meinte Büchel-Bernhardt schmunzelnd. Rund 115 000 Euro kostet die Sicherung, die bis Jahresende abgeschlossen sein soll. 100 000 Euro sind Fördermittel der Landeskirche und des Landkreises Leipzig, 15 000 Euro noch als Eigenmittel durch die Kirchgemeinde aufzubringen.

"Ich packe gern mit an. Als gläubiger Christ ist es für mich etwas ganz besonderes, eine Kirche aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken", sagte Mario Preller. Der 34-Jährige ist Mitglied im Förderverein, bei der Freiwilligen Feuerwehr Markkleeberg-West aktiv und seit neuestem auch CDU-Stadtrat. "Ich bin erst 2006 nach Markkleeberg gezogen, fühle mich aber so wohl, gerade weil ich mich engagiere, dass ich nicht mehr weg will", so Preller, der nach der ersten halben Stunde schon Schweißgebaden, aber zufrieden war.

Ein Stück entfernt ackerte Ingrid Diestel. Sie engagiert sich für die Fahrradkirche, seit das Projekt vor acht Jahren initiiert wurde, um am Tourismusmagnet Cospudener See eine Oase der Ruhe und Begegnung zu schaffen. "Als Kind bin ich schon in der Ruine herumgeklettert. Später habe ich erfahren, dass mein Urgroßvater Hugo Altendorff die Kirche 1883 umgebaut hat", erzählte sie. Mit dem Verkauf der beiden, gemeinsam mit Malerin Ursula Bückner gestalteten Büchlein "Historisches und Kurioses aus Markkleeberg" und "Ich habe einen Kees" leistet Diestel auch einen finanziellen Beitrag.

Am Jahresende soll die Dorfkirche, die 1942 Opfer eines Schwelbrandes am Orgelmotor wurde, verkehrssicher und damit kulturell nutzbar sein. "Innen werden die Ziegel sichtbar bleiben und den Besuchern die Geschichte des Gotteshauses erzählen, außen werden die Mauern, wie vom Denkmalschutz beauflagt, verputzt", sagte Büchel-Bernhardt. Wer sich vor Ort informieren möchte, kann dies am Tag des offenen Tores jeden zweiten Samstag im Monat ab 16 Uhr und beim Tag des offenen Denkmals am 14. September.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.07.2014
Ulrike Witt

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