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Markkleeberg Holzernte gut – aber Förster kämpfen gegen Mäuseplage im Oberholz
Region Markkleeberg Holzernte gut – aber Förster kämpfen gegen Mäuseplage im Oberholz
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00:18 25.01.2016
Holzernte im Oberholz: Ein Forwarder transportiert die gesägten Stämme aus dem Wald. Seine überbreiten Laufbänder schonen den Waldboden, haben ausführliche Tests im Forstbezirk ergeben. Quelle: Foto: Jörg ter Vehn
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Fast abgeschlossen ist die diesjährige Holzernte im Oberholz. Rund 4000 Festmeter verschiedenster Arten wurden über den Winter eingeschlagen. Das sei in etwa so viel wie auch nachwachse, erklärt Forstdirektor Andreas Padberg, Leiter des Forstbezirks Leipzig. Damit dass so bleibt, hatten seine Mitarbeiter im Herbst vor allem gegen einen Schädling zu kämpfen: Mäuse!

„2015 war ein Mäusejahr“, erklärt Padberg. Allein im Forstbezirk Leipzig habe es Schäden auf einer Größe von 46 Hektar gegeben. Über alle Kulturen hinweg hätten im Bezirk fast ein Viertel aller neuen Pflanzen nachgebessert werden müssen. „Das sind über 100 000 Stück“, sagt er.

Im Oberholz sei vor allem die rund 16 Hektar große Neuaufforstung betroffen gewesen (die LVZ berichtete). In einem Raster von 20x20 Metern seien deshalb Köderstationen ausgelegt worden. Ende des Monats oder Anfang Februar müsse die Aktion gegen den Mäusebefall fortgesetzt werden, um ein Aufwachsen der jungen Pflanzen zu ermöglichen. Ein Ende ist dennoch kaum absehbar: „Die Nager werden uns wohl das ganze Jahr noch beschäftigen“, seufzt der Forstdirektor.

Zumal in diesem Jahr auch wieder viele neue junge Pflanzen in den Boden kommen. Im Oberholz werde auf einer Fläche von neun Hektar aufgeforstet, so Revierleiter Christoph Seifert. Rund 55000 junge Bäume würden gepflanzt, „im Wesentlichen Stileichen, aber auch Baumhasel, Eibe, Schwarznuss, Weide, Esskastanien und Vogelkirschen“, zählt er verschiedene Arten auf.

Zunächst einmal müssen aber die bis diese Woche geschnittenen Hölzer noch aus dem Wald. Bis Ende nächster Woche ist dazu ein so genannter Forwarder im Einsatz. Der High-Tech-Trecker mit Ladegreifer rollt mit einer Spezialität um die Räder über den Waldboden: Laufbänder vom Typ Tera XL. Der Forstbezirk habe in den Vorjahren eigens verschiedene Bandtypen und ihre Auswirkungen auf den Waldboden testen lassen, erklärt Padberg. Im Ergebnis der Versuchsreihe hätten sich die überbreiten Stahlbänder als am schonendsten für den Boden erwiesen, „deutlich besser noch als solche aus Hartgummi“, erläutert er. Der Mehraufwand für die Firmen von rund 2,5 Euro je Festmeter müsse allerdings entsprechend berücksichtigt werden.

Der nur geringen Verdichtung des Bodens stehe allerdings entgegen, dass die Waldwege, da wo der Forwarder ein- oder auskurvt, stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. „Diese Schäden lassen sich im Gegensatz zu denen am Waldboden aber beheben“, so Padberg.

So sei geplant, den Breiten Weg im Sommer zu erneuern. Bei den Arbeiten soll sich der Bagger auch gleich um eine andere Besonderheit des Oberholzes kümmern: Die vielen feuchten Bombentrichter im Wald, die nicht bepflanzt werden und längst zum „Wohnraum“ für Kamm- und Bergmolche geworden sind, sollen vorsichtig beräumt und entschlammt werden.

Für die Oberholzbesucher hat die Forstdirektion bereits im Vorjahr neue Infotafeln im Wald aufstellen lassen. Über QR-Codes, die jedes moderne Smartphone lesen und mit einer Internetseite verbinden kann, gibt es seitdem Erklärungen zu Flora und Fauna. Eher „analog“ sind seit Kurzem aber die Zettel, auf denen Revierleiter Seifert dort die Besucher über Neues aus dem Wald und über anstehende Maßnahmen informiert.

Ebenso ohne Handy nutzbar sein werden die fünf neuen Sitzgruppen und Bänke aus massiver Eiche, die nach Rücksprache mit der Gemeinde noch im Frühjahr aufgestellt werden sollen. Wenngleich: Mancher wird auf den Bänken ruhen – und doch sein Handy nutzen.

Von Jörg ter Vehn

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