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Im Südufer stecken 44 Millionen Euro

Im Südufer stecken 44 Millionen Euro

KG (SSZ), Andreas Schmidt, jetzt eine erste kritische Bilanz gezogen.

"Als wir 2005 mit der Planung angefangen haben, sind wir überall auf Skepsis gestoßen. Inzwischen haben selbst große Bankinstitute Vertrauen in den Standort. Jetzt ve

Am Südufer des Zwenkauer Sees schießen derzeit Wohnträume wie Pilze in den Himmel. Die architektonischen Vorgaben liefert den Bauherrn das Qualitätshandbuch des Projektentwicklers und Flächeneigentümers SSZ. Rund ein Drittel des Areals rund ums Kap ist bislang entwickelt

Quelle: André Kempner

Zwenkau. KG (SSZ), Andreas Schmidt, jetzt eine erste kritische Bilanz gezogen.

"Als wir 2005 mit der Planung angefangen haben, sind wir überall auf Skepsis gestoßen. Inzwischen haben selbst große Bankinstitute Vertrauen in den Standort. Jetzt verkaufen wir die Grundstücke vom Papier weg", erklärte Schmidt dieser Tage dem Stadtrat. Die Basis für den Erfolg hätte die SSZ mit kontinuierlicher Arbeit gelegt. Heute stehe das Südufer dank Qualitätshandbuch und flexibler Anpassung des Bebauungsplanes für Klasse statt Masse.

"Bislang ist ein Drittel der Fläche entwickelt. Mit der derzeit laufenden Erschließung des vierten Bauabschnitts südöstlich vom Kap und dem technischen Hafen kommen wir weiter voran", so Schmidt. Allein die EU, der Bund und der Freistaat Sachsen hätten zwölf Millionen Euro ins Südufer investiert. Fünf Millionen steckten im 2009 übergebenen, aber noch immer trockenen Stadthafen. Die gleiche Summe sei in die Infrastruktur des neuen Stadtteils geflossen. Für weitere zwei Millionen Euro wurde schon 2008 die Kita "Pirateninsel" gebaut. "Die Infrastrukturförderung ist einmalig im Südraum. Aber das ist kein Selbstläufer, daran müssen wir alle weiter hart arbeiten", mahnte Schmidt mit Blick auf den Harthkanal und das Nordufer.

Die Saat der öffentlichen Investitionen ist am Zwenkauer See aufgegangen. Bis dato folgten rund 32 Millionen Euro private Investitionen. "Die SSZ selbst hat etwa 12,5 Millionen Euro für die Erschließung, Projektentwicklung und Vermarktung ausgegeben", so Schmidt. Dies entspreche der Summe, die auch private Häuslebauer in den Traum vom Wohnen und Arbeiten am See gesteckt hätten. Rein gewerbliche Investitionen seien in Höhe von rund sechseinhalb Millionen Euro getätigt worden.

Allein die Lage am See reiche potenziellen Investoren heute nicht mehr. "Die Lage macht aus unserer Erfahrung nur 15 Prozent aus. Die Infrastruktur mit Schule, Arzt, Einkaufsmöglichkeiten und Verkehrsanbindung ist wichtiger", so Schmidt. Die Stadt Zwenkau schneide insbesondere in den ersten beiden Punkten im Vergleich zu ähnlichen Städten in den alten Bundesländern überraschend gut ab, wie er von etlichen Interessenten wisse.

Aber, wo Licht ist, ist auch Schatten. "Wir brauchen endlich einen Masterplan für den Standort Zwenkau, in dem Entwicklungsschwerpunkte für die Stadt und den See klar definiert und priorisiert werden", sagte Schmidt. Außerdem wünsche er sich mehr Öffentlichkeitsarbeit von Politik und Verwaltung. Dazu zähle auch, Bildungs- und Forschungseinrichtungen anzuwerben. "Unser Ziel muss ein Investitionsverhältnis von 1:3 öffentliche zu private Hand sein", so Schmidt.

In Richtung Bürgermeister Holger Schulz (CDU) erklärte er: "Die Stadt muss im Südraum endlich eine Führungsrolle übernehmen, Vorreiter und Ideengeber sein." Der Kreis sei schon mit den behördlichen Aufgaben überfordert und die Stadt Leipzig ohne eigenes Interesse und viel zu behäbig.

Als dringliche Aufgaben diktierte Schmidt den Stadträten den Ausbau des Pulvermühlenweges, des Seerundweges zwischen Großdeubener Weg und Kap, die Errichtung der Strandwache sowie ein Parkleit- und Informationssystem in den Block. Rathauschef Schulz vernahm die Wünsche wohl, indes die finanziellen Mittel fehlten ihm. "Sehr interessant für uns, aber bei weitem nicht alles umsetzbar. Manches dauert eben etwas länger", so sein Kommentar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.05.2013

Ulrike Witt

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