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Markkleeberg Hochwasser: Entspannung, aber noch nicht Entwarnung
Region Markkleeberg Hochwasser: Entspannung, aber noch nicht Entwarnung
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16:50 19.05.2015

Die Pleiße verlor im Tagesverlauf gegenüber dem Vormittag mehr als 40 Zentimeter an Höhe, lag am frühen Abend mit 2,94 Metern gemessen am Pegel Böhlen nur noch in Hochwasserwarnstufe II.

Bange Blicke hatte die Große Kreisstadt am Montag aber vor allem auf die Weiße Elster geworfen und ein Brechen des Deiches zum Cospudener See und eine Flutwelle bis in die Mehringstraße, den Equipagenweg, die Kirschallee und das Wohngebiet Am Wolfswinkel befürchtet. Am frühem Abend hatte die Feuerwehr dort noch Handzettel verteilt und die Anwohner per Lautsprecher über eine mögliche Evakuierung vorgewarnt. Es blieb bei der Warnung, "wir mussten nicht evakuieren", so gestern Stadtsprecher Daniel Kreusch.

Anwohner wie Reinhard Faust aus dem Wolfswinkel nutzten gestern dennoch das Angebot der Stadt, sich auf dem Marktkauf-Parkplatz kostenlos mit gefüllten Sandsäcken einzudecken - getreu dem Motto besser man hat, als man hätte. Faust fand den Service der Stadt "eine feine Sache".

Mehr als zwei Lastwagenladungen hatte die Stadt zur Verfügung gestellt, zudem ein Bürgertelefon die Nacht durch geschaltet gehabt. Bis Mitternacht gingen dort mehr als 400 Anfragen ein. "Da rief um drei Uhr noch eine ältere Dame an und fragte, ob sie denn nun ins Bett könne, oder noch evakuiert wird", erzählte Kreusch. Heute ab 8 Uhr ist das Telefon (Ruf 0341 35 33 267) wieder besetzt. Trotz der Säcke habe die Feuerwehr einige Keller ausgepumpt, so Kreusch. In der Regel sei aber Sickerwasser eingedrungen.

Gestern wurde die Notunterkunft in der Dreifelderturnhalle Städtelner Straße wieder geschlossen. "Wir können sie bei Bedarf jederzeit wieder öffnen", versicherte Kreusch. Denn die Stadt gab gestern noch keine Entwarnung, Kreusch sprach nur von einer "Stabilisierung der Situation". So kontrollierten Stadtmitarbeiter weiter die Pleißedämme auf ihren Zustand, maß der Pegel der Weißen Elster gestern immer noch 4,53 Meter. Er lag damit in Warnstufe vier, was eine aktive Hochwasserabwehr verlangt.

So manchen Schüler wird es freuen. Die Bildungsagentur verordnete für heute Schulausfall in allen Einrichtungen im Kreis. Grund: die unklare Schulwegsituation. Die Kita Kleeblatt öffne jedoch wieder, so Kreusch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.06.2013

Jörg ter Vehn

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