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Hochwasserschutz der Gösel macht Kette von Maßnahmen nötig

Hochwasserschutz der Gösel macht Kette von Maßnahmen nötig

Großpösna/Espenhain. Für den Tagebau war die Gösel in den Sechzigerjahren nahe Dreiskau-Muckern gekappt und in ein neues Bett gesteckt worden. Aber bei Hochwasser fühlt sie sich dort nicht wohl.

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Im Vorjahr ergoss sich die Gösel zum wiederholten Mal in den Störmthaler See, schuf dabei diesen "Canyon". Im Hintergrund liegt das Ferienresort Lagovida.

Quelle: André Kempner

Der eher unscheinbare Bach hat nun Folgen für die Gewässerentwicklung des gesamten Südraums.

Weil das kleine Flüsschen in den letzten vier Jahren schon zweimal Hochwasser führte und im Vorjahr fast Störmthaler und Markkleeberger See zum Überlaufen gebracht hätte (die LVZ berichtete), lassen die Anliegergemeinden derzeit eine Hochwasserrisikomanagementplanung erarbeiten. Die sehe aktuell vor, Hanggraben und Oberholzgraben nahe Dreiskau-Muckern aus dem neuen Lauf der Gösel wieder auszubinden und über den Altlauf durch Dreiskau-Muckern hindurch in den Störmthaler See zu leiten, erklärt der Espenhainer Bürgermeister Jürgen Frisch, der federführend für die Anliegerorte die Planung vorantreibt. Beide Gräben führten meist nur wenig Wasser. Bei einem hundertjährigen Hochwasser würden aber voraussichtlich vier bis fünf Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den See strömen, hätten die Planer errechnet.

Im Vorjahr, bei einem Dammbruch der Gösel in Oelzschau, waren unkontrolliert Wassermassen über den Altarm der Gösel in den See gestürzt, hatten den Einlauf noch vergrößert. Seitdem heißt der "Canyon". Binnen weniger Tage war der Störmthaler See durch heftige Niederschläge und die Gösel um fast 20 Zentimeter gestiegen. Das Wasser wurde notabgelassen in den Markkleeberger See, was beinahe zu Schäden am Kanupark führte. Da habe es sich um ein Hochwasser gehandelt, dass alle 50 bis 60 Jahre vorkommt, so Frisch.

Das neue Konzept sehe eine Ertüchtigung des Bauwerks in Oelzschau vor, so dass nur noch Wasser aus den Feldern ringsum Dreiskau-Muckern in den See fließen werde. Dazu müssten auch Brücken und Durchlässe unter der Verbindungsstraße nach Espenhain sowie in Dreiskau-Muckern vergrößert werden. Frisch rechnet mit einem mehrjährigen Verfahren. Ab Ende September lägen die Unterlagen dazu in den Orten aus.

Die Hochwasserwelle in den See werde nach den Maßnahmen auf jeden Fall kleiner, bewertet Großpösnas Bauamtsleiter Detlef Richter die Pläne. Zugleich erhalte der See einen ständigen Zufluss.

Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze sieht mit den Maßnahen die Forderung der Region nach einem größeren Ablauf des Markkleeberger Sees bestätigt - die so genannte "Wasserschlange" zur Pleiße. Die sei eben nicht nur für den Tourismus, sondern auch für den Hochwasserschutz nötig, sagte er. Der vorhandene Ablauf, die Kleine Pleiße, lasse sich aus Naturschutzgründen nicht vergrößern. Es müsse nun darum gehen, die Finanzierung in die Beratung zur Tagebausanierung von Bund und Land zu bekommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2014
Jörg ter Vehn

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