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Holger Grzeschik: ?Wir waren allein auf weiter Flur?

Holger Grzeschik: ?Wir waren allein auf weiter Flur?

Zwenkau. Dass überraschende Aus für den Zwenkauer Rainbow-Cup sorgt noch immer für Wirbel. Dutzende Telefonate, Verleumdungen im Internet - Veranstalter Holger Grzeschik wehrt sich und erhebt seinerseits Vorwürfe gegen Teile des VfB Zwenkau, die Fußballverbände Leipzig und Sachsen sowie den Kreissportbund.

"Als Erstes möchte ich klarstellen, der Neuseenteamball-Verein ist nicht pleite. Und es gab und gibt keine Gespräche mit RB Leipzig über eine Übernahme des Rainbow-Cup", sagt Grzeschik. Das Fußball-E-Jugendturnier sei fest mit Zwenkau verbunden. "Wir können uns alle im Verein nicht vorstellen, den Rainbow-Cup, so wie er war, woanders auszutragen. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht irgendwann und wo auch immer wieder ehrenamtlich engagieren werden", fügt der 49-jährige Wahl-Zwenkauer hinzu.

Auslöser für die für Grzeschik ungewöhnlich harschen Worte sind Kommentare auf der Homepage des VfB Zwenkau. Dort heißt es beispielsweise: "Red Bull wird wohl im Hintergrund ein gutes Angebot gemacht haben und schon zelebrieren die Macher des Turniers den Untergang. Eine Schande!" Grzeschik ist stocksauer. Er müsse sich nach zehn Jahren ehrenamtlicher Arbeit und so manchem Stein, der ihm von einigen VfB-Leuten in den Weg gelegt worden sei, doch nicht auch noch rechtfertigen. Daher gebe er nach reiflichem Überlegen seine Zurückhaltung auf und beantworte die von vielen Seiten gestellte Frage: Warum wird ein so großartiges Turnier, das Strahlkraft über die Region hinaus erlangt hat und an dem inzwischen selbst so namhafte europäische Vereine wie AC Mailand, Chelsea London, Tottenham Hotspur und FC Valencia Interesse bekunden, nicht weitergeführt?

"Uns fehlt die breite Unterstützung. Die Probleme haben sich über die Jahre summiert und dann kommt ein Punkt, wo die Belastungsgrenze erreicht ist." Sinnbildlich sei für ihn der 28. April gewesen. "Nach dem Dauerregen am Samstag haben wir früh zu fünft mit Eimern versucht, die vier Spielfelder im Eichholz-Stadion trocken zu bekommen. Keiner hat uns geholfen, wir waren allein auf weiter Flur." Und so habe er sich oft gefühlt.

"Weder Landrat Gerhard Gey noch die Fußballverbände und erst recht nicht der Kreissportbund hätten Hilfe bei der Organisation des Rainbow-Cups angeboten. So wäre Gey trotz Einladung nie zum Turnier erschienen, "was uns ganz sicher das Klinkenputzen bei Sponsoren erleichtert hätte." Der Ex-Präsident des Leipziger Fußballverbandes Rainer Hertle hätte es sogar bis zum Stadioneingang geschafft. "Um dann drei billige Bälle abzugeben und ausrichten zu lassen, er habe keine Zeit", erinnert sich Grzeschik und fragt: "Sieht so Anerkennung aus?"

Die Frage geht auch an die Geschäftsführerin des Kreissportbundes Andrea Heinze. Jahr für Jahr werde in der Stadthalle Zwenkau der Kreissportlerball gefeiert - nicht selten sogar am Rainbow-Cup-Wochenende. "Zu uns hat sich nie einer verirrt", sagt Grzeschik enttäuscht. "Wie auch, an uns ist nie jemand herangetreten. Wissen Sie wie viele Großveranstaltungen es im Kreis gibt? Wir sitzen doch nicht da und haben nichts zu tun", meint Heinze nicht eben freundlich.

"In den drei Jahren, wo ich Geschäftsführer bin, haben wir keine Anfrage bekommen. Ich kenne den Rainbow-Cup aber aus eigenem Erleben: Das war wirklich eine schöne Sache. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir eine Bitte um Hilfe abgelehnt hätten", sagt Uwe Schlieder, Geschäftsführer des Fußballverbandes Stadt Leipzig.

"Das stimmt. Wir haben nach unzähligen Absagen keine Anfragen mehr gestellt. Aber wir sind auch davon ausgegangen, dass mal jemand auf uns zukommt", sagt Grzeschik. Viele private Helfer hätten das ja auch getan. Ihnen, wie den Sponsoren, der Stadt Zwenkau, der Kulturinitiative und treuen VfBlern, stellvertretend sei Bernd Stoltmann genannt, wolle er herzlich danken. "Zehn Jahre Rainbow-Cup - das war eine Wahnsinnszeit mit schönen Erlebnissen und tollen neuen Freunden, die alle Beteiligten nie vergessen werden", betont Grzeschik, der sich über Lob jenseits der sächsischen Landesgrenzen übrigens nicht beklagen kann.

In diesen Tagen muss er sich nun seiner wohl schwersten Aufgabe stellen und die Absagen für den Rainbow-Cup 2014 rausschicken. Ein Zurück gebe es aber nicht mehr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.05.2013

Ulrike Witt

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